Mehr als 500.000 Kindern in Somalia droht der Hungertod

​Unicef 

In einem Lager für Binnenflüchtlinge in Belet Weyne spielen Kinder (R) vor ihren provisorischen Zelten. Foto: epa/Daniel Irungu
In einem Lager für Binnenflüchtlinge in Belet Weyne spielen Kinder (R) vor ihren provisorischen Zelten. Foto: epa/Daniel Irungu

GENF: Mehr als eine halbe Million Kinder im ostafrikanischen Somalia stehen nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef vor akuter, lebensbedrohlicher Unterernährung. Ohne weitere Hilfsgüter seien 513.550 Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren nach aktuellen Schätzungen in Gefahr, in den kommenden Wochen aufgrund von Hunger zu sterben, sagte James Elder von Unicef laut Mitteilung bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Genf.

Unterernährte Kinder haben Unicef zufolge eine elf Mal höhere Wahrscheinlichkeit, an Krankheiten wie Durchfall oder Masern zu sterben. Beide Krankheiten seien in diesem Jahr schon vermehrt bei Kindern aufgetreten.

Vergangene Woche hatten die Vereinten Nationen bereits vor einer dramatischen, unmittelbar bevorstehenden Hungersnot in Somalia gewarnt. Zwischen Oktober und Dezember seien die Regionen Baidoa und Burhakaba voraussichtlich von Hunger betroffen.

Die Situation in Somalia entwickle sich ähnlich dramatisch wie bei der Hungersnot in 2011, sagte Etienne Peterschmitt, Vertreter der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) in Somalia.

Der Ausfall von vier Regenzeiten in Folge sowie jahrelange Gewalt haben laut UN die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln behindert. Das Land am Horn von Afrika mit etwa 16 Millionen Einwohnern wird seit Jahren durch Anschläge erschüttert. Die islamistische Terrororganisation Al-Shabaab kontrolliert weite Teile des Südens und der Zentralregionen.

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