Ukraines Ex-Präsident schickt Soldaten Honig mit Nationalisten-Logo

Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Juschtschenko. Foto: epa/Miguel Villagran
Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Juschtschenko. Foto: epa/Miguel Villagran

KIEW: Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Juschtschenko will den Kampfgeist ukrainischer Soldaten mit Honigriegeln und nationalistischen Logos stärken. «Das ist der von allen geliebte Honig, der aus den Bienenstöcken der Heimat großer Ukrainer stammt», schrieb der 68-Jährige bei Facebook. In einer ersten Lieferung sollen 25.000 Packungen mit den Bildnissen des Nationaldichters Taras Schewtschenko und des umstrittenen ukrainischen Nationalisten und Antisemiten Stepan Bandera an die Front gehen.

Der Honig stamme aus den Geburtsorten von Schewtschenko und Bandera in dem zentralukrainischen Gebiet Tscherkassy und dem westukrainischen Iwano-Frankiwsk. «Es gibt keine gemeinsame Sprache mit den Moskowitern. Und beim Honig ebenso», heißt es auf der mit Bandera verzierten Packung.

Bandera war ideologischer Führer des radikalen Flügels der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Nationalistische Partisanen aus dem Westen der Ukraine waren 1943 für ethnisch motivierte Vertreibungen verantwortlich, bei denen Zehntausende polnische Zivilisten ermordet wurden. Bandera floh nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland, wo er 1959 von einem Agenten des sowjetischen Geheimdienstes KGB ermordet wurde.

Für die nächsten Serien sollen die Ukrainer Varianten vorschlagen, forderte Juschtschenko. «Wir sind wirklich die stärkste Armee der Welt. Denn Macht und Stärke der Armee misst sich nicht in erster Linie an der Zahl der Panzer, sondern der Stärke des Geists!», schrieb der Politiker.

Juschtschenko war von 2005 bis 2010 Präsident der Ukraine. Er kam über einen 2004 durch Straßenproteste erzwungenen außerordentlichen dritten Wahlgang an die Macht. Nach dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen 2010 verlieh er Bandera den Titel «Held der Ukraine», obwohl dieser nie ukrainischer Staatsbürger war. Die Entscheidung wurde von Juschtschenkos Nachfolger Viktor Janukowitsch rückgängig gemacht.

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