Untersuchung von Reis-Deal angeordnet

Junge Firma gewinnt Großauftrag für alten Reis

Foto: The Nation
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KAMPHAENG PHET: Das Handelsministerium hat eine Überprüfung der Firma V8 Intertrading Ltd. angeordnet, nachdem diese überraschend einen Regierungsauftrag zum Kauf von 15.000 Tonnen alten Reis gewonnen hat. Die V8 Intertrading, erst seit vier Jahren auf dem Markt, bot 286 Millionen Baht für den Reis, der noch aus der Zeit der Regierung Yingluck Shinawatra stammt.

Diese Entscheidung löste öffentliche Besorgnis aus, da das Unternehmen mit einem Grundkapital von nur 2 Millionen Baht und einem geringen Jahresgewinn von 246.180 Baht im letzten Jahr als finanziell unterdimensioniert gilt. „Die Untersuchung wird sicherstellen, dass V8 Intertrading den Vertrag erfüllen kann“, erklärte Handelsminister Phumtham Wechayachai, der auch stellvertretender Premierminister ist.

Die Public Warehouse Organisation (PWO) hatte am Montag (17. Juni 2024) die Gebote bekanntgegeben, bei denen V8 Intertrading als Höchstbietender auffiel.

Kritiker befürchten, dass das junge Unternehmen nicht die notwendige Kapitaldecke besitzt, um einen solch umfangreichen Vertrag zu managen. Phumtham betonte jedoch, dass der endgültige Preis noch verhandelbar sei und nicht unter das Angebot des zweithöchsten Bieters fallen werde.

Auf Nachfrage zu möglichen Angebotsmanipulationen sagte Phumtham: „Ich bin mir nicht sicher, aber wir werden diese Frage gründlich untersuchen. Sollten Beweise für Manipulationen oder Preisabsprachen gefunden werden, werden die beteiligten Parteien zur Verantwortung gezogen.“

Des Weiteren wies der Minister Befürchtungen zurück, der Bieter könnte den alten Reis mit neuem mischen und als frisch verkaufen. „Nach der Vertragsunterzeichnung muss der Gewinner sicherstellen, dass der Reis einem Qualitätsverbesserungsprozess unterzogen wird, der streng von der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde überwacht wird“, sagte Phumtham. Er fügte hinzu, dass der Reis, falls exportiert, ebenfalls strengen Kontrollen unterliegen werde.

Die Regierung hält es für oberste Priorität, die Reisbestände unter Wahrung der nationalen Interessen freizugeben und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Verfahrensstandards eingehalten werden.

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Hermann Hunn 20.06.24 19:40
@Roland Rieser: rektales Rektifikat desinfiziert?
Ob man das Gebräu von Alkohol befreit oder gegenteilig aus Ersterem den Alk gewinnen will, sind wohl zwei verschiedene Paar Schuhe. Abgesehen davon, dass eine Diskussion über VT (Verfahrenstheorie ☺) wenig bis nichts mit dem Reisverkauf am Hut hat, ist "rektifiziert" ein schwaches Verb und wird nach alter oder neuer Rechtschreibung kleingeschrieben. "Mehrstufige Destillierung" wäre wohl eine bessere Bezeichnung, die selbst einem Ottonormalverbraucher verständlich ist. Hinter dem Begriff "mehrstufig" verbergen sich notabene differierender Dampfdruck (Bar) und Temperatur (Celsius).

Ein verwerflicher Aspekt ist allerdings die Hortung von Grundnahrung mit dem Hintergedanken einer Gewinnoptimierung. Ein Notvorrat kann es nicht gewesen sein, da spielt das FiFo-Gesetz (first in, first out).
Roland Rieser 20.06.24 13:30
Destillation
Da schreibt der Herr Bütler Druckdestillation und meint wahrscheinlich Vakuumdestillation.
Ich habe in unserem Betrieb selber eine Vakuum Destillation betrieben um alkohlfreies Bier herzustellen, da hält sich der Energie Einsatz in Grenzen.
Hansruedi Bütler 20.06.24 12:43
Das ist doch die Idee,
wenn es nicht einen Haken dazu gäbe.
1. Der Preis des alten Reises ist für Gärungszwecke viel zu hoch.
2. Der Reis muss in Wasser verzuckert werden und daraus mit viel Energie (Geld)
der ETOH abdestilliert werden.
3. Das erhaltene Destillat muss vom Restwasser nochmals via Druckdestillation
Rektifiziert werden.
4. Der so erhaltene wasserfreie Alkohol ist um einiges teurer als Benzin.
5. All dies wissen die Behörden schon lange, da auf diese Weise in TH ETOH
gewonnen wird.
Roland Rieser 20.06.24 12:42
Reis Deal
Wie immer hat die Villa Germania natürlich einen Kommentar zu Allem und muss das jedem mitteilen auch wenn er vom Ganzen keine Ahnung hat.
Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, würden sie den Reis am Besten im Inland in der Bierproduktion verarbeiten.
Die Begasung um Kornkäfer fern zu halten hätte da am wenigsten Einfluss und den Enzymen, die die Stärke in Maltose aufspalten, denen wäre das egal, zumal die Getreidesilosos der Brauereien auch begast werden.
Bei 40% Gerstenmalz Einsatz können 60% Prozent Reis Surrogat verarbeitet werden.
Wenn davon nur die Hälfte mit dem alten Reis bedient wird, wären die 15'000 Tonnen in einer Grossbrauerei wie der Singha in 1 Jahr verbraut.
Ich als Braumeister hätte keine Bedenken, das zu tun, im Endprodukt würde man das nicht analysieren können.
Beim letzten Mal gab es ein Kommentar über den Brauprozess, die betreffende Person hatte aber keine Ahnung der Bierherstellung
Hartmut Wirth 19.06.24 16:20
@Roland Rieser
DAS ist doch DIE Idee: den Reis veredeln zu Alkohol. Hier "brauen" die Thais zu besonderen Festen ja auch aus Reis ein Gebräu ähnlich "Neuem Wein". Schmeckt sehr lecker (nur das Kopfweh am nächsten Tag ...)

Und noch ein Vorteil für den Fiskus: Steuereinnahmen für Alkohol. Was begehrt das Herz mehr :-))
Roland Rieser 19.06.24 15:20
Ethanol
Sollte der Reis für die menschliche und tierische Ernährung ungeeignet sein, ich habe da noch nichts gelesen, dass das so wäre, in diesem Fall kann man auch 100% Reis mit Hilfe technischer Enzyme verzuckern und Aethylalkohol produzieren und dem Treibstoff zusetzen. Alkohole haben eine hohe Oktanzahl
Ingo Kerp 19.06.24 14:30
Es ist doch wohl davon auszugehen, das im Falle eines Vorvertrages die Firma V8 Intertrading Ltd. eine Bankbestätigung über den noch zu erzielenden Kaufpreis über zumindest 200 Mio THB vorweisen kann. Ansonsten wäre eine Verhandlung doch komplett sinnlos.
Guenter Scharf 19.06.24 14:10
Reis als Tierfutter oder für Menschen
@Dieter Kowalski, 19.06.24, 08:40: Den Reis als Tierfutter zu deklarieren, hätte wohl keinen Verkauspreis von 286 Mio. Baht oder etwas weniger (wie der zweitbeste Bieter) gebracht.
Dieter Kowalski 19.06.24 08:40
Was die für ein Theater mit dem alten Reis aufführen, ist schon unglaublich.
Warum wurde der nicht einfach als Tierfutter deklariert und verfüttert?
Chris Jomtien 18.06.24 21:00
Flexibilität
Sehr interessant das der Minister dem Ersteigerer in aller Öffentlichkeit anbietet über den Preis nachverhandeln zu können, solange er das zweithöchste Gebot nicht unterschreitet.
Mich würde auch interessieren wie das Qualitätsverbesserungsprozess funktioniert, ohne den alten Reis mit Jüngeren zu mischen.