Kronprinzessin Mary wird 50

​Von Australien mitten ins dänische Herz

Kronprinzessin Mary von Dänemark kommt in Hamburg vor dem Rathaus an. Das Paar hielt sich zu einem Arbeitsbesuch unter dem Titel «Danish Living» in Deutschland auf. Die Kronprinzessin feiert am 05.02.2022 ihren 50. G... Foto: picture alliance/dpa
Kronprinzessin Mary von Dänemark kommt in Hamburg vor dem Rathaus an. Das Paar hielt sich zu einem Arbeitsbesuch unter dem Titel «Danish Living» in Deutschland auf. Die Kronprinzessin feiert am 05.02.2022 ihren 50. G... Foto: picture alliance/dpa

KOPENHAGEN: Queen Elizabeth ist offiziell australisches Staatsoberhaupt, doch die Aussies haben indirekt auch ihre eigene Kronprinzessin: Auf der anderen Seite der Erde hat ihre gebürtige Landsfrau Mary längst die Herzen der Dänen erobert. Nun feiert sie runden Geburtstag.

Das Jahr 1972 ist für Dänemark im Nachhinein betrachtet gleich aus zwei Gründen ein ganz besonderes gewesen. Zum einen hat Deutschlands nördlichster Nachbar damals in Margrethe II. eine charismatische Königin bekommen, die bis zum heutigen Tage das geschätzte Staatsoberhaupt des skandinavischen Landes ist. Zum anderen wurde nur knapp drei Wochen nach Margrethes Thronbesteigung im fernen Australien eine Frau geboren, die die Däninnen und Dänen viele Jahre später begeistern sollte: Kronprinzessin Mary, die am kommenden Samstag (5. Februar) nun 50 Jahre alt wird.

Mary Elizabeth Donaldson ist am 5. Februar 1972 im australischen Insel-Bundesstaat Tasmanien zur Welt gekommen. Dass die Bürgerliche ein halbes Jahrhundert später zur vordersten Riege der dänischen Königsfamilie zählt, hat mit einer Begegnung während der Olympischen Spiele in Sydney im Jahr 2000 zu tun: Damals lief die australische Schönheit dem dänischen Kronprinzen Frederik in einem Pub über den Weg. Nicht nur für Frederik und Mary war das ein Glücksfall - sondern für das gesamte dänische Königreich, das in der Kronprinzessin längst ihre liebste Schwiegertochter gefunden hat.

Mary Elizabeth, Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin, Kronprinzessin von Dänemark, Gräfin von Monpezat: Dass eine gebürtige Australierin einmal diesen exquisiten Titel tragen würde, hätten sich die Aussies vermutlich niemals erträumen können. Kronprinzessin wurde sie in dem Moment, in dem sie am 14. Mai 2004 Thronfolger Frederik in Kopenhagen ehelichte. Auch die dänische Staatsbürgerschaft wurde ihr in dem Zuge vom Parlament verliehen. Frederik und Mary haben mit Prinz Christian (16), Prinzessin Isabella (14) sowie den Zwillingen Prinz Vincent und Prinzessin Josephine (beide 11) vier Kinder, mit denen sie im Frederik-VIII.-Palais des Schlosses Amalienborg wohnen.

Die Kronprinzessin selbst ist überwiegend in der tasmanischen Hauptstadt Hobart aufgewachsen. An der Universität von Tasmanien machte sie 1994 einen Bachelor in Wirtschaft und Recht, ehe sie sich auf Werbung und Marketing spezialisierte und nach Melbourne zog, wo sie fortan für verschiedene Unternehmen arbeitete.

Es folgte eine längere Reise durch Amerika und Europa, auch in die schottische Heimat ihres Vaters John. Zurück in Australien ließ sie sich Anfang 1999 in Sydney nieder - jener Metropole, in der sie ein Jahr später ihren Frederik treffen sollte. Passend zur Begegnung im Zuge von Olympia teilen die beiden eine Begeisterung für den Sport. Laufen können die beiden besonders gut, wie sie alljährlich beim von Frederik initiierten Royal Run unter Beweis stellen.

Nicht nur läuferisch gibt Mary 100 Prozent für das Königshaus - mehr in der royalen Öffentlichkeit stehen in Dänemark höchstens noch die Königin und der Kronprinz selbst. Seit Ende 2019 darf Mary offiziell als Vertreterin von Schwiegermutter Margrethe einspringen, wenn diese und Frederik etwa wegen Auslandsreisen oder längeren Krankheiten verhindert sind. Mary spricht fließendes Dänisch, ist Präsidentin der dänischen Abteilung der Umweltorganisation WWF sowie Schirmherrin von mehr als 30 Organisationen und Einrichtungen, darunter das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch für die Rechte von sexuellen Minderheiten setzt sie sich ein.

Eine Corona-Infektion verfrachtete sie im Dezember für ein paar Tage in Isolation auf Schloss Amalienborg. Schon beim 50. Thronjubiläum von Margrethe Mitte Januar war sie wieder fester und eleganter Bestandteil der coronabedingt abgespeckten Feierlichkeiten.

So gern sie würden: Groß feiern können die Däninnen und Dänen ihre eingemeindete Australierin nicht. Wie beim Thronjubiläum fallen die Feierlichkeiten zu Ehren der Kronprinzessin pandemiebedingt kleiner als geplant aus. Ein festliches Abendessen am Vorabend des Geburtstags auf Schloss Rosenborg war vorzeitig abgesagt worden, eine geplante Geburtstagsfeier der nach Mary benannten Stiftung Mary Fonden soll nach Königshausangaben später im Jahr nachgeholt werden.

Der eigentliche Geburtstag sollte somit ausschließlich privat gefeiert werden - ob sich daran noch kurzfristig etwas ändern wird, nachdem die Regierung zum 1. Februar so gut wie alle Corona-Beschränkungen im Land aufgehoben hat, muss sich zeigen. Dänemark wird seinem liebsten Aussie so oder so die Ehre erweisen: Marys Geburtstag ist alljährlich ein Tag, an dem die dänische Flagge für die Kronprinzessin im ganzen Land gehisst wird.

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