Viel Übereinstimmung bei Vorstellungsrunde für CDU-Vorsitz

Friedrich Merz bei einer gemeinsamen Bürgerversammlung aller drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz vor einem Publikum. Foto: epa/Andreas Gora
Friedrich Merz bei einer gemeinsamen Bürgerversammlung aller drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz vor einem Publikum. Foto: epa/Andreas Gora

BERLIN: Bei der Vorstellungsrunde für den Vorsitz der deutschen Christdemokraten sind zwischen den drei Bewerbern Helge Braun, Friedrich Merz und Norbert Röttgen viele Übereinstimmungen deutlich geworden.

So plädierten beispielsweise alle drei Kandidaten für die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet dafür, dass die Union mehr Menschen mit Migrationshintergrund einbinden und für Frauen attraktiver werden müsse.

Braun, Merz und Röttgen stellten sich den Fragen von Mitgliedern. Im Anschluss soll die CDU-Basis in einem Mitgliederentscheid über die Vorsitzendenfrage entscheiden. Dieses Votum muss anschließend noch von einem Parteitag bestätigt werden.

Übereinstimmend lehnten die drei CDU-Politiker auch eine Doppelspitze für die Partei ab. «Ich bin kein Freund von Doppelspitzen», sagte der geschäftsführende Kanzleramtsminister Braun. Der Außenpolitiker Röttgen betonte, mit einer Doppelspitze würde die CDU andere Parteien nachahmen. «Wir müssen es so machen, wie es zur CDU passt.» Zudem habe sich die SPD zum Beispiel aus einer Position der Schwäche heraus für eine Doppelspitze entschieden.

Ex-CDU/CSU-Fraktionschef Merz pflichtete seinen beiden Konkurrenten bei: «Die Gründe sind gut vorgetragen, ich teile die Einschätzung.»

Röttgen betonte: «Wir müssen wieder anschlussfähig werden in der Breite der Bevölkerung, in allen Gruppen von den jungen Leuten angefangen über die Frauen bis zu den Älteren.» Außerdem gelte: «Wir müssen wieder führend werden in den großen Fragen und Debatten dieser Zeit. Das sind wir nicht mehr.» Er traue sich zu, das zu schaffen. Ähnlich sagte Merz: «Die CDU muss modern werden. Sie muss die Themen der Zeit beherrschen, sie muss Antworten geben, sie muss die Regierung kritisieren, aber sie muss auch gleichzeitig gute eigene und überzeugende Antworten für alle Generationen in diesem Land geben.»

Braun sagte, die CDU dürfe jetzt nicht allein per Mitgliederbefragung den neuen Vorsitzenden bestimmen, sondern müsse die Basis auch in inhaltlichen Fragen stärker einbinden. Das gelte für wichtige Fragen wie die Aussetzung der Wehrpflicht vor einigen Jahren. «In Zukunft müssen wir die Inhalte stärker gemeinsam bestimmen.» Nötig seien «Zukunftsdialoge» mit den Mitgliedern.

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