Not der Binnenflüchtlinge in Gaza übersteigt Kapazitäten

​UN 

Grafik: Vereinten Nationen
Grafik: Vereinten Nationen

GAZA: Mit dem Voranschreiten des Gaza-Kriegs wächst die Kritik am Vorgehen des israelischen Militärs. Die Lage der Zivilbevölkerung ist laut UNRWA katastrophal - und die Hilfe für sie ungenügend.

Angesichts der heftigen Kämpfe und einer neuen Massenflucht im Süden des Gazastreifens sieht sich das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA nicht mehr im Stande, alle Schutz suchenden Menschen zu versorgen. Israel fordere die Menschen in Chan Junis, der größten Stadt im Süden, auf, «nach Rafah zu ziehen, um Hilfe zu erhalten - aber wir sind nicht in der Lage, Hunderttausende Binnenflüchtlinge zu versorgen», schrieb der UNRWA-Direktor für Gaza, Thomas White, am Dienstag auf der Plattform X, vormals Twitter.

Israels Armee ist nach der Ausweitung ihrer Bodeneinsätze in dem abgeriegelten Küstenstreifen nun auch nach Chan Junis vorgedrungen. Zivilisten wurden dazu aufgerufen, Teile der Stadt zu verlassen, weil diese nun Kampfgebiet seien. Hunderttausende waren zuvor aus dem bereits seit Wochen umkämpften Norden in den Südteil des Gazastreifens geflohen. White schrieb, seine Organisation werde am Dienstag ihre letzten 300 Zelte verteilen. «Tausende leben ohne Obdach im Freien.» Es werde noch mehr Tote geben, warnte er.

Die Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen ist vielerorts desolat. Menschen kampieren in provisorischen Zeltlagern oder im Freien. Angesichts des Leids wächst auch die internationale Kritik am Vorgehen des Militärs. Israel reagiert mit seinen Angriffen auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober mit mehr als 1200 Toten.

Seither sind nach Angaben des UNRWA-Generalkommissars Philippe Lazzarini auch 130 Mitarbeiter der UN-Organisation in dem Küstenstreifen ums Leben gekommen. «Niemand bleibt verschont - eine verheerende und endlose menschliche Tragödie», schrieb er auf X.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.