Sicherheitsrat hat Glaubwürdigkeitsproblem

Foto: epa/Justin Lane
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NEW YORK (dpa) - Die neue amerikanische UN-Botschafterin Kelly Craft hat den Nutzen des Sicherheitsrats in seiner derzeitigen Form in Frage gestellt.

«Wir stehen vor der Welt mit einem Glaubwürdigkeitsproblem da, wenn wir sprechen, ohne zu handeln, aber gleichzeitig argumentieren, dass wir für den globalen Frieden wesentlich sind», sagte Kelly Craft bei ihrer ersten größeren Pressekonferenz anlässlich des einmonatigen US-Vorsitzes im Sicherheitsrat. Wenn sich die Glaubwürdigkeit des mächtigsten UN-Gremiums nicht erhöhe, werde man viel Unterstützung in der Öffentlichkeit verlieren.

Der Sicherheitsrat ist das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen und besteht aus 15 Mitgliedern - fünf ständige mit Vetorecht und zehn wechselnde. In den vergangenen Jahren waren sich die Vetomächte USA, Russland und China bei zentralen Fragen der internationalen Sicherheit selten einig. Sie blockierten sich immer wieder bei Resolutionen zu Syrien und kamen bei den Kriegen und Krisen im Jemen, in Venezuela oder Libyen nicht auf einen Nenner. Jahrelange Versuche, den Rat zu reformieren, sind bislang gescheitert.

Deutschland ist als nichtständiges Mitglied bis Ende 2020 mit Botschafter Christoph Heusgen im Sicherheitsrat vertreten. Kelly Craft war von US-Präsident Donald Trump im September als Nachfolgerin von Nikki Haley zur neuen amerikanischen Botschafterin ernannt worden. Craft ist keine Karrierediplomatin, sondern wurde als Trump-Spenderin zunächst Botschafterin in Kanada und zuletzt Botschafterin am Hauptsitz der Vereinten Nationen. Dort schätzen viele Diplomaten sie als unerfahrenes Leichtgewicht ein.

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