Ukraine wehrt schweren Luftangriff auf Kiew ab

Ein Mikoyan MiG-31 Abfangjäger der russischen Luftwaffe fliegt bei der russischen Militärparade zum Tag des Sieges beladen mit einer ballistischen Luft-Boden-Rakete «Kinschal» (Kh-47M2 Kinzhal). Foto: Pavel Golovkin/Ap/dpa
Ein Mikoyan MiG-31 Abfangjäger der russischen Luftwaffe fliegt bei der russischen Militärparade zum Tag des Sieges beladen mit einer ballistischen Luft-Boden-Rakete «Kinschal» (Kh-47M2 Kinzhal). Foto: Pavel Golovkin/Ap/dpa

KIEW: In Berlin wird über den Wiederaufbau der Ukraine beraten - während Russland versucht, in dem Land weitere Zerstörungen anzurichten. Doch für eine Nacht behält die ukrainische Flugabwehr die Oberhand.

Die ukrainische Luftwaffe hat in der Nacht auf Mittwoch einen schweren russischen Luftangriff auf die Hauptstadt Kiew abgewehrt. Während die internationale Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Berlin läuft, setzte die russische Armee den Kiewer Angaben nach Marschflugkörper, Raketen und Drohnen ein. In der Dreimillionenstadt war nachts das Feuer der Flugabwehr zu hören. Zweimal wurde Luftalarm ausgerufen mit einer Dauer von insgesamt zwei Stunden.

Durch herabstürzende Raketenteile seien außerhalb der Stadt mehrere Brände entstanden, teilte die Militärverwaltung des Gebietes Kiew auf Telegram mit. So ging ein nicht näher bezeichnetes Industriegebäude in Flammen auf. Auch eine Tankstelle, Garagen und einige private Gebäude seien beschädigt worden. Ein Mensch sei verletzt worden.

Der Luftwaffe zufolge wurden auf Kiew vier Marschflugkörper der Typen Ch-101 und Ch-555 sowie eine Hyperschallrakete Kinschal abgefeuert. Sie seien alle abgeschossen worden, teilte Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk mit. Auch alle 24 über der Ukraine eingesetzten russischen Kampfdrohnen seien abgefangen worden.

Machtlos waren die Verteidiger demnach gegen eine ballistische Rakete vom Typ Iskander-M. Die Rakete habe ein ukrainisches Flugabwehrsystem im Gebiet Poltawa zerstört, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Eine Drohnenaufnahme schien einen Einschlag an dem genannten Ort Polywjane im Gebiet Poltawa zu bestätigen. Das getroffene Objekt war aber nicht genau zu identifizieren.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als zwei Jahren gegen eine russische Invasion. Die meisten ihrer Städte sind nicht so gut gegen Luftangriffe geschützt wie Kiew. Am Dienstag deutete sich eine weitere Verstärkung der ukrainischen Flugabwehr an. Bei seinem Besuch in Deutschland besuchte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einem Truppenübungsplatz in Mecklenburg-Vorpommern ukrainische Soldaten, die am Abwehrsystem Patriot ausgebildet werden. Deutschland wird bald ein drittes System zur Verfügung stellen. Nach Medienberichten werden auch die USA zum zweiten Mal ein Patriot-Verteidigungssystem an die Ukraine abgeben.

Am zweiten Tag der Konferenz in Berlin am Mittwoch wollen Deutschland, die Ukraine sowie zwölf weitere Staaten und 17 Entwicklungsorganisationen eine Allianz zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Ukraine ins Leben rufen. Kleinen und mittleren Unternehmen als Rückgrat der ukrainischen Wirtschaft soll in Kriegszeiten unter die Arme gegriffen werden, um sie fit für den Wiederaufbau zu machen.

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