Umweltministerin Lemke fordert besseren Schutz der Weltmeere

Bundesministerin für Umwelt Steffi Lemke. Foto: epa/Andreas Gora
Bundesministerin für Umwelt Steffi Lemke. Foto: epa/Andreas Gora

LISSABON/BERLIN: Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat zum Auftakt der zweiten Ozeankonferenz der Vereinten Nationen eindringlich einen besseren Schutz der Weltmeere gefordert. Gesunde Meere seien für die Menschen überlebenswichtig. «Deshalb müssen wir vom Reden ins Handeln kommen und dem Meeresschutz viel höhere Priorität einräumen», forderte die Grünen-Politikerin in einer am Montag in Berlin veröffentlichten Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag. Die zweite UN-Ozeankonferenz startet am Montag in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon.

Politiker, Wissenschaftler und Vertreter von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen wollen bis Freitag darüber diskutieren, wie die Ressourcen der von Vermüllung, Überfischung und Klimawandel zunehmend in Mitleidenschaft gezogenen Weltmeere besser geschützt und möglichst nachhaltig genutzt werden können.

«Wenn wir das Zerstören der Meere nicht beenden, gefährden wir nicht nur wunderbare Naturschätze, sondern auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Meeresschutz hilft uns im Kampf gegen die Klimakrise, die Verschmutzungskrise und das Artenaussterben», erklärte Lemke. Mann müsse «übergreifender denken und den Schutz der Meere und Ozeane sowie die natur- und umweltverträgliche Nutzung miteinander in Einklang bringen».

Die Ministerin betonte, dass Deutschland zur Stärkung des Schutzes der Meere eine nationale Strategie erarbeite: «Eine eigene Unterabteilung Meeresschutz innerhalb des Ministeriums befindet sich gerade im Aufbau.» Zudem werde noch in diesem Sommer der erste Meeresbeauftragte der Bundesregierung seine Arbeit aufnehmen.

Die zweite Ozeankonferenz findet wegen der Corona-Pandemie mit zweijähriger Verspätung statt. Neben Lemke, die am Mittwochabend nach Lissabon fliegt, nehmen an der Versammlung unter anderem Ex-US-Außenminister John Kerry und UN-Generalsekretär António Guterres teil. Auch Staats- und Regierungschefs wie Emmanuel Macron und Boris Johnson wollen nach Angaben der Regierung Portugals möglicherweise vorbeischauen. Ungeachtet des russischen Angriffskriegs im Nachbarland haben sich zudem sowohl Vertreter Russlands als auch der Ukraine angesagt.

Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und beherbergen über 80 Prozent des Lebens auf der Erde. Für Milliarden Menschen sind sie Arbeits- und Ernährungsgrundlage. Die Ozeane sind außerdem ein entscheidender Bestandteil des globalen Klimasystems. Sie produzieren über die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen, und absorbieren rund ein Viertel aller CO2-Emissionen. Die erste UN-Ozeankonferenz fand 2017 in New York statt.

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