UN-Menschenrechtsbüro ruft Iran zu Dialog mit Bevölkerung auf

Foto: epa/Murtaja Lateef
Foto: epa/Murtaja Lateef

GENF (dpa) - Das UN-Menschenrechtsbüro hat die iranische Regierung mit Blick auf die landesweiten Proteste dazu aufgerufen, mit der Bevölkerung in einen Dialog zu treten. «Proteste dieser Art und dieses Ausmaßes sind ein Zeichen für tiefsitzende und oft begründete Missstände, die nicht einfach beiseite geschoben werden können», sagte UN-Sprecher Rupert Colville am Dienstag in Genf.

«Wir sind sehr besorgt über die berichteten Verstöße gegen internationale Normen und Standards hinsichtlich der Anwendung von Gewalt, eingeschlossen der Verwendung von scharfer Munition gegen Demonstranten», so Colville. Er rief die Regierung auch dazu auf, den Zugang zum Internet und zu anderen Kommunikationsformen sofort wiederherzustellen.

Bei den landesweiten Protesten im Iran gegen höhere Benzinpreise sind nach Angaben iranischer Medien seit Freitag neun Menschen ums Leben gekommen. Es handele sich um vier Demonstranten, drei Mitglieder der Revolutionsgarden und zwei Polizisten, hieß es in den Berichten der staatlich kontrollierten und damit fast amtlichen Medien vom Dienstag. Etwa 1000 Menschen seien festgenommen worden. Einigen der Anführer drohten die Revolutionsgarden, eine dem System besonders loyale Elitetruppe, mit der Todesstrafe.

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