Veränderungen

Veränderungen

Was viele Konservative nicht zu wissen scheinen: Deutschland war nicht immer deutsch. Es wird auch nicht für alle Zeit deutsch bleiben, ebenso wie der Mensch, der in vielen Tausend Jahren nicht mehr so aussehen wird wie heute.

Die Natur ist auf Veränderungen bzw. auf Entwicklung eingestellt, sonst gäbe es heute keine Menschen. Die Natur ist das beherrschende Element auf dieser Welt. Machtlos schauen wie zu, wenn einem Tsunami oder der Corona-Pandemie Hunderttausende oder gar Millionen zum Opfer fallen, wenn Vulkane Städte in Schutt und Asche legen und Dürren die Ernten vernichten. Es gibt kein Mittel dagegen. Wer Klimaveränderungen nicht zur Kenntnis nimmt, wird von der Realität überrollt. Deshalb macht mir das Zwischenspiel ewig Gestriger auch keine Sorgen. Sie werden verschwinden wie der alte Herr Sparbier. Und keiner wird ihnen nachweinen, so wenig wie den Dinosauriern. Auch der Mensch ist ständigen Veränderungen ausgesetzt: Der Zwanzigjährige hat andere Ansichten als der Achtzigjährige. Alles ist ständigem Wandel unterworfen. Erinnern Sie sich noch, wie Sie damals auf die Ermahnungen Ihrer Eltern reagiert haben? Heute sind Sie selbst Mama oder Papa. Hat sich in der Zwischenzeit etwas verändert? Ich wurde noch mit Schlägen erzogen sowohl in der Schule als auch zuhause. Das ist Gottseidank vorbei. Was hat sich sonst verändert? Wer heute die Filme der fünfziger Jahre sieht, lacht sich schlapp über diesen Kitsch. Ach ja, es gibt auch kein Brausepulver mehr.

Aber wir haben uns angepasst. Inzwischen gibt es Computer und Smartphones, die unsere Welt verändert, die uns näher zusammengebracht und gleichzeitig weiter voneinander entfernt haben. Veränderungen sind Entwicklungssprünge. Wir kommen vorwärts. Jetzt sind wir bei den Robotern angekommen und fürchten uns davor, dass sie mit ihrer künstlichen Intelligenz die Menschheit eines Tages beherrschen könnten. Es gibt Wissenschaftler, die diese Situation nicht für ausgeschlossen halten. Unser Leben verändert sich in einem Tempo, das niemand vorausgesehen hat. Meiner Mutter stand noch keine Waschmaschine zu Verfügung, meinem Großvater noch kein Telefon. Von der neuen Technik fühlen vor allem ältere Menschen sich überfordert. Sie kommen mit diesen neuen Geräten nicht mehr klar. Sie schaffen es häufig nicht einmal mehr, sich eine Fahrkarte aus dem Automaten zu ziehen. Dann fahren sie notgedrungen schwarz und müssen, wenn sie erwischt werden, Strafe zahlen, oder sie bleiben gleich zuhause.

Es ist eine neue Welt, und die wird sich immer wieder erneuern. Wer da nicht mitzieht, der fällt hinten runter. Das sind zumeist die Alten, die immer glauben, dass es im alten Trott weiter geht. Denkste. Was gestern noch in war ist heute schon out. Viele ignorieren diese Veränderungen. Sie leben in ihren alten Stiefeln und fühlen sich dabei richtig wohl. Sie führen das Leben weiter, an das sie sich gewöhnt haben und verzichten auf die angesagten Neuigkeiten. Sie sind eigentlich schon ausgemustert. Macht nichts. Sie leben ihrem eigenen Stil, vielleicht altmodisch, aber trotzdem gemütlich. So wie Harald, der mit seiner Frau im Isaan lebt, der vor all den Veränderungen in seiner alten Heimat geflüchtet ist. Er ist mit sich im Reinen und braucht all den neuen Schnickschnack nicht um glücklich zu sein. Fazit: Veränderung ist zwar das Prinzip der Natur, aber in der kurzen Lebenszeit, die den Menschen zugeteilt ist, kann man auch an seinen alten Gewohnheiten festhalten. Sie sind langlebiger als die modernen Neuigkeiten, die uns überschwemmen. Aber letztlich werden wir ihnen nicht entkommen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.