Kühlteich laut IAEA unter Druck

AKW Saporischschja 

Das Emblem der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO ist während einer Pressekonferenz am Sitz der IAEO in Wien zu sehen. Foto: epa/Lisi Niesner
Das Emblem der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO ist während einer Pressekonferenz am Sitz der IAEO in Wien zu sehen. Foto: epa/Lisi Niesner

WIEN: Der große Kühlteich des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja rückt nach dem Dammbruch am Dnipro in den Fokus der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Der Druck auf den Deich rund um den Teich steige auf der Innenseite, da an der Außenseite der Pegel des aufgestauten Flusses stark gefallen sei, meldete die IAEA am Freitagabend in Wien. Die Atombehörde - die Beobachter in dem russisch besetzten AKW stationiert hat - beobachte die Lage genau, berichtete IAEA-Chef Rafael Grossi.

Europas größtem Kernkraftwerk drohe zwar kurzfristig keine Gefahr, doch die Zerstörung des Kachowka-Staudamms und zunehmende militärische Aktivitäten würden für «erhebliche neue Schwierigkeiten» sorgen, so Grossi. Zuvor hatte auch die Umweltorganisation Greenpeace am Freitag vor einem Bruch des Kühlteichs gewarnt.

Grundsätzlich ist laut IAEA in dem Teich und in anderen Bereichen des AKW genug Wasser vorhanden, um die stillgelegten Reaktoren und die abgebrannten Brennstäbe für mehrere Monate zu kühlen, selbst wenn infolge der Zerstörung des Staudamms schon bald kein Wasser mehr aus dem sinkenden Dnipro-Reservoir gepumpt werden könnte.

Der ukrainische Atomkonzern Enerhoatom teilte am Abend mit, vor dem Hintergrund der Entwicklungen am Kühlteich werde nun auch der Reaktor Nummer Fünf in die so genannte Kaltabschaltung - einen sichereren Zustand - versetzt. Die übrigen Blöcke sind bereits kalt abgeschaltet.

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