USA sehen in Äthiopien Chancen für Verhandlungen

Jeffrey Feltman (L). Foto: epa/Nyunt Win
Jeffrey Feltman (L). Foto: epa/Nyunt Win

WASHINGTON: Die USA sehen trotz der anhaltenden Gewalt in Äthiopien Chancen für Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. «Die Grundlage für Gespräche, die zu einer Deeskalation führen und dann einen Waffenstillstand aushandeln, ist vorhanden», sagte der US-Sondergesandte für das Horn von Afrika, Jeffrey Feltman, am Dienstag nach seiner Rückkehr aus dem ostafrikanischen Land. Konkrete Pläne gebe es bisher aber nicht.

Sorgen bereite, dass Fortschritte durch «alarmierende Entwicklungen» vor Ort eingeholt werden könnten. Leider versuche jede Seite, ihre Ziele mit militärischer Gewalt zu erreichen, sagte Feltman. Angesichts der jüngsten Entwicklungen betonte er auch: «Ich hoffe, dass ich nicht übermäßig optimistisch rübergekommen bin.» Die USA ergriffen für keine der beiden Seiten Partei und setzten auf Diplomatie.

Der Vielvölkerstaat Äthiopien droht durch seit einem Jahr anhaltende Kämpfe zu zerfallen. Das Außenministerium in Washington hat bereits alle US-Amerikaner aufgefordert, das Land zu verlassen. Auch Feltman betonte nun erneut mit Blick auf die Flugverbindungen: «Die US-Botschaft wird US-Bürgern (...) wahrscheinlich nicht bei der Ausreise helfen können, wenn die kommerziellen Optionen nicht mehr zur Verfügung stehen.»

Angesichts des sich immer weiter zuspitzenden Konflikts haben sich zudem die UN dazu entschlossen, die Familien ihrer internationalen Mitarbeiter in dem Land auszufliegen: «Es ist wichtig zu beachten, dass die Mitarbeiter in Äthiopien bleiben werden, um unsere Mandate zu erfüllen», sagte Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York. Es gehe um einige Hundert Personen, die vorläufig im Ausland in Sicherheit gebracht würden. Insgesamt haben die UN eigenen Angaben zufolge mehr als 1000 ausländische Mitarbeiter in Äthiopien.

Regierungschef Abiy Ahmed war 2018 mit dem Versprechen an die Macht gekommen, Äthiopien zu reformieren. Er entmachtete die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die das Land 25 Jahre lang dominierte. Im Herbst 2020 führte die TPLF eigenmächtig Wahlen in ihrer Hochburg, der nördlichen Region Tigray, durch und griff kurz danach eine Militärbasis an. Daraufhin begann die Regierung eine brutale Militäroffensive mit Hilfe des Nachbarlandes Eritrea.

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