Urteile gegen Aung San Suu Kyi wahrscheinlich bis Mitte August

Burmas Staatsrätin Aung San Suu Kyi inspiziert eine Ehrengarde. Foto: epa/Martin Divisek
Burmas Staatsrätin Aung San Suu Kyi inspiziert eine Ehrengarde. Foto: epa/Martin Divisek

NAYPYIDAW: In Myanmar sollen voraussichtlich bis Mitte August die Urteile gegen die entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi verkündet werden. Die Friedensnobelpreisträgerin wird nach dem Militärputsch von Anfang Februar in dem südostasiatischen Land verschiedener Vergehen beschuldigt. «Alle Fälle wurden als «einfach» eingestuft und sollen innerhalb von 180 Tagen abgeschlossen sein», teilte einer ihrer Anwälte, Khin Maung Zaw, am Montag nach einem Verhandlungstermin in der Hauptstadt Naypyidaw mit.

Die 75-jährige sitzt seit dem Putsch im Hausarrest - wie zu Zeiten der früheren Militärdiktatur. Suu Kyi werden unter anderem Verstöße gegen Außenhandelsgesetze, ein Staatsgeheimnisgesetz aus der Kolonialzeit und Corona-Maßnahmen zur Last gelegt. Am schwersten wiegt der Vorwurf, «Anstiftung zum Aufruhr» betrieben zu haben. Vermutet wird, dass das Militär die Ex-Regierungschefin mittels der Verfahren auf Dauer aus der Politik heraushalten will.

Vor zwei Wochen hatte Suu Kyi erstmals seit dem Umsturz Zugang zu ihren Anwälten bekommen. Am Montag traf sie ihr Verteidigungsteam erneut. Sie scheine bei guter Gesundheit zu sein, so Khin Maung Zaw. Sie habe die Anwälte aber gebeten, Lebensmittel und einige Medikamente zu besorgen, weil sie diese nicht von der Junta akzeptieren wolle, hieß es. Suu Kyi stand in der Vergangenheit bereits insgesamt 15 Jahre unter Hausarrest.

Myanmar (ehemals: Birma) versinkt seit dem Putsch in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden mindestens 849 Menschen getötet. Mehr als 5800 wurden festgenommen. Erst am Samstag starben im Süden des Landes etwa 20 Zivilisten bei Zusammenstößen mit Soldaten.

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