Ökologische Krisen gemeinsam denken und lösen

​Umweltministerin Lemke 

Bundesministerin für Umwelt Steffi Lemke. Foto: epa/Andreas Gora
Bundesministerin für Umwelt Steffi Lemke. Foto: epa/Andreas Gora

STOCKHOLM: Die ökologischen Krisen der Erde lassen sich nach Ansicht von Bundesumweltministerin Steffi Lemke nur lösen, wenn sie in einem ganzheitlichen Ansatz bekämpft werden. «Wir müssen die planetaren Krisen zusammendenken. Wir haben weder die Zeit noch die Ressourcen, die Krisen einzeln und nacheinander zu adressieren. Dafür sind sie zu drängend», sagte die Grünen-Politikerin am Rande der internationalen Umweltkonferenz Stockholm+50 der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei absolut notwendig, die drei ökologischen Krisen - die Klima-, Biodiversitäts- und Verschmutzungskrise - als ein großes Ganzes zu betrachten und gemeinsame Lösungen dafür zu entwickeln. «Es muss Hand in Hand gehen. Die Lösungen müssen für alle drei Krisen passen», sagte Lemke. Außerdem müssten die einzelnen Länder ihre Ambitionen und Anstrengungen erhöhen. Sie sei sich sicher, dass diese beiden Signale von Stockholm+50 ausgehen werden.

Der zweitägige Umweltgipfel findet seit Donnerstag in der schwedischen Hauptstadt statt. 50 Jahre nach der ersten UN-Konferenz zum Thema Umwelt ging es dabei vor allem um die Frage, wie das Tempo beim Kampf gegen Klimakrise, Artensterben, Umweltverschmutzung und die Vermüllung des Planeten beschleunigt werden kann.

Lemke zeigte Verständnis für junge Menschen, die sich deutlich mehr Tempo beim Vorgehen gegen diese Probleme wünschen. «Ich verstehe die Kritik der jungen Generation. Ich finde auch, dass vieles langsam geht», sagte die Ministerin. Die Zeit, in der in Deutschland nichts passiert und die Klimakrise ignoriert worden sei, sei aber zu Ende. «Die aktuelle Bundesregierung handelt entschieden. Es ist jetzt allen bewusst, dass unsere Lebensgrundlagen bedroht sind.»

Dass sich die Staaten in Stockholm nicht auf neue Bekenntnisse festlegen wollten, sei von vornherein klar gewesen. «Es war nicht vorgesehen, völkerrechtliche Beschlüsse zu fassen», sagte Lemke. Noch in diesem Jahr stünden aber die Weltklima- und die Weltnaturkonferenz an, auf denen konkrete Vereinbarungen getroffen werden sollten. Auf dem Weg dorthin habe das Treffen in Stockholm eine wichtige Funktion. «Beschlüsse fallen ja nicht vom Himmel. Das heißt, sie müssen gut und sorgfältig vorbereitet werden. Es muss vorher Diskussionen und einen breiten Austausch geben.» Dafür leiste die Konferenz etwa beim Thema Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Beitrag.

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