Von Barcelona zurück nach Zürich

Von Nizza mit dem Zug nach Barcelona und dann zum neuen Nashorn in Zürich

Kimba heißt der neue Nashorn-Bulle im Zürcher Zoo. Er soll bei den vier Damen für Nachwuchs sorgen. Fotos: hf
Kimba heißt der neue Nashorn-Bulle im Zürcher Zoo. Er soll bei den vier Damen für Nachwuchs sorgen. Fotos: hf

Nizza ist eine prachtvolle Stadt in Südfrankreich und gerne wäre ich länger als die ursprünglich vorgesehene eine Nacht geblieben. Doch da das billigste Zimmer, das ich hätte buchen können, 340 Euro kosten sollte, entschloss ich mich zur sofortigen Abreise.

Nizza komplett ausgebucht

Warum Nizza an diesem Wochenende total ausgebucht war, weiss ich nicht, aber auch die Züge nach Marseille und Nimes, wo ich jeweils umsteigen musste, waren rammelvoll, vielleicht einfach ein Zeichen von Hochsaison und der wieder erstarkten Reiselust der Leute? Ich muss womöglich die letzte Karte gekauft haben, und zwar ganz knapp vor Abfahrt des ersten TGV. Übrigens verkehrten alle meine Züge in Frankreich mit pedantischer Pünktlichkeit, genau wie in der Schweiz und ganz im Gegenteil zu Deutschland.

Sagrada Família heißt die fantasievolle Kathedrale von Antoni Gaudi in Barcelona, bald ist sie fertig.
Sagrada Família heißt die fantasievolle Kathedrale von Antoni Gaudi in Barcelona, bald ist sie fertig.

Die Landschaft – speziell ab Nimes – auf der Strecke nach Barcelona ist äußerst attraktiv und die Zeit im Zug verstrich wie im Flug. Im Bahnhof von Barcelona wurde kein Covid Zertifikat verlangt und das war – ganz im Gegensatz zu Frankreich – in der ganzen Stadt so. Auch beim Check-in im Hotel wurde kein Impfbeleg oder Covid-Test verlangt und das ausgezeichnete Haus, gleich an der La Rambla und der Oper, kostete nur 70 Euro.

Barcelona ist eine sehr schöne Stadt

Ich war vor dreißig Jahren zum letzten Mal in Barcelona, und zwar gleich einen Monat lang. Beim damaligen Aufenthalt habe ich beschlossen, meine gute Anstellung beim „Tages-Anzeiger“ aufzugeben und nach Thailand auszuwandern, ein Beschluss, den ich nie bereut habe. Für mich persönlich hat Barcelona deshalb mit Aufbruch zu tun und die Stadt selber war damals auch in einem Aufbruch, hat sich massiv verändert auf die anstehenden Olympischen Spiel hin. Da wurde der alte Hafen massiv umgebaut und die Barceloneta leergeräumt. All das kann man sich ansehen, aber mit gemischten Gefühlen.

​Dann natürlich zur berühmten Sagrada Família von Antoni Gaudí heraufpilgern, bei 39°C ein etwas gemischtes Vergnügen. Doch, das originelle Bauwerk ist in den vergangenen dreißig Jahren massiv erweitert worden. Herein kann ich nicht, dafür hätte ich im Voraus im Internet ein Ticket buchen müssen: Der Übertourismus ist zweifellos zurück in Barcelona.

Das zeigt sich auch auf La Rambla, der weltbekannten Flaniermeile von Barcelona. Es hat hier fast nur noch Touristen, keine Einheimischen mehr. Einerseits ist man froh, dass diese einmalige „Walking Street“ – sicher sehenswerter als die gleich genannten Straßen in Pattaya und Nong Khai – nun nicht mehr verwaist ist, andererseits stört bereits wieder der Übertourismus.

Für Flaneure aus aller Welt ist La Rambla das herausragende Ziel in Barcelona, eine Landmarke.
Für Flaneure aus aller Welt ist La Rambla das herausragende Ziel in Barcelona, eine Landmarke.

Nach ein paar Tagen habe ich genug von der etwas fassadenhaften Schönheit von Barcelona, fliege zurück in meine Heimatstadt. Am Flughafen Zürich will niemand meinen Pass oder mein Covid Zertifikat sehen und das Formular für das Bundesamt für Gesundheit verlangt auch niemand.

Am nächsten Tag ist zufällig Medien-Apéro im Zürcher Zoo. Da wird erstmals der neue Breitmaul-Nashorn-Bulle Kimba präsentiert, der kürzlich aus dem Zoo von Schwerin hier eingetroffen ist und eben die 14-tägige Quarantäne absolviert hat. Man hofft, dass der 12-jährige Bulle mit 2.2 Tonnen Gewicht für viel Nachwuchs bei den vier Weibchen sorgen wird.

Wahrlich ein toller Job und eine bärenstarke Aufgabe für Kimba…


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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Joerg Obermeier 13.09.21 17:00
Virtueller Aufheuler
Da sieht man mal wieder, wie es auch in Thailand schon wieder hätte sein können. Zumindest wenn man den Übertourismus weglassen würde. Aber man wusste und weiß es hier ja so viel besser. Frage an den Verfasser, hat's denn arg gestunken bei so vielen ungewaschenen Farangs auf einen Haufen?