Bündnis mit Japan ist Eckpfeiler für Frieden

​US-Vizepräsidentin

US-Vizepräsidentin Kamala Harris (L) und der japanische Premierminister Fumio Kishida (R) schütteln sich vor dem bilateralen Treffen zwischen Japan und den USA im Akasaka Palace State Guest House in Tokio die Hände. Foto: epa/David Mareuil
US-Vizepräsidentin Kamala Harris (L) und der japanische Premierminister Fumio Kishida (R) schütteln sich vor dem bilateralen Treffen zwischen Japan und den USA im Akasaka Palace State Guest House in Tokio die Hände. Foto: epa/David Mareuil

TOKIO: Japan und die USA wollen ihre Sicherheitsallianz weiter stärken. Bei einem Treffen mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris am Vorabend des Staatstrauerakts für den kürzlich ermordeten japanischen Ex-Regierungschef Shinzo Abe sagte dessen Nachfolger Fumio Kishida am Montag, Abe habe die Stärkung der Beziehungen zwischen beiden Ländern mit «Herz und Seele» betrieben. «Ich halte es für meine Pflicht, seine Bestrebungen fortzusetzen», sagte Kishida. Auch Harris pries Abe als «Verfechter der US-japanischen Allianz» und eines freien und offenen Indopazifiks. Auch die USA fühlten sich verpflichtet, weiter auf diesem Erbe aufzubauen, sagte Harris.

Es war für Kishida der Auftakt zu einer ganzen Serie von Treffen mit ausländischen Würdenträgern rund um den Staatstrauerakt für Abe - japanische Medien sprechen denn auch von «Trauerdiplomatie».

Abe war am 8. Juli während einer Wahlkampfrede in der Stadt Nara von einem Ex-Militär erschossen worden. Der Attentäter hatte angegeben, Abe aus Hass auf die umstrittene Mun-Sekte ermordet zu haben. Seine Mutter habe die Familie mit horrenden Spenden an die Sekte, zu der Abe Verbindungen hatte, finanziell ruiniert und zerstört. Kurz nach Abes Ermordung hatte Kishida einen staatlichen Trauerakt für den Rechtskonservativen angekündigt, was jedoch auf zunehmende Kritik stößt. Am Vorabend des Trauerakts kam es erneut zu Protestaktionen.

Abe gilt zwar weltweit als verdienter Staatsmann, im eigenen Land war er aber mit seiner nationalistischen Agenda und seiner Verstrickung in Skandale um Vetternwirtschaft umstritten. Hinzu kommen Abes Verwicklungen - und die seiner regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) - in die Mun-Sekte.

In Japan ist ein Staatstrauerakt für einen Ex-Premier seit dem Zweiten Weltkrieg unüblich. Seither gab es dies nur einmal, 1967 für Shigeru Yoshida. Eine Rechtsgrundlage dafür gibt es nicht. Zu dem Trauerakt für Abe werden rund 4300 Gäste erwartet, darunter rund 700 ausländische Würdenträger wie Harris sowie die Premierminister Südkoreas, Indiens und Australiens.

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