Umweltministerin Schulze will Plastiktüten verbieten

Ein Mann trägt seine Einkäufe in Plastiktüten nach Hause. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will ein Verbot von Plastiktüten in Angriff nehmen. Foto: Sebastian Gollnow/Dpa
Ein Mann trägt seine Einkäufe in Plastiktüten nach Hause. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will ein Verbot von Plastiktüten in Angriff nehmen. Foto: Sebastian Gollnow/Dpa

BERLIN (dpa) - Die Tüte ist auf dem Rückzug. Beim Einkaufen greifen die Verbraucher in Deutschland immer seltener zum Plastikbeutel. Die Umweltministerin will nun trotzdem handeln. Allerdings machen Tüten nur einen Bruchteil des Verpackungsmülls aus.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will ein Verbot von Plastiktüten in Angriff nehmen. «Mein Ministerium erarbeitet gerade die gesetzliche Regelung für ein Plastiktütenverbot», sagte die SPD-Politikerin der «Bild am Sonntag». Eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handel zur Verringerung der Tüten sei bereits sehr erfolgreich, seit 2016 sinke der Verbrauch deutlich. «Das sichern wir jetzt mit dem Verbot ab», so Schulze. Das Ministerium wolle den Gesetzesentwurf «in Kürze» vorlegen, ergänzte ein Sprecher.

Der Ministeriumssprecher bestätigte den Vorstoß am Sonntag auf Twitter und verwies auf Zahlen, wonach 2018 zwei Milliarden Kunststofftragetaschen an den Kassen ausgegeben worden seien. Das entspreche 24 Taschen pro Einwohner im Jahr. Im Vergleich zu 2015 sei der Verbrauch um 64 Prozent zurückgegangen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Ende Juli angekündigt, eine Bundesratsinitiative für ein deutschlandweites Plastiktütenverbot zu starten. Schulze hatte einen solchen Schritt bisher skeptisch gesehen; sie argumentierte, gesetzliche Bestimmungen Nähmen mehr Zeit in Anspruch als freiwillige Schritte.

Noch im Frühjahr hatte ein Sprecher des Umweltministeriums gesagt, bei den Plastiktüten gehe es «im Grunde genommen um Peanuts»: Sie machten weniger als ein Prozent des Verpackungsaufkommens aus Kunststoff aus.

Klassische Plastiktüten an der Kasse kosten inzwischen in sehr vielen Supermärkten etwas - dazu hat das Umweltministerium eine freiwillige Selbstverpflichtung mit dem Handel vereinbart. Auch andere Verpackungen wie die sogenannten Hemdchenbeutel oder auch Plastikfolien um Gurken und andere Früchte sollen zurückgedrängt werden. Schulze will im Herbst eine weitere Vereinbarung mit dem Handel schließen, die vor allem bei Obst und Gemüse für weniger Verpackungen sorgen soll.

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Siam Fan 12.08.19 21:22
SchildaStreich
Wir kaufe jetzt schon extra Mülleimerbeutel, weil Einkaufstüten nicht mehr ausreichen. Grundsätzlich geht das in TH nur, weil hierjede Kameraaufzeichnung von den Verkäuferinnen in der Leerlaufzeit ausgewertet wird. Kommt der Dieb dann wieder in die Ladenkette, gibt es stillen Alarm, ich denke th-weit. Diese Mehrkosten müssen aber alle Kunden tragen! Die Einkaufstüten und Trinkhalme sind aber nur ein minimaler Bruchteil des Plastikabfalls. Da traut sich aber keiner dran.