US-Regierung will Druck auf Russland erhöhen

Der bevorstehende Europäische Rat und der G7-Gipfel. Foto: epa/Clemens Bilan
Der bevorstehende Europäische Rat und der G7-Gipfel. Foto: epa/Clemens Bilan

WASHINGTON: Die USA wollen beim G7-Gipfel in Bayern nach Angaben aus dem Weißen Haus wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine den Druck auf Russland erhöhen. Die USA würden bei dem an diesem Sonntag beginnenden Treffen «eine Reihe konkreter Vorschläge» dazu unterbreiten, sagte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter am Mittwoch. Damit solle auch die gemeinsame Unterstützung für die Ukraine demonstriert werden. Auf der Tagesordnung stünden neben weiteren Themen auch die Folgen des Krieges auf Preissteigerungen sowie auf die Energie- und Ernährungssicherheit weltweit.

Die G7 würden zudem «die Vision einer Welt vorantreiben, die auf Freiheit und Offenheit beruht, nicht auf Zwang, nicht auf Aggression und nicht auf Einflusssphären», sagte der Regierungsvertreter weiter. Biden reist an diesem Samstag in Richtung Deutschland ab. In Bayern will der US-Demokrat auch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem bilateralen Treffen zusammentreffen.

Zur «Gruppe der 7» gehören neben Deutschland und den USA die anderen großen demokratischen Industriestaaten Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan an. Deutschland hat derzeit den Vorsitz der Gruppe und ist daher Gastgeber des Gipfels in Schloss Elmau, der von Sonntag bis Dienstag dauert.

Nach dem G7-Treffen kommen am Mittwoch in Madrid die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten zu ihrem zweitägigen Gipfel zusammen. Auch bei diesem Gipfel wird der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Zentrum stehen. Eine US-Regierungsmitarbeiterin sagte am Mittwoch, Biden habe dazu beigetragen, das Bündnis zu revitalisieren und es vereinter als je zuvor zu machen. Der russische Präsident Wladimir Putin sei mit seinem Vorhaben gescheitert, die Nato durch seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu spalten.

Die Biden-Regierung gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Regierung in Kiew. Die USA haben der Ukraine seit Beginn des Krieges im Februar nach eigenen Angaben Waffen und Ausrüstung im Wert von 5,6 Milliarden US-Dollar (5,3 Milliarden Euro) zugesagt oder geliefert. Der US-Kongress hat seit März zwei Pakete beschlossen, in denen Notfallmittel im Zusammenhang mit dem Krieg in Höhe von mehr als 53 Milliarden Dollar bewilligt wurden. Neben direkter militärischer Unterstützung für die Ukraine sind darunter zum Beispiel auch humanitäre und Wirtschaftshilfen vorgesehen.

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Ole Bayern 23.06.22 19:20
Übrigens .....
......Russland bedient zwar seine Anleihen , jedoch jetzt nicht mehr zum festgelegten Kurs , d.h. in festgelegter Schuldwährung, sondern in Rubel.
Russland zahlt trotz der angespannten Sitation weiter fällige Zinsen auf seine Staatsanleihen - allerdings nicht in US$ oder Euro, wie im Schuldbrief festgelegt , sondern in Rubel.
Heute sind die Zinsen auf zwei in den Jahren 2027 und 2047 fällige Bonds, von denen ich auch einige Wenige habe, gezahlt worden, schrieben die Russen die Gläubiger.
Die Zinsen, umgerechnet von US$ in Rubel seien an die russische Zahlungsstelle NSD gesendet worden, teilte mir meine Bank im Mail mit .
Die Russen argumentieren nun, damit sei die Zinszahlung erfüllt, sie machen eben was sie wollen, Verträge gelten nicht .
Das Problem ist jedoch, dass das Geld von dort aus kaum an westliche Banken und damit letztlich an die Gläubiger im Westen weitergeleitet werden kann, da das russische NSD unter die Finanzsanktionen fällt.
Ergo... Es ist wohl doch nicht so viel Geld verfügbar , welches angeblich die Chinesen,Inder usw. Zahlen, um die Anleihen in Höhe von zusammen 235 Mio US$ zum 22.6.2022 zu bedienen, wie die Russen immer behaupten und damit protzen.
Rein formell ist dies ein Zahlungsausfall des russischen Staates ... somit gleicht dies einer beginnenden Staatspleite. Wir werden sehen wie sich dies entwickelt .

VG Ole
Ole Bayern 23.06.22 16:00
Herr Kerp ...mal eine Frage vorweg ...
...hat denn Indien und China alles,was Rußland so benötigt, ich glaube nicht ?
Und die Chinesen werden sich auch niemals so abhängig machen von russischer Energie, wie es Europa tat.
Die Chineses verfolgen global gesehen ganz andere Interessen.
Für die Chinesen sind die Russen auch nur Mittel zum Zweck ihrer globalen Ambitionen.
Letzens habe ich es auch hier gelesen in einem Beitrag, die Mehrmenge an Öl, welche nun China von den Russen abnimmt, ( und das ja auch nur zum Dumpingpreis - z.B. 70 $ / Barrel bei Weltmarktpreis von über 100 $ ) ist für die Russen zwar hlfreich aber keineswegs ausreichend auf Dauer.
Die Chinesen nehmen auch " nur " 10 Mrd m³ p.a. Gas mehr ab als vertraglich vorgesehen.
Unterstellen wir mal, auch diese Zahl wird noch verdoppelt auf z.B. 20 Mrd m³, wäre dies nur gut 13 % der Menge, was nach Europa geliefert wurde: ( 150 Mrd m³ p.a. )
Ebenso beim Öl ... Lieferung aus Russland an China 7 Mio to ... an die EU + UK 100 Mio to - jeweils pro Monat.
Nein - Nein ... das Embargo schmerzt Rußland schon, alles andere ist billige Putin - Probaganda.
Die Russen werden nicht in Armut und Hunger verfallen - vollkommen klar, aber Einschränkungen sind mal angesagt und das Thema Weltmacht ist passe .
Keiner nimmt die Russen mehr für voll in der nächsten Zeit .
Die Russen werden fast überall verachtet derzeit weltweit.
Sie sollen halt mit den Indern und Chinesen Ihre Geschäfte machen, die Geschäfte mit dem Westen, Japan und AUS kompensiert dies niemals.

VG Ole
Ingo Kerp 23.06.22 14:30
Nachdem inzwischen Indien und China als Großabnehmer für russ. Oel eingesprungen sind, zu welchem Sonderpreis auch immer, haben die Russen jetzt freie Hand den Westen weiter zu beliefern oder einzuschränken. Ein sofortiger Gas- und / oder Oelstop aus RUS würde für einige bisherige Kunden im Westen ein großes Problem darstellen. Da RUS aus bisherigen Lieferungen über einen Berg an Fremdwährung verfügt, koennte es damit in Indien und CHN einkaufen, was es benoetigt.
Leo 23.06.22 12:40
US Regierung will Druck auf Russland erhöhen.
Wenn ich die Medienberichte über den Umgang des Westen gegenüber Russland lese, kommt mir nur eine Aussage in den Sinn; "MEHR SCHEIN ALS SEIN"! Der Westen glaubt wirklich dass mit Waffenlieferungen und Milliarden Dollars an die Ukraine der Krieg beendet werden könne. Dass damit aber die Lage im Kriegsgebiet noch brutaler und vorallem länger noch dauern wird, wird vergessen! Bei all den vom Westen verhängten Sanktionen gegen Russland gibt es nur einen Gewinner, die Grossmacht China welche mit Russland verbündet ist! Der Westen hat einfach grosse Angst vor Russland und klammert sich nun an jeden Strohhalm. Und was will die ach so grosse und starke NATO unternehmen wenn Russland wirklich Litauen angreifen sollte? Da bliebe kein Spielraum mehr, da jetzt schon alles ausgespielt wurde. Russland wird, ob wir es wollen oder nicht, gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.