US-Börsen: Erneut Verluste wegen Corona-Sorgen

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NEW YORK: Die anfänglichen Käufer an der Wall Street haben am Mittwoch schnell wieder den Rückzug angetreten. Der Dow Jones Industrial drehte schon früh ins Minus und verlor am Ende 0,58 Prozent auf 28.514,00 Punkte. Bereits tags zuvor hatte der US-Leitindex seiner vorherigen Rally etwa Tribut gezollt und um gut ein halbes Prozent nachgegeben.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es zur Wochenmitte um 0,66 Prozent auf 3488,67 Punkte bergab. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100, der am Dienstag nur knapp ins Minus gerutscht war, verlor letztlich 0,81 Prozent auf 11.985,36 Zähler.

Zunächst hatten durchwachsene Unternehmensnachrichten und Sorgen wegen der weltweiten Entwicklung der Corona-Infektionszahlen die Risikobereitschaft gebremst. Dann sorgte US-Finanzminister Steven Mnuchin für einen zusätzlichen Stimmungsdämpfer. Er will zwar weiter verhandeln, hält aber eine Einigung mit den Demokraten auf ein weiteres Corona-Konjunkturprogramm noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November für schwierig.

Die jüngsten Geschäftszahlen aus der Bankenbranche stießen am Markt auf ein verhaltenes Echo. Während die Aktien von Goldman Sachs immerhin 0,2 Prozent gewannen, büßten die Titel der Konkurrenten Bank of America und Wells Fargo fast fünfeinhalb beziehungsweise sechs Prozent ein.

Goldman Sachs konnte den Quartalsgewinn dank des florierenden Börsenhandels in der Corona-Krise fast verdoppeln und die Erträge um 30 Prozent steigern. Damit übertraf die Investmentbank die Analystenerwartungen deutlich. Dagegen berichtete die Bank of America angesichts hoher Rückstellungen für faule Kredite sowie niedriger Zinsen über eine rückläufige Geschäftsentwicklung. Ähnlich erging es Wells Fargo - Analysten hatten mit besseren Zahlen gerechnet.

Beim Krankenversicherer UnitedHealth stand ein Kursrückgang von knapp drei Prozent zu Buche, womit die Aktien Schlusslicht im Dow waren. Dass die vielen Corona-Infektionen im dritten Quartal nicht so stark am Gewinn gezehrt hatten wie befürchtet, half ihnen nicht.

Übernahmepläne in der Ölbranche sorgten indes für Begeisterung. Die Papiere von Concho Resources sprangen um gut zehn Prozent hoch, nachdem aus Insiderkreisen zu hören war, dass der Ölriese ConocoPhillips Übernahmegespräche mit dem Konzern führt, die allerdings noch in einem frühen Stadium seien. ConocoPhillips-Aktien sanken um ein Prozent.

Eine Reaktion beider Unternehmen steht bislang aus. Angesichts eines Unternehmenswerts von Concho Resources von rund 13 Milliarden US-Dollar wäre es die größte Übernahme im Sektor seit Jahresbeginn - wohl noch vor dem jüngsten Kauf von Noble Energy durch Chevron.

Derweil verpasste der Lkw- und Bushersteller Traton den Aktionären von Navistar eine kalte Dusche. Die Volkswagen-Tochter setzte ihnen in der Hängepartie um die geplante Übernahme des US-Konkurrenten eine Frist. Man habe Navistar darüber informiert, dass das bisherige Angebot am 16. Oktober um 18.00 Uhr (MESZ) auslaufe. Die angehobene Offerte vom 10. September beläuft sich auf 43 Dollar pro Aktie in bar. Die Aktien von Navistar, die seitdem bis auf mehr als 44 Dollar geklettert waren, schlossen gut 19 Prozent tiefer bei 36 Dollar.

Für den Euro ging es nach dem Schwächeanfall vom Vortag wieder etwas nach oben: In New York war die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1750 Dollar wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1750 (Dienstag: 1,1787) Dollar festgesetzt und der Dollar hatte damit 0,8511 (0,8484) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen profitierten von ihrem Status als «sicherer Hafen» und legten ein wenig zu: Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg um 0,01 Prozent auf 139,21 Punkte, während die Rendite zehnjähriger Anleihen auf 0,72 Prozent sank.

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