US-Schauspielgewerkschaft besiegelt neuen Vertrag mit Studios

SAG-AFTRA-Mitglied Bruce D. Mitchell nimmt an einer postapokalyptischen Streikpostenkette vor den Netflix-Studios teil. Foto: Chris Pizzello/Invision/ap/dpa
SAG-AFTRA-Mitglied Bruce D. Mitchell nimmt an einer postapokalyptischen Streikpostenkette vor den Netflix-Studios teil. Foto: Chris Pizzello/Invision/ap/dpa

NEW YORK: Monatelang hatte es in Hollywood so gut wie keine Arbeit an neuen Film- und Serienprojekten gegeben. Nun ist das Streikende offiziell beschlossen.

Mitglieder der US-Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA haben mit großer Mehrheit den neuen Vertrag mit den Filmproduktionshäusern ratifiziert. Damit findet ein monatelanger Streik in der Filmbranche offiziell sein Ende, nachdem die Gewerkschaft vor einem Monat mit dem Verbund der großen Studios und Streaming-Anbieter AMPTP bereits eine vorläufige Einigung über Mindestvergütungen und bessere Versicherungsbedingungen erzielt hatte.

Für Filmfans bedeutet das, dass sie 2024 mit einigen großen Starts rechnen können, die dieses Jahr wegen des Streiks nicht herauskamen. «Dune 2» oder «Deadpool 3» gehören dazu. Die Dreharbeiten an populären Formaten wie dem neuen «Mission Impossible» oder der Netflix-Serie «Stranger Things» sollen nun weitergehen oder haben bereits begonnen.

78 Prozent der Abstimmungsteilnehmer stimmten für eine Ratifizierung der bis Ende Juni 2026 geltenden Vereinbarung, teilte die SAG-AFTRA am Dienstag (Ortszeit) mit. «Das ist ein goldenes Zeitalter für die SAG-AFTRA, und unsere Gewerkschaft war noch nie so mächtig», feierte Präsidentin Fran Drescher die Besiegelung des Vertrags in einer Mitteilung. Nur rund 38 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder hatten an der Abstimmung teilgenommen.

Der neue Vertrag, den die Gewerkschaft auf über eine Milliarde Dollar beziffert, erhöht die Mindestlöhne im ersten Jahr um sieben Prozent und in den Folgejahren um vier und 3,5 Prozent. Außerdem gibt es künftig etwa einen erfolgsabhängigen Streaming-Bonus.

Die Vereinbarung bietet außerdem erstmals Schutz vor dem regellosen Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). So legt der Vertrag zum Beispiel fest, dass die Schauspieler einer digitalen Nachahmung via KI zustimmen müssen und dass die beabsichtigte Verwendung der KI-Darbietung vorab konkret mitgeteilt werden muss.

Mitglieder der Schauspielgewerkschaft hatten im Juli ihre Arbeit niedergelegt und sie erst nach der vorläufigen Einigung am 9. November wieder aufgenommen.

Mit der Drehbuchautoren-Gewerkschaft WGA, die seit Mai 2023 gestreikt hatte, fanden die Studios bereits Anfang Oktober eine Einigung. Erstmals seit mehr als 60 Jahren hatten Mitglieder von Hollywoods Autoren- und Schauspielerzunft gleichzeitig für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Der Ausstand hatte die Produktion von Filmen und Serien über Monate verzögert.

Die Alliance of Motion Picture and Television Producers, die die Studios bei den Verhandlungen vertreten hatte, begrüßte die Abstimmung und sprach von einem «historischen Gewinn und Schutz» für die Künstler.

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