Verschleppte NGO-Mitarbeiter in Nigeria freigelassen

Foto: epa/ George Esiri
Foto: epa/ George Esiri

LAGOS (dpa) - Nach mehr als drei Wochen in der Gewalt von Extremisten sind in Nigeria mehrere Menschen freigelassen worden - darunter drei Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.

Der für humanitäre Angelegenheiten zuständige UN-Koordinator Edward Kallon bestätigte die Freilassung am Donnerstag. Demnach fand sie bereits am Vortag statt. Angaben zu den Hintergründen gab es zunächst nicht. Die Freigelassenen waren am 22. Dezember von Bewaffneten auf der Strecke zwischen Monguno und Maiduguru verschleppt worden.

Kallon äußerte sich besorgt, dass andere noch immer in der Gewalt ihrer Entführer seien, die die Arbeit von Hilfsorganisationen erschwerten. «2019 haben insgesamt 12 NGO-Mitarbeiter ihr Leben verloren - das ist zweimal soviel wie 2018, das wir bisher für das gefährlichste Jahr für humanitäre Akteure in Nigeria hielten», betont er. Bei den jetzt freigelassenen NGO-Mitarbeitern handelt es sich um Nigerianer, die für die Alliance for International Medical Action (Alima) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) tätig sind.

Immer wieder kommt es zu derartigen Entführungen durch bewaffnete Gruppen im Nordwesten Nigerias, darunter des Westafrika-Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), ISWAP. Sie hatte sich von der nigerianischen Terrormiliz Boko Haram abgespalten. Der IS-Ableger sowie etliche weitere islamistische Terrorgruppen sind in der Sahelzone aktiv - einem Gebiet südlich der Sahara, das sich vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt. Sie sind nur schwer zu bekämpfen und verüben immer wieder Anschläge im Niger, in Burkina Faso, in Kamerun und in Mali. Dort bemüht sich eine UN-Mission um Stabilität, daran sind auch rund 1.000 Bundeswehrsoldaten beteiligt.

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