US-Außenminister Pompeo startet Europa-Reise in Pilsen

US-Aussenminister Michael R. Pompeo. Foto: epa/David Swanson
US-Aussenminister Michael R. Pompeo. Foto: epa/David Swanson

PILSEN: US-Außenminister Mike Pompeo hat am Dienstag in Tschechien eine fünftägige Europa-Reise begonnen, die ihn auch nach Slowenien, Österreich und Polen führen wird. Zum Auftakt traf Pompeo im westböhmischen Pilsen (Plzen) mit seinem Kollegen Tomas Petricek zusammen. Dort erinnerte der republikanische Politiker an die Befreiung der Stadt von der nationalsozialistischen Besatzung durch die US-Armee vor 75 Jahren.

«Ich kann mir vorstellen, was für eine Freude es war, als die US-Panzer und Jeeps durch die Straßen von Pilsen gerollt sind», sagte Pompeo. Beide Politiker besuchten ein Museum und ein Denkmal, die dem damaligen US-General George S. Patton (1885-1945) gewidmet sind. Auf dem weiteren Programm stand zudem ein Brauereibesuch.

Petricek wollte mit Pompeo nach eigener Aussage auch über die Lage in Weißrussland nach der Präsidentenwahl und mögliche Reaktionen sprechen. Bei den politischen Gesprächen im Verlauf der Reise wird es zudem um die Sicherheit der neuen 5G-Mobilfunknetze gehen.

Pompeo warnt seit langem vor angeblichen Risiken der Zusammenarbeit mit chinesischen Technologieausrüstern wie Huawei. In Slowenien soll dazu eine Erklärung unterzeichnet werden. In Warschau geht es um eine Stärkung der US-Militärpräsenz in dem Nato-Mitgliedstaat.

Erwartet wird, dass Pompeo für eine stärkere Unabhängigkeit bei der Energieversorgung von Russland wirbt. Das dürfte ein Thema beim Treffen mit Regierungschef Andrej Babis am Mittwoch in Prag sein. Der 56 Jahre alte Pompeo ist seit April 2018 Außenminister der Vereinigten Staaten. Zuvor war er Direktor des Geheimdienstes CIA.

Obwohl der US-Chefdiplomat gleich drei deutsche Nachbarländer bereist, liegt die Bundesrepublik nicht auf seiner Reiseroute. Im Verhältnis zwischen Berlin und Washington gibt es aktuell bei verschiedenen Themenfeldern Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte erst kürzlich einen teilweisen Abzug der amerikanischen Truppen aus Deutschland angekündigt - und damit innerhalb der Nato viele Fragen aufgeworfen.

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