USA sagt Hilfe bei Beseitigung von Agent Orange zu

US-Verteidigungsminister James Mattis am Mittwoch bei seinem Besuch auf dem vietnamesischen Luftstützpunkt  Bien Hoa. Foto: epa/Stringer
US-Verteidigungsminister James Mattis am Mittwoch bei seinem Besuch auf dem vietnamesischen Luftstützpunkt Bien Hoa. Foto: epa/Stringer

HANOI (dpa) - US-Verteidigungsminister James Mattis hat weitere Hilfe bei der Beseitigung des giftigen Entlaubungsmittels Agent Orange in Vietnam zugesagt. Das teilte der US-Botschafter in dem südostasiatischen Land in einem Schreiben mit. Mattis war zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Vietnam gereist und besuchte auch die ehemalige US-Basis Bien Hoa bei Ho-Chi-Minh-Stadt. Agent Orange wurde von den US-Amerikanern im Vietnamkrieg großflächig versprüht. Das dioxinhaltige Mittel verursacht schwere Gesundheitsschäden und Geburtsfehler.

Die Gegend am damaligen Luftwaffenstützpunkt Bien Hoa, wo die Chemikalie gelagert wurde, ist bis heute verseucht. Die US-Regierung hat sich verpflichtet, die kontaminierten Bereiche der Basis zu reinigen und wiederherzustellen.

Nach offiziellen Angaben haben drei Millionen Menschen in Vietnam Folgeschäden wegen Agent Orange, mindestens 150.000 Kinder wurden mit Behinderungen geboren. Die USA haben sich für den Einsatz des Mittels nie offiziell schuldig bekannt. Mit verschiedenen Projekten beteiligen sie sich aber daran, die Folgen zu mildern.

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Hansruedi Bütler 18.10.18 13:23
Agent Orange - Seveso lässt grüssen
Diese weitflächige Vergiftung mit Agent Orange (AO), dessen tödliche Verunreinigung das 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (bekannt als Sevesogift) ausmachte, hätte weitgehend verhindert werden können! Bayer synthetisierte das Herbizid 2,4,5-T, welches als Natriumsalz zur Beseitigung diverser Unkräuter in Europa eingesetzt wurde. Bei Revisionen der Produktionseinheiten (Schmierölwechsel, Austausch von Verschleißteilen), kam es immer wieder zu ernsthaften Erkrankungen mit Todesfällen. Bayer intern hat man schnell herausgefunden, dass Verunreinigungen, die während der Produktion entstanden, sich im Öl und Fett anreicherten und so die Arbeiter bei einer Revision tötete! Die verursachende Substanz wurde als 2,3,7,8-TCDD erkannt und alle Daten wurden nach außen geheimgehalten. Da Monsanto nicht genügend AO für Vietnam herstellen konnte, lieferte Bayer große Mengen in die USA. Die Daten der tödlich giftigen Verunreinigung übermittelte Bayer an Monsanto! Ob die Armee über die tödliche Fracht informiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis! Mit einer Aufreinigung konnte man 2,3,7,8-TCDD entfernen und so entgiften! Nur wollte man das??? 2,3,7,8-TCDD ist in der Natur mehrere Hundert Jahre aktiv!!! Eine sachgerechte und schnelle Vernichtung gelingt nur im Hochtemperaturofen bei mindestens 900°C! Seinerzeit 1976/77 arbeitete ich bei HLR Basel an einer chemischen Zerstörung von Dioxin und war indirekt über meinen Chef in den Unfall integriert.