Mückenbekämpfung gefordert

Eine Mücke der Art Aedes vexans hängt unter einem Blatt einer Pflanze. Foto: Patrick Pleul/dpa
Eine Mücke der Art Aedes vexans hängt unter einem Blatt einer Pflanze. Foto: Patrick Pleul/dpa

HAMBURG: Vor dem Hintergrund des Klimawandels fordert das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) eine intensivere Bekämpfung von Stechmücken. Wärmere Sommer und veränderte Niederschläge hätten die Ausbreitung exotischer Stechmückenarten Richtung Norden begünstigt, sagte der BNITM-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Zudem werde immer klarer, dass auch heimische Stechmückenarten eine Vielzahl von Viren übertragen könnten, betonte er am Freitag zum Tag der Stechmücke am 20. August.

Die Stechmückenbekämpfung in Deutschland müsse dringend flächendeckend professionalisiert werden, sagte der Wissenschaftler. «Es muss eine gezielte und nachhaltige Bekämpfung geben, ohne andere Insekten dabei zu schädigen», sagte er.

In Griechenland würden mit Hilfe des «Early Warning System for Mosquito borne diseases» (EYWA) Risikozonen frühzeitig identifiziert, so dass dort Stechmücken gezielt bekämpft werden könnten. Als weiteres Beispiel nannte Schmidt-Chanasit die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), die seit Jahrzehnten die Ausbreitung der Stechmücken in den Brutgewässern am Oberrhein kontrolliert. In manchen Regionen werden Stechmücken als Schnaken bezeichnet, obwohl die eigentlichen Schnaken (Tipulidae) Menschen nicht stechen.

Schmidt-Chanasit leitet die Abteilung Arbovirologie und Entomologie am Bernhard-Nocht-Institut, die sich unter anderem mit der Übertragung tropischer Infektionskrankheiten durch blutsaugende Insekten beschäftigt.

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