Unwetter wüten in der Schweiz und Italien

​Vom Regen in die Hitze

Foto: epa/Laurent Gillieron
Foto: epa/Laurent Gillieron

DOMBRESSON/ROM (dpa) - Überschwemmte Straßen, fortgespülte Autos, lebensgefährliche Tiefgaragen: Hagel und Starkregen richten in Teilen der Schweiz und in Italien schwere Schäden an. Nun dreht sich die Wetterlage.

Heftige Unwetter und Überschwemmungen haben den Westen der Schweiz sowie große Teile Italiens heimgesucht. In Mailand, Turin, Bologna und Modena gab es große Schäden, Dutzende Menschen wurden bei Hagel verletzt. Im Schweizer Kanton Neuenburg trat ein Bach in der Nacht auf Samstag zwischen Dombresson und Villiers über die Ufer und trug Dutzende Autos davon. Mehrere Menschen waren in ihren Auto gefangen und mussten aus den im Bachbett liegenden Fahrzeugen geborgen werden.

Nach Angaben der Polizei wurden vier Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. In Dombresson standen die Straßen mehr als einen Meter unter Wasser, wie Polizeisprecher Pierre-Louis Rochaix am Samstag der Schweizer Nachrichtenagentur sda sagte. Auf einem Video war zu sehen, wie sich die Wassermassen ihren Weg durch zahlreiche Orte bahnten.

Tiefgaragen und Keller wurden überflutet, Böschungen rutschten ab, die Straße zwischen Dombresson und Le Pâquier wurde teilweise zerstört. Sie dürfte mehrere Tage für den Verkehr gesperrt bleiben. Die Behörden warnten die Bevölkerung davor, sich in tief gelegene Räume zu begeben. Überschwemmte Straßen sollten gemieden werden.

Zwischen 22 Uhr und 3.45 Uhr gingen mehr als 560 Notrufe allein aus dem Val-de-Ruz bei der Kantonspolizei Neuenburg ein, wie das Portal «20Minuten» berichtete. Zudem fiel teilweise der Strom aus.

Das Portal berichtete zudem, dass am Samstag zwei Hubschrauber im Einsatz waren, um möglicherweise vermisste Personen zu suchen und Menschen zu bergen, die aufgrund der Fluten in ihren Häusern festsaßen. Am Nachmittag wurde die Suchaktion beendet, niemand wurde laut Polizei als vermisst gemeldet. Stattdessen konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf, für mögliche neue Niederschläge vorzusorgen. Zunächst kam es jedoch nicht zu weiteren Regenfällen.

Im italienischen Turin gingen am Freitagabend Hagel und Starkregen nieder. Nach Medienberichten starb ein 65-Jähriger in der Gegend um die Stadt. Auf Videos war unter anderem zu sehen, wie sich ein weißer Strom aus Hagel und Wasser eine Straße hinunter schiebt.

Am Samstag traf es dann Mailand, Modena und Bologna: Straßen standen nach starken Gewittern unter Wasser, Autos steckten in Unterführungen fest. Straßen in der Region wurden wegen Erdrutschen geschlossen, erklärte die Feuerwehr. In Modena wurden 30 Menschen leicht verletzt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das Krankenhaus. In Bologna habe der Zivilschutz 20 Verletzte gezählt. Dort beschädigte der Hagel Autos, Häuser und Ampeln.

Der Bauernverband Coldiretti teilte mit, dass es in diesem Jahr bereits 124 Mal zu starkem Hagel gekommen sei. Das seien 88 Prozent mehr Fälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Während im Norden Unwetter tobten, sollte es am Wochenende in Süditalien hingegen laut dem Wetterdienst 3b Meteo bis zu 40 Grad heiß werden. Ab nächste Woche soll es dann in ganz Italien und auch in der Schweiz glühend heiß werden. Die Meteorologen erwarten am Donnerstag bis zu 37 Grad in Bern und bis zu 39 Grad in Basel.

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