Ukrainekrieg: Neueste Meldungen am Donnerstag

Foto: epa/dpa Fotomontage
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Nato-Befehlshaber rechnet nicht mit russischem Durchbruch in Charkiw

BRÜSSEL: Der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, Christopher Cavoli, hat sich zuversichtlich geäußert, dass die russische Armee keinen strategischen Durchbruch im ukrainischen Charkiw erreichen wird. «Sie sind in der Lage, lokale Vorstöße zu machen, und das haben sie auch getan. Sie haben aber auch einige lokale Verluste erlitten», sagte er am Donnerstag nach einem Treffen des Nato-Militärausschusses in Brüssel. Die Russen hätten nicht genug Streitkräfte, um einen strategischen Durchbruch zu erreichen. «Ich stehe in sehr engem Kontakt mit unseren ukrainischen Kollegen, und ich bin zuversichtlich, dass sie die Linie halten werden.»

Russland hat in seinem seit mehr als zwei Jahren andauernden Angriffskrieg zuletzt verstärkt wieder die Region Charkiw im Osten der Ukraine angegriffen. Dabei ist es dem russischen Militär gelungen, mehrere Grenzdörfer in der Region Charkiw zu besetzen. Daraufhin hat die Ukraine mit der Evakuierung von Zivilisten aus der Region begonnen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte wegen der schwierigen Situation alle Auslandsreisen ab - seinen Worten zufolge hat sich die Lage zuletzt aber teils stabilisiert.


Ukrainekrieg: Neueste Meldungen am Donnerstag

. Die Armee zählt 8000 Kandidaten für die Laufbahn des Berufssoldaten Alternative zur Saisonarbeit : «Ferien mit der Armee»

WARSCHAU: Auf der Suche nach neuen Soldaten weitet Polens Armee ihr Angebot an freiwilligen militärischen Schulungen für Bürger aus. In diesem Sommer startet erstmals das Programm «Ferien mit der Armee», wie das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Warschau mitteilte. Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren mit polnischer Staatsbürgerschaft können sich für eine 27-tägige militärische Grundausbildung an einem von 70 Militärstandorten melden - und erhalten dafür ein Entgelt von umgerechnet 1400 Euro.

Das Angebot richte sich vor allem an Abiturienten, aber auch an Studenten und Menschen, die einen Ferienjob suchen, heißt es beim Verteidigungsministerium. «Der Dienst kann in diesem Fall eine Alternative zur regulären Saisonarbeit sein.» Die Ausbildung umfasst Schießtraining, Orientierung im Gelände, Nahkampf, den Umgang mit Funktechnik und Militärfahrzeugen. Bürger und Bürgerinnen, die das Programm absolviert haben, können auch als Berufssoldaten, Reservisten oder in den Verbänden des freiwilligen Heimatschutzes weitermachen. Das Angebot ist eine Ausweitung der eintägigen Bürgerkurse «Trainiere mit der Armee», die bereits seit Herbst 2022 angeboten werden und sehr beliebt sind.

Polen ist einer der wichtigsten militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine und rüstet auch selbst massiv auf. Die polnische Armee soll in den kommenden Jahren bedeutend wachsen. Derzeit zählen die Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums 191.500 Männer und Frauen, darunter 134.500 Berufssoldaten, 8000 Kandidaten für die Laufbahn des Berufssoldaten, 14.500 im freiwilligen Grundwehrdienst und 34.300 in den Heimatschutzverbänden. Nach den Plänen Warschaus sollen es 300.000 inklusive Heimatschutz werden.


Alternative zur Saisonarbeit : «Trainiere mit der Armee»

WARSCHAU: Auf der Suche nach neuen Soldaten weitet Polens Armee ihr Angebot an freiwilligen militärischen Schulungen für Bürger aus. In diesem Sommer startet erstmals das Programm «Ferien mit der Armee», wie das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Warschau mitteilte. Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren mit polnischer Staatsbürgerschaft können sich für eine 27-tägige militärische Grundausbildung an einem von 70 Militärstandorten melden - und erhalten dafür ein Entgelt von umgerechnet 1400 Euro.

Das Angebot richte sich vor allem an Abiturienten, aber auch an Studenten und Menschen, die einen Ferienjob suchen, heißt es beim Verteidigungsministerium. «Der Dienst kann in diesem Fall eine Alternative zur regulären Saisonarbeit sein.» Die Ausbildung umfasst Schießtraining, Orientierung im Gelände, Nahkampf, den Umgang mit Funktechnik und Militärfahrzeugen. Bürger und Bürgerinnen, die das Programm absolviert haben, können auch als Berufssoldaten, Reservisten oder in den Verbänden des freiwilligen Heimatschutzes weitermachen. Das Angebot ist eine Ausweitung der eintägigen Bürgerkurse «Trainiere mit der Armee», die bereits seit Herbst 2022 angeboten werden und sehr beliebt sind.

Polen ist einer der wichtigsten militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine und rüstet auch selbst massiv auf. Die polnische Armee soll in den kommenden Jahren bedeutend wachsen. Derzeit zählen die Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums 191.500 Männer und Frauen, darunter 134.500 Berufssoldaten, 14.500 im freiwilligen Grundwehrdienst und 34.300 in den Heimatschutzverbänden. Nach den Plänen Warschaus sollen es 300.000 inklusive Heimatschutz werden.


Russland und China für Sicherheitsgürtel von Atommächten

PEKING: Russland und China haben in einer gemeinsamen Erklärung die Verantwortung von Atommächten herausgestrichen. Besonders die Annäherung der Nato an eigene Grenzen wird dabei kritisiert.

Russland und China haben sich in der gemeinsamen Erklärung für eine Pufferzone von Atommächten gegenüber anderen Militärbündnissen ausgesprochen. «Atommächte sollten die globale strategische Stabilität wahren und das Prinzip der gleichen und unteilbaren Sicherheit achten, sich gegenseitig nicht an den lebenswichtigen Interessen vergreifen», heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Donnerstag. Insbesondere sei auf eine «Expansion von Militärbündnissen und -koalitionen und die Schaffung militärischer Brückenköpfe direkt an der Grenze anderer Atommächte» zu verzichten. Die Erklärung dürfte sich vor allem gegen den geplanten Nato-Beitritt der Ukraine richten.

Russland hat die Invasion in der Ukraine auch mit der Nato-Osterweiterung begründet. Die Atommacht sieht sich durch eine mögliche Mitgliedschaft der Ukraine in dem Militärbündnis in ihrer eigenen Sicherheit bedroht. China, das sich offiziell in dem Konflikt neutral gibt, hat den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht verurteilt.

Beide Länder werfen nun den USA vor, Mittelstreckenraketen nach Europa und in den asiatisch-pazifischen Raum zu verlegen. «Es geht um die Schaffung eines globalen Flugabwehrsystems durch die USA und die Aufstellung ihrer Elemente in verschiedenen Erdteilen, im Kosmos sowie den Ausbau des Potenzials hochpräziser nichtatomarer Waffen in Europa und im südlichen Teil des Pazifik», heißt es. Derzeit verlegten die USA unter dem Vorwand gemeinsamer Übungen mit Partnern, die eine klare antirussische und antichinesische Stoßrichtung hätten, atomar bestückbare Mittelstreckenkomplexe in die genannten Regionen.


Kiew wirft Russland Kriegsverbrechen im Gebiet Charkiw vor

WOWTSCHANSK: Russland hat bei seiner Großoffensive die Kleinstadt Wowtschansk nahe der Grenze erreicht. Nun erhebt Kiew den Vorwurf, dass die russischen Militärs dort Kriegsverbrechen an Zivilisten verüben.

Der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko hat den russischen Truppen die Gefangennahme und Tötung von Zivilisten in der Stadt Wowtschansk im Gebiet Charkiw vorgeworfen.

«Die ersten Erschießungen von Zivilisten durch das russische Militär wurden bekannt», schrieb Klymenko am Donnerstag auf seinem Telegramkanal. Demnach sei ein Einwohner, der versucht habe, zu fliehen und sich den Befehlen der Russen widersetzt habe, getötet worden. Andere Bewohner der umkämpften Stadt seien an der Evakuierung gehindert, «entführt und in Keller getrieben» worden, schrieb er. Unabhängig lassen sich die Anschuldigungen nicht belegen.

Russland hat vor knapp einer Woche eine neue Großoffensive im Nordosten der Ukraine begonnen. Dabei ist es dem russischen Militär gelungen, mehrere Grenzdörfer in der Region Charkiw zu besetzen. Daraufhin hat die Ukraine mit der Evakuierung von Zivilisten aus der Region begonnen. Wegen der schweren Kämpfe um die Kleinstadt Wowtschansk, etwa fünf Kilometer von der Grenze entfernt, konnten aber nicht alle Personen in Sicherheit gebracht werden.


Britischer Minister: Russische Offensive auf Charkiw muss Weckruf sein

LONDON: Großbritanniens Verteidigungsminister Grant Shapps hat angesichts der russischen Offensive auf die Region Charkiw davor gewarnt, die Ukraine nicht dauerhaft zu unterstützen. «Ich hoffe wirklich, dass das der Weckruf ist, den wir versucht haben zu senden und der nun gehört wird», sagte Shapps dem Fernsehsender Sky News. Nämlich, dass es kein Krieg sei, bei dem man es sich leisten könne, unaufmerksam zu sein oder sich von einem anderen Konflikt ablenken zu lassen und dann zu erwarten, dass sich vor Ort nichts verändere.

Man müsse die Ukraine die ganze Zeit unterstützen, nicht nur zeitweise, mahnte Shapps am Mittwochabend in dem Interview. «Und ich glaube, das ist die große Lektion aus dem, was in Charkiw passiert.» Auf Nachfrage, welche Staaten er meine, sagte er, dass das Hilfspaket aus den USA zu lange gebraucht habe, um durch den Kongress zu kommen.

Russland hat in seinem seit mehr als zwei Jahren andauernden Angriffskrieg zuletzt verstärkt wieder die Region Charkiw im Osten der Ukraine angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte wegen der schwierigen Situation alle Auslandsreisen ab - seinen Worten zufolge hat sich die Lage zuletzt aber teils stabilisiert. Shapps zeigte sich zuversichtlich, dass Russland nicht die Stadt Charkiw einnehmen werde. Zum Glück komme nun die US-Hilfe an und die Ukraine könne sich besser verteidigen.


«La Vanguardia»: Kritischer Augenblick für die Ukraine

MADRID: Zum Angriff der russischen Truppen auf die Region Charkiw im Osten der Ukraine schreibt die spanische Zeitung «La Vanguardia» am Donnerstag:

«Die Ukraine durchlebt die schwierigsten Zeiten an der Front seit der russischen Invasion im Februar 2022. (...) Das Land steht am Abgrund und versucht, eine Frontlinie zu halten, die sich über mehr als tausend Kilometer erstreckt. Die derzeitige Schwäche der ukrainischen Armee ist offensichtlich. Die russische Luftüberlegenheit ist unübersehbar und die russischen Truppen sind den ukrainischen sieben bis zehn Mal überlegen. Wie ernst die Lage ist, zeigt die Tatsache, dass Präsident (Wolodymyr) Selenskyj seine geplante Reise nach Spanien und Portugal abgesagt hat. (...)

Die Zukunft des Krieges könnte davon abhängen, wie sich die Offensive auf Charkiw entwickelt. Die Situation zeigt, dass westliche Hilfe wichtiger und dringender denn je ist. Ohne sie, oder wenn sie zu spät kommt, kann die Ukraine der militärischen Überlegenheit Russlands nicht standhalten. Die USA und vor allem Europa müssen sich des kritischen Augenblicks bewusst sein, der nicht nur die Ukraine, sondern den gesamten Kontinent betrifft.»


China sichert Russland bei Putin-Besuch Zusammenarbeit zu

PEKING: Der Besuch des Russen soll zeigen, wie gut die Beziehung zwischen den Nachbarländern ist. Chinas Staatschef Xi entschied sich für eine sehr persönliche Begrüßung Putins.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei dessen Besuch in Peking eine enge Zusammenarbeit zugesichert. Eine beständige Entwicklung der chinesisch-russischen Beziehungen sei nicht nur für beide Länder und Völker von grundlegendem Interesse, sondern trage auch zu Frieden, Stabilität und Wohlstand in der Region und der Welt bei, sagte Xi im Gespräch mit Putin am Donnerstag, wie Staatsmedien berichteten. China wolle mit Russland daran arbeiten, dass die Länder gute Nachbarn blieben, die ihre nationale Entwicklung weiterverfolgten sowie Fairness und Gerechtigkeit in der Welt aufrechterhielten.

China ist wichtigster Verbündeter des international weitgehend isolierten Russlands. Peking gibt Moskau etwa in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine Rückendeckung und dient als wichtiger Handelspartner für das von westlichen Sanktionen betroffene Land.

Xi gratulierte seinem «alten Freund», wie er Putin begrüßte, zu dessen fünfter Amtszeit und äußerte sich zuversichtlich, dass Russlands Entwicklung unter ihm «große Fortschritte» machen würde. Moskaus Krieg gegen die Ukraine sprach der Chinese den Staatsmedienberichten zufolge in der Begrüßungsrede nicht an. Xi sagte, die China-Russland-Beziehungen seien stärker geworden und hätten den «Test einer sich international verändernden Landschaft» überstanden.


Kremlchef Putin zu Staatsbesuch eingetroffen

PEKING: Putins letzter Staatsbesuch Putins in China liegt schon einige Jahre zurück. Die erste Auslandsreise in seiner fünften Amtszeit führt ihn zu einem Partner, auf den Russland dringend angewiesen ist.

Russlands Präsident Wladimir Putin ist zu einem zweitägigen Staatsbesuch in China eingetroffen. Staats- und Parteichef Xi Jinping empfing den Russen am Donnerstagvormittag (Ortszeit) an der Großen Halle des Volkes im Herzen der chinesischen Hauptstadt zum Gespräch, wie Staatsmedien beider Länder berichteten. Putin will außerdem in die nordchinesische Industriestadt Harbin reisen und dort eine russisch-chinesische Messe besuchen.

Es ist Putins erste Auslandsreise während seiner fünften Amtszeit, die vor etwas mehr als einer Woche begonnen hat. Erwartet wird unter anderem der Abschluss mehrerer Kooperationsvereinbarungen.

Die Wahl Pekings als erstes Reiseziel hat auch symbolischen Charakter, denn Xi hatte nach der Übernahme seiner dritten Amtszeit zuerst Russland besucht. Die beiden Atommächte sind wirtschaftlich eng verflochten. Russland ist durch seinen Angriffskrieg in der Ukraine von weitreichenden Sanktionen des Westens betroffen und braucht China als Handelspartner. Deutschland, die USA und andere Unterstützer der Ukraine werfen China vor, nicht genügend Druck auf Russland auszuüben und Moskaus Kriegsführung sogar indirekt zu unterstützen - unter anderem durch die Lieferung von Bauteilen, die auch für Kriegsgerät einsetzbar sind.

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