UN-Menschenrechtler fürchtet um Julian Assanges Leben

Foto: epa/Salvatore Di Nolfi
Foto: epa/Salvatore Di Nolfi

GENF (dpa) - Das Leben von Wikileaks-Gründer Julian Assange ist nach Ansicht eines UN-Sonderberichterstatters in Gefahr.

Der inhaftierte Gründer der Enthüllungsplattform habe schon im Mai typische Anzeichen von «psychologischer Folter» gezeigt, aber die britischen Behörden kümmerten sich nicht darum, schrieb der Sonderberichterstatter zum Thema Folter, Nils Melzer, am Freitag in Genf. Seit seiner Inhaftierung habe sich seine Gesundheit stetig verschlechtert, sein Leben sei jetzt in Gefahr.

Die USA haben einen Auslieferungsantrag gestellt. Sie werfen Assange vor, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan veröffentlichen zu haben. Bei einer Verurteilung in allen Punkten drohen ihm 175 Jahre Haft. Er hatte 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht gefunden, war nach dem Entzug des Botschaftsasyls aber im April festgenommen worden. Die Anhörungen über die Auslieferung sollen voraussichtlich Anfang nächsten Jahres stattfinden.

Assange habe seine Haftstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen inzwischen abgesessen und werde nur noch wegen des Auslieferungsantrags festgehalten. Er werde im Gefängnis isoliert und überwacht, was in solchen Fällen nicht nötig sei, sagte Melzer. Außerdem habe er keinen freien Zugang zu Dokumenten und Anwälten. Melzer verlangte Assange Freilassung und eine Ablehnung der Auslieferung.

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JoHu 07.11.19 01:03
@N.K.L.
Na dann sind Sie mal froh, dass Sie sowohl Insider- als auch Outsider-Wissen zu besitzen scheinen! Und wie mir scheint, noch nicht einmal eine Wissenslücke in Sachen Verschwörungstheorien! Ooha, was 'n toller Hecht!
Norbert Kurt Leupi 06.11.19 14:00
Enthüllungen Assange /Herr JoHu
Also bei diesem , Ihrem Kommentar , zeigt sich , dass Sie weder In-noch Outsiderwissen haben , sondern eher eine Wissenslücke über die damalige Obama / Killary Clinton - Administration an den Tag legen !
Hansruedi Bütler 06.11.19 10:20
Schandtaten
@JOHU Das ist leider kein Insiderwissen; sondern ist für JEDER-MANN nachprüfbar. Ich glaube kaum, dass Millionen Menschen deswegen um ihr Leben fürchten müssen!!! Eventuell höchstens DIE, die wegschauen!!!
JoHu 06.11.19 10:02
@ Hansruedi Bütler
Also wenn ich soviel Insiderwissen und Faktenkenntnis über die Schandtaten von (K)illary Clinton hätte wie Sie, würde ich fast noch mehr um mein Leben fürchten, als dass es Julian Assange tun muss. Passen Sie bloß auf, dass keiner der Agenten Ihren Aufenthaltsort raus findet. An Ihrer Stelle würde ich mich in die Schweizer Bergwelt zurückziehen. Natürlich ohne Smartphone, Internet etc., wodurch man Ihren Standort lokalisieren könnte!
Jürgen Franke 05.11.19 23:05
Dann kann sich die UN für die Sicherheit
einsetzen. Aber diesen Laden nimmt wohl keiner mehr für voll.