Vater in der Schule seiner Töchter verhaftet

Foto: The Nation
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PATTAYA - Vor den Augen seiner zwei Töchter und der Lehrer an einer Grundschule in Banglamung haben Polizisten und Soldaten einen 35-jährigen Mann festgenommen und mit Gewalt in einen Polizeiwagen gezogen.

Von dem Vorfall gibt es einen vierminütigen Videoclip in den sozialen Netzwerken. Der Vater wird jetzt gedrängt, die Polizeibeamten zu verklagen. Diese hatten den Mann verhaftet, weil seine von ihm getrennt lebende Frau fälschlich behauptet hatte, ihr Ehemann sei drogenabhängig und trage eine Waffe, berichtet die „Nation“. Zwischen den Eheleuten läuft seit geraumer Zeit ein Sorgerechtsstreit um die Kinder.

Laut dem Polizeichef von Chonburi, Generalmajor Nanthachat Supamongkol, soll sich ein Untersuchungsausschuss mit der offenbar irregulären Festnahme befassen. Der prominente Anwalt Kerdpol Kaewkerd sagte, dass der Ehemann die Polizei und die Armee wegen ihrer exzessiven Gewaltanwendung verklagen und außerdem in Erwägung ziehen sollte, Anklage gegen seine Ehefrau und ihre Verwandten wegen Körperverletzung und falscher Anschuldigungen zu erheben. Es sei eine illegale Festnahme gewesen. Es habe keinen von einem Gericht ausgestellten Haftbefehl gegeben. Die Behauptung der Polizei, der Vater würde eine Szene machen und müsse deshalb weggeschafft werden, rechtfertigte die Behandlung nicht.

Der Mann aß mit seinen zwei Töchtern in der Schule zu Mittag, als seine Frau - von der er sich vor fünf Jahren getrennt hatte - und ihre Verwandten zusammen mit Polizei und Armeeoffizieren auftauchten, die behaupteten, er besitze Drogen und eine Waffe. Beamte, die den schreienden Mann in einer von den sozialen Medien als grobe Behandlung beschriebenen Weise mitnahmen, fanden keine illegalen Gegenstände bei ihm. Er wurde später ohne Anklageerhebung freigelassen.

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 11.08.18 15:39
Herr Franzolet, leider kann ich Ihnen
auf Ihre Zeilen nichts antworten, da ich sie nicht verstanden habe. Ebenso der Zusammenhang mit dem ZDF und ARD hat sich mir nicht erschlossen, da es hier lediglich in Pattaya um die Verhaftung eines Vaters in der Schule seiner Tochter ging.
Ingo Kerp 11.08.18 15:06
Das dürfte für die Frau und die Polizei ein übles Nachspiel haben. Auf die Erklärung der Polizei, warum sie lediglich auf einen Wink der Frau hin so unverhältnismäßig vorgegangen sind, darf man gespannt sein. Dem Mann ist zu wünschen, das der einen guten Anwalt hat, der nicht locker läßt.
Rudolf Lippert 11.08.18 10:49
Gefahr in Verzug
Frau schwärzt Mann in einem langen Beziehungskonflikt an. Das reicht für die Polizei eine grosse Aktion zu starten...(?) . Wenn der Mann in der Schule mit seiner Tochter speist und tatsächlich dort eine Waffe mit sich geführt hätte, wäre eine Konfrontation innerhalb des Schulgeländes sehr gefährlich für die Kinder und unverantwortlich. Warum nicht den Mann zu ende essen lassen und ihn dann, nach Verlassen des Schulgeländes, unauffällig zu verhaften und abzuchecken? Könnte auch in "Zivil" geschehen, also ohne die "Trachtengruppe" wie Schimanski zu sagen pflegte. So aber gab es grosses Kino. Nur dumm für die Polizei, dass die Anschuldigungen sich nicht bewahrheitet haben. .... Oliver Harms: Ich bin auch froh, dass ich im Moment in Thailand leben kann/darf. Jedoch kann ich Ihre Gegenüberstellung TH/D so nicht nachvollziehen.
Hansruedi Bütler 11.08.18 09:35
Der Polizei einen Auftrag geben
Vor wenigen Tagen geschah ähnliches einem CHer in meiner Nähe. Grosses Grundstück, zwei schöne Häuser und seine Thai-Frau wollte sich von einem Tag auf den anderen scheiden lassen und zog aus. Zwei Tage später kam sie mit zwei Polizisten und einem Begleiter. Vor verschlossenem Tor verlangten sie Einlass um Material (natürlich die Chanot-Titel des Besitzes). Mein Bekannter machte Fotos von den Polizisten, worauf der Begleiter ihm mit Zeichen von Halsdurchschneiden eindeutig zeigte, worauf es hinauslaufen könnte! Ich war ihm behilflich einen zuverlässigen Juristen zu finden, der sofort Anzeige erstattete. Es stellte sich schnell heraus die Polizisten waren gekauft (übliches Vorgehen in TH) und jetzt läuft die Angelegenheit zu Ungunsten seiner noch Ehe-Frau! Viele Thai bekommen Angst, wenn die Polizei so vorgeht, auch wenn sich der Beschuldigte nichts getan hat. Wer Geld hat kauft auch in einem "(Un-)Rechtsstaat das Recht!!!
Rainer Franzolet 11.08.18 09:33
Jürgen Franke -die Vorgehensweise der Polizei....
?? Werter Landsmann, die Vorgehensweise der Polizisten hat schlicht was mit guter Kinderstube, Verstand und Professionalität zu tun oder wollen sie diese Fähigkeiten den Thailändern absprechen? Wenn ein Vater mit seinen Kindern zusammen speist, dann kann man sich auch als Polizist entsprechend benehmen. Haben sie keine Kinder? Haben sie schon mal eine Konflikt Situation bewältigt? Ich vermute mal, sie halten ZDF und ARD für Informationsquellen und finden die Herren Kleber und Prantel toll.