Ukraine-Krise: Aktuelles Geschehen am Montag

Foto: epa/dpa
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Selenskyj bekräftigt Forderung nach Luftabwehr-Technik

KIEW: Nach dem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ostukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Westen mit Nachdruck um moderne Luftabwehr-Systeme ersucht. Die Ukraine habe schon vor dem Krieg und direkt nach der russischen Invasion darum gebeten, betonte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache in der Nacht zum Dienstag. «Die Leute im Einkaufszentrum in Krementschuk verdienten die gleiche Sicherheit wie Leute in jedem Einkaufszentrum der Welt, ob irgendwo in Philadelphia oder Tel Aviv, oder in einer Einkaufspassage in Dresden.»

Bei der Attacke wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 15 Menschen getötet und rund 60 weitere zum Teil schwer verletzt. Die Ukraine macht Russland verantwortlich. Der Angriff wurde international scharf verurteilt. So sprachen die Teilnehmer des G7-Gipfels im bayerischen Elmau in ihrer Erklärung von Kriegsverbrechen und drohten Kremlchef Wladimir Putin mit Konsequenzen.

Selenskyj bezeichnete Russland nach dem Angriff als «größte Terrororganisation der Welt». Das müsse auch rechtlich festgestellt werden. «Und jeder auf der Welt muss wissen, dass es bedeutet, Terroristen Geld zu geben, wenn man russisches Öl kauft oder transportiert, Kontakte mit russischen Banken unterhält oder dem russischen Staat Steuern oder Zollabgaben zahlt», sagte Selenskyj.


Macron nennt Raketenangriff auf Supermarkt «absoluten Horror»

PARIS: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den russischen Raketenangriff auf einen Supermarkt in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk als «absoluten Horror» bezeichnet.

Man teile den Schmerz der Familien der Opfer und die Wut über eine solche Schmach, schrieb der Staatschef am Montagabend in einem Tweet. Das russische Volk müsse die Wahrheit sehen. Bei dem Angriff am Montag wurden mindestens 13 Menschen getötet und rund 40 verletzt. In dem Einkaufszentrum sollen sich mehr als 1000 Menschen aufgehalten haben.


Raketenangriff in Ostukraine: Acht Tote in Schlange für Trinkwasser

KIEW: In einer Schlange vor einem Tankwagen mit Trinkwasser in der ukrainischen Stadt Lyssytschansk sind bei einem russischen Raketenangriff nach Behördenangaben acht Menschen getötet worden. Weitere 21 wurden verletzt, wie der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag beim Nachrichtendienst Telegram schrieb. Lyssytschank ist die letzte große Stadt in der Region, die noch unter ukrainischen Kontrolle ist, nachdem das russische Militär das benachbarte Sjewjerodonezk eroberte.

In der Stadt Charkiw wurden nach Angaben der regionalen ukrainischen Befehlshabers Oleg Sinegubow bei russischem Beschuss 5 Zivilisten getötet und 22 weitere verletzt. Unter den Verletzten seien fünf Kinder, schrieb Sinegubow bei Telegram.


Biden und Scholz treffen sich vor Ende des G7-Gipfels erneut

ELMAU: Vor dem Abschluss des G7-Gipfels in Bayern kommt US-Präsident Joe Biden erneut mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen. An dem Treffen am Dienstag um 10.00 Uhr sollen außerdem der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson teilnehmen, wie aus der Terminvorschau des Weißen Hauses hervorgeht. Danach soll am Vormittag die letzte Sitzung des Gipfels auf Schloss Elmau stattfinden.

Am Dienstagmittag will sich Biden auf den Weg nach Madrid machen. Dort trifft er den spanischen Präsidenten Pedro Sánchez und König Felipe VI. Am Mittwoch und Donnerstag nimmt Biden am Nato-Gipfel in der spanischen Hauptstadt teil. Wie schon bei den G7 wird der Fokus wieder auf dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine liegen.

Biden und Scholz waren kurz vor Beginn des G7-Gipfels zu einem bilateralen Gespräch zusammengekommen. Sie hatten dabei die Geschlossenheit des Westens angesichts der russischen Invasion beschworen. Biden hatte betont, Deutschland sei einer der engsten Verbündeten der USA. Zur Gruppe der sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte gehören neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan.


Kissinger: Habe Verständnis für Berlins Probleme in Ukraine-Krieg

LONDON: Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger hat Verständnis für die Schwierigkeiten Deutschlands geäußert, seine Rolle in Europa im Zuge des Ukraine-Kriegs zu finden. «Angesichts der Geschichte ist es keine einfache Aufgabe für Deutschland eine Führungsrolle in Europa zu übernehmen, die darauf basiert, die stärkste militärische Macht zu sein», sagte Kissinger am Montag vor Journalisten in London, denen er per Videokonferenz zugeschaltet war.

«Ich fühle mit der deutschen Regierung angesichts der Aufgabe, die sie sich gesetzt hat und dass sie nicht in der Lage war, sich mit einem fertigen Plan auf etwas zu stürzen, das sich so von früheren Aufgaben unterscheidet», sagte der inzwischen 99 Jahre alte US-Staatsmann.

Deutschland werde eine sehr wichtige Rolle spielen bei der Schaffung des neuen Europas, das jetzt entstehe, so Kissinger weiter. Das gelte sowohl hinsichtlich der Sicherheit Europas gegenüber der Gefahr weiterer russischer Aggression als auch, was den Wiederaufbau der Ukraine betreffe. «Das wird eine Unterstützung in der Art des Marshall-Plans erfordern», fügte er hinzu.

Kissinger prägte die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Ende der 1960er-Jahre für beinahe ein Jahrzehnt, zunächst als Nationaler Sicherheitsberater, dann als Außenminister. Er stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie und musste 1938 aus Deutschland vor den Nazis fliehen.


Intensive Cyberattacken auf Behörden und Firmen in Litauen

VILNIUS: In Litauen sind mehrere staatliche Institutionen und private Unternehmen zur Zielscheibe intensiver Hackerangriffe geworden. Nach Angaben des Nationalen Cybersicherheitszentrums des baltischen EU- und Nato-Landes wurde versucht, mit «Distributed Denial of Service»-Attacken (DDoS) - also einer Flut von Anfragen - die Systeme lahmzulegen. Betroffen gewesen sei auch ein sicheres staatliches Netzwerk zum Datentransfer, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius am Montag mit.

Die größten Angriffe wurden den Angaben zufolge zwar eingedämmt. Das Cybersicherheitszentrum warnte aber vor weiteren Attacken. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass Angriffe ähnlicher oder größerer Intensität in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, insbesondere gegen den Transport-, Energie- und Finanzsektor», hieß es. Die Behörde machte keine Angaben dazu, wer hinter den Attacken steckt.

Im Messengerdienst Telegram hatte zuvor die Hackergruppe «Killnet» wegen der Beschränkung des Warenverkehrs in die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad mit Angriffen gedroht. Litauen hatte Mitte Juni den Transport einiger Waren über sein Territorium in das Gebiet um das frühere Königsberg verboten, die auf westlichen Sanktionslisten stehen.


G7 verurteilen Angriff auf Einkaufszentrum - «Kriegsverbrechen»

ELMAU: Der G7-Gipfel hat den Raketenangriff auf das Einkaufszentrum in der ukrainischen Stadt Krementschuk verurteilt und Russland mit Konsequenzen gedroht. «Willkürliche Angriffe auf unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten sind Kriegsverbrechen. Der russische Präsident Putin und die Verantwortlichen werden dafür Rechenschaft ablegen müssen», hieß es in einer Erklärung der Gipfelteilnehmer am Montagabend.

Bei dem Angriff am Nachmittag starben mindestens 13 Menschen. Mehr als 40 wurden nach vorläufigen Angaben ukrainischer Behörden zum Teil schwer verletzt. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hielten sich in dem Einkaufszentrum mehr als 1000 Menschen auf.

Zur G7-Runde führender demokratischer Wirtschaftsmächte gehören neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Zudem nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel am Gipfel teil.


Amnesty kritisiert Litauen wegen Umgangs mit Flüchtlingen

VILNIUS: Amnesty International wirft Litauen vor, im Umfang mit Flüchtlingen verschiedener Nationalitäten aus dem Nachbarland Belarus gegen Menschenrechte zu verstoßen. Während man Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Litauen mit offenen Armen empfange, würden Schutzsuchende aus Ländern wie dem Irak oder Syrien rechtswidrig inhaftiert, schwer misshandelt und abgeschoben. Dies ergebe sich aus der Befragung von Migranten in zwei litauischen Haftzentren, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Zugleich warf Amnesty der EU vor, das Vorgehen in dem baltischen Mitgliedsland untätig zu dulden.

Dem Bericht zufolge klagten Migranten in den Befragungen über Erniedrigungen durch die Behörden und unmenschliche Haftbedingungen. «Die litauischen Behörden halten Tausende von Menschen monatelang willkürlich in heruntergekommenen Haftzentren unter Militärführung fest, wo sie Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt sind», kritisierte Amnesty. «Ihnen wird der Zugang zu fairen Asylverfahren verwehrt, damit sie «freiwillig» in die Länder zurückkehren, aus denen sie geflohen sind.»

Litauens Innenministerin Agne Bilotaite wies die Vorwürfe zurück und kritisierte ihrerseits Amnesty dafür, den Kontext der Situation nicht bewertet zu haben. Demnach handle es nicht um Migrationsprozesse und auch nicht um Flüchtlinge, die vor dem Krieg flöhen.

Litauen wirft dem autoritär regierten Nachbarland Belarus unter Machthaber Alexander Lukaschenko vor, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die Grenze zu bringen. Im vergangenen Spätsommer war die Situation an der EU-Außengrenze eskaliert. Tausende versuchten, illegal in die Europäische Union zu gelangen.


Athen kritisiert Ausweisung griechischer Diplomaten aus Russland

ATHEN: Das griechische Außenministerium hat die Ausweisung von acht Diplomaten aus Russland scharf kritisiert. Es handle sich um eine «Entscheidung ohne Grundlage», teilte das Außenministerium in Athen am Montag mit. Die übrig gebliebenen griechischen Diplomaten würden «ihre Mission unter besonders schwierigen Bedingungen fortsetzen».

Griechenland hatte nach dem Beginn des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine zwölf russische Diplomaten als unerwünschte Personen erklärt. Sie mussten Anfang April das Land verlassen. Die Beziehungen zwischen Athen und Moskau sind wegen der Beteiligung Griechenlands an den Sanktionen gegen Russland und die Lieferung griechischer Waffen an die Ukraine auf dem schlechtesten Stand seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.


Scholz: Im Verhältnis zu Russland kann es kein Zurück geben

ELMAU: Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine lang anhaltende und tiefe Einschnitte in den internationalen Beziehungen. Russland habe alle Vereinbarungen über die Zusammenarbeit von Staaten gebrochen, betonte der SPD-Politiker am Montag nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die G7 seien sich einig, dass das die Beziehungen lange prägen werde. «Im Verhältnis zu Russland kann es kein Zurück geben in die Zeit vor dem russischen Überfall auf die Ukraine», sagte Scholz beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern.

Alle G7-Staaten seien bereit, die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Die Veränderung könne jedoch am besten gemeistert werden, wenn man eng und vertrauensvoll zusammenarbeite. Selenskyj habe die Lage in der Ukraine eindringlich geschildert, sagte Scholz. Zugleich habe er sich dankbar gezeigt für die internationale Unterstützung, die noch lange nötig sein werde. «Wir alle werden die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen Russland weiterhin unterstützen», sagte Scholz zu.


G7-Staaten sagen Ukraine Budgethilfen von rund 28 Milliarden Euro zu

ELMAU: Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte haben der Ukraine für dieses Jahr Finanzhilfen von bis zu 29,5 Milliarden US-Dollar (rund 28 Milliarden Euro) zugesagt. Man wolle das Land dabei unterstützen, seine Finanzierungslücke zu schließen und die Daseinsvorsorge für die Bevölkerung zu gewährleisten, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Papier der G7-Staaten. Offen blieb, ob es sich um Zuschüsse oder Kredite handelt.

Bei einem Treffen der G7-Finanzminister Ende Mai auf dem Petersberg bei Bonn hatte noch eine Summe von 19,8 Milliarden Dollar im Raum gestanden. Eingerechnet sind dabei auch Gelder, die seit Jahresbeginn bereits gezahlt wurden.

Die Mittel sollen helfen, die grundlegenden staatlichen Leistungen des kriegsgebeutelten Landes aufrechtzuerhalten und etwa Renten und die Gehälter von Staatsbediensteten zu zahlen. Die Ukraine hatte für drei Monate um je rund 5 Milliarden Euro gebeten. Nach Ablauf der drei Monate könnte weitere Unterstützung nötig sein, hieß es damals.


Nato-Gipfelteilnehmer reisen nach Madrid - Gala-Dinner beim König

MADRID: Die Teilnehmer beim Nato-Gipfel in Madrid treffen am Dienstag in der spanischen Hauptstadt ein. Nach einer gemeinsamen Pressekonferenz von Generalsekretär Jens Stoltenberg und der spanischen Regierung (12.35 Uhr) richtet König Felipe zum Auftakt des Gipfels ein Gala-Dinner für die Staats- und Regierungschefs der 30 Bündnisstaaten aus. Am Rande soll außerdem noch einmal versucht werden, die türkische Blockade bei der Aufnahme von Schweden und Finnland in die Nato zu lösen.

Der Gipfel steht ganz unter dem Eindruck der russischen Invasion in die Ukraine. Das Militärbündnis will bei dem Treffen unter anderem ein neues strategisches Konzept beschließen. Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2010. Damals hatten die Alliierten noch gehofft, dass die Zeit der großen Spannungen mit Russland vorbei sei, und auf eine «echte strategische Partnerschaft» mit dem Land gesetzt. Auch wurde China mit keinem Wort erwähnt, was sich nun ändern soll.

Jedoch könnte der Gipfel von der anhaltenden Weigerung der Türkei überschattet werden, einem Start von Nato-Beitrittsgesprächen mit Finnland und Schweden zuzustimmen. Beide Länder haben bereits Mitte Mai die Aufnahme in die Nato beantragt. Die Türkei blockiert den Aufnahmeprozess aber bislang. Ankara begründet dies damit, dass Finnland und Schweden «Terrororganisationen» wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG unterstützten - was beide Länder zurückweisen.

Stoltenberg will an diesem Dienstag erneut versuchen, in dem Streit zu vermitteln. Er trifft in Madrid den finnischen Präsidenten Sauli Niinistö, die schwedischen Regierungschefin Magdalena Andersson und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.


Scholz' erster Gipfel: G7-Staaten beenden Gespräche in Elmau

ELMAU: Mit Gesprächen über die neue Weltordnung nach dem Ukraine-Krieg beenden die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte am Dienstag den G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern. Erwartet werden zudem konkrete Finanzzusagen der Staats- und Regierungschefs im Kampf gegen Hungersnöte, die durch die russische Blockade wichtiger ukrainischer Häfen vor allem in Ostafrika drohen.

Zu Ende geht das dreitägige Treffen mit einer Abschlusserklärung und einer Pressekonferenz von Gastgeber Olaf Scholz. Für den deutschen Bundeskanzler ist es der erste G7-Gipfel in dieser Rolle. Scholz, US-Präsident Joe Biden und andere Regierungschefs reisen danach direkt weiter zu einem Spitzentreffen der Nato nach Madrid.

Zur Gruppe der Sieben (G7) gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel nahmen am Gipfel teil. Scholz hatte zudem fünf Gastländer eingeladen. Mit Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien sprachen die G7 über die Klimakrise, Energiesicherheit und die drohende Ernährungskrise.


Stoltenberg: Neun Nato-Länder erreichen dieses Jahr Zwei-Prozent-Ziel

BRÜSSEL: Die Nato-Staaten investieren angesichts der Bedrohung durch Russland erheblich in ihr Militär. In diesem Jahr würden die Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Staaten sowie von Kanada das achte Jahr infolge steigen, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag. Neun Alliierte erfüllten das Zwei-Prozent-Ziel der Nato. Deutschland wird in diesem Jahr nach Nato-Daten geschätzt eine Quote von 1,44 Prozent erreichen.

Die Nato-Staaten hatten 2014 auf ihrem Gipfel in Wales als Reaktion auf die russische Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim beschlossen, sich in den folgenden zehn Jahren dem Zwei-Prozent-Ziel anzunähern - also zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar eine massive Aufrüstung an. Die Investitionen sollen dafür sorgen, dass Deutschland zumindest im Durchschnitt mehrerer Jahre das Zwei-Prozent-Ziel erfüllt.

Spitzenreiter bei den Militärausgaben im Vergleich zur Wirtschaftskraft wird laut Nato-Daten Griechenland mit einem Wert von 3,76 Prozent. Danach kommen die USA (3,47 Prozent). Schlusslicht ist Luxemburg mit 0,58 Prozent. Das Herzogtum hat gerade angekündigt, die Quote bis 2028 auf ein Prozent steigern zu wollen.


Möglicher Nuklearangriff: EU liefert der Ukraine Notfall-Ausrüstung

BRÜSSEL: Die EU-Kommission will als Vorbereitung auf einen möglichen russischen Angriff mit Massenvernichtungswaffen Spezialausstattung in die Ukraine schicken. «Medizinische Ausrüstung sowie Ausrüstung, die auf chemische, biologische oder nukleare Notfälle zugeschnitten ist, befinden sich auf dem Weg in die Ukraine», erklärte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, am Montag in Brüssel. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt angekündigt, man wolle Boden-Raketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Sprengköpfen bestückt werden können.

Die Lieferung in die Ukraine im Wert von 11,3 Millionen Euro umfasst nach Angaben der Kommission unter anderem 300.000 Spezialschutzanzüge, 5600 Liter Dekontaminierungsmittel und 850 Geräte für Dekontaminierungsmaßnahmen. Für die medizinische Versorgung stelle die EU etwa Patientenmonitore, Infusionspumpen und Beatmungsgeräte bereit. «Krankenhäuser und medizinische Fachkräfte in der Ukraine arbeiten unter ständigem Beschuss. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um ihnen die notwendigen Instrumente zur Rettung von Menschenleben zur Verfügung zu stellen», so Lenarcic.

Die Gelder für die Hilfe kommen aus den Notfallvorräten der EU-Kommission, die in Rumänien, Ungarn, Schweden, Deutschland, Griechenland und Dänemark gelagert werden.


Angriff auf Einkaufszentrum in Ukraine beschäftigt UN-Sicherheitsrat

NEW YORK: Der Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ukraine soll den UN-Sicherheitsrat beschäftigen. Das mächtigste UN-Gremium will am Dienstag um 21.00 Uhr MESZ zu dem Thema beraten, wie Diplomaten in New York am Montag mitteilten. Das Treffen war auf Bitten der Ukraine anberaumt worden.

Offiziellen Angaben zufolge starben bei dem Angriff in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk mindestens 13 Menschen - rund 40 wurden teils schwer verletzt. Die Ukraine machte Russland für den Angriff verantwortlich.


Moldaus Präsidentin besucht Kiew: «Unvorstellbare Tragödie»

KIEW: Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, hat sich bei einem Besuch in der Ukraine erschüttert über die Folgen des russischen Angriffskriegs gezeigt. Die Staatschefin der kleinen, an die Ukraine grenzenden Ex-Sowjetrepublik besuchte am Montag eigenen Angaben zufolge die zerstörten Kiewer Vororte Butscha, Borodjanka und Irpin. «Ich war sprachlos von dem Ausmaß an Gewalt und Zerstörung, das wir gesehen haben», schrieb Sandu auf Twitter. «Es ist eine unvorstellbare Tragödie.» Dazu veröffentlichte sie Fotos, die sie vor zerstörten Wohnhäusern zeigen.

Sandu traf zudem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser erklärte im Nachrichtendienst Telegram: «Wir haben mit Moldau nicht nur eine gemeinsame Grenze, sondern auch Werte und Ziele.» Die zwei Länder verbindet, dass sie kürzlich von der Europäischen Union den Status eines Beitrittskandidaten zugestanden bekamen. Beide Staaten hatten nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine entsprechende Anträge eingereicht.

In Moldau wuchsen seitdem Befürchtungen, dass russische Truppen unter Verweis auf eine angebliche Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung auch das Land angreifen könnten. In Moldau gibt es mit Transnistrien eine Konfliktregion, in der bereits seit den 1990er Jahren de facto ein prorussisches Separatistenregime herrscht.


Moskau: Mehr als 40 ukrainische Soldaten bei Angriff getötet

MOSKAU/KIEW: Russische Truppen haben bei Angriffen auf die Region Mykolajiw im Südosten der Ukraine nach eigenen Angaben mehr als 40 ukrainische Soldaten getötet. In der Nähe des Dorfes Wyssunsk sei am Sonntag zudem Militärtechnik zerstört worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Montag in Moskau mit. Zudem seien in mehreren Gebieten insgesamt 24 Kommandoposten zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Moskau bestätigte unterdessen auch Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew vom Sonntag - bestritt aber, ein Wohnhaus getroffen zu haben. Der Angriff habe der Rüstungsfabrik Artem gegolten. Die Ukraine habe vermutlich Luftabwehrraketen eingesetzt, wovon eine dann wohl in ein Wohnhaus gestürzt sei, hieß es aus Moskau. Die ukrainische Seite wiederum hatte russische Raketen verantwortlich gemacht und von mehreren verletzten Hausbewohnern sowie einem Toten gesprochen.

Russland führt seit mehr als vier Monaten Krieg gegen die Ukraine. Mittlerweile konzentrieren sich die russischen Streitkräfte auf Kämpfe im Osten des Nachbarlandes. Der Angriff auf Kiew am Sonntag war der erste seit drei Wochen.


Reaktion auf Sanktionen: Moskau untersagt weiteren Kanadiern Einreise

MOSKAU: Als Reaktion auf westliche Sanktionen hat Russland 43 weiteren Kanadiern aus Politik und Wirtschaft die Einreise untersagt. Auf der am Montag vom russischen Außenministerium veröffentlichten Liste stehen unter anderen die Präsidentin der Liberalen Partei, Suzanne Cowan, der ehemalige Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, sowie mehrere hochrangige Beamte aus dem Umfeld von Premierminister Justin Trudeau. Das russische Außenministerium warf Trudeau vor, seine Regierung verfolge einen «Kurs militanter Russophobie».

Erst im Mai hatte Russland seine Einreiseverbote gegen Kanadier ausgeweitet. Insgesamt stehen auf Moskaus sogenannter Stopp-Liste nun mehr als 700 Betroffene. Kanada wiederum hat - wie auch die USA und die EU - als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine weitreichende Strafmaßnahmen verhängt.


Ukrainer importieren über 200.000 Gebrauchtwagen nach Kriegsbeginn

KIEW: Aufgrund einer Sonderregelung haben die Ukrainer seit April mehr als 211.000 Gebrauchtwagen zollfrei in ihr Land eingeführt. Dem klammen ukrainischen Budget seien so umgerechnet über 630 Millionen Euro entgangen, schrieb der Parlamentsabgeordnete Jaroslaw Schelesnjak am Montag auf seinem Telegram-Kanal. Weil die Zollbefreiung am kommenden Freitag ausläuft, stiegen die täglichen Einfuhrzahlen zuletzt auf durchschnittliche 4700 Fahrzeuge am Tag. Der Massenimport hat zudem kilometerlange Warteschlangen vor allem an den Grenzen zum EU-Nachbarn Polen verursacht.

Die Zollbefreiung war im April, gut einen Monat nach Kriegsbeginn, beschlossen worden, damit Ukrainer aus den umkämpften Gebieten und vor allem die Armee zerstörte Fahrzeuge ersetzen können. Jedoch machten auch viele Bürger aus nicht vom Krieg betroffenen Gebieten von der Regelung Gebrauch. Sie führten auch Fahrzeuge der Premiumklasse zollfrei ein.


Johnson vergleicht Unterstützung für Ukraine mit Kampf gegen Hitler

ELMAU: Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland mit dem Kampf gegen den Nazi-Diktator Adolf Hitler verglichen. Der Preis für die Freiheit sei es wert, gezahlt zu werden, sagte Johnson am Montag der BBC am Rande des G7-Gipfels auf Schloss Elmau.

Die Demokratien hätten in der Mitte des 20. Jahrhunderts lange gebraucht, um eine Antwort zu Tyrannei und Aggression zu finden, und es sei sehr teuer gewesen. «Aber mit der Niederlage der Diktatoren, vor allem von Nazi-Deutschland, brachte dies viele Jahrzehnte der Stabilität, eine Weltordnung, die sich auf ein regelbasiertes internationales System stützte», betonte Johnson. «Das ist schützenswert, das ist es wert, verteidigt zu werden, das bringt langfristigen Wohlstand.»

Großbritannien müsse bereit sein, der Ukraine ungeachtet der Kosten im Kampf gegen die Aggression von Kremlchef Wladimir Putin beizustehen, sagte der Premierminister. «Stellen Sie sich vor, wir würden Putin erlauben, mit der gewaltsamen Übernahme großer Teile eines anderen Landes davonzukommen, eines souveränen, unabhängigen Territoriums», sagte Johnson. «Die Lehren daraus wären in allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion absolut erschreckend.»

Das Vereinigte Königreich hat die Ukraine seit Kriegsbeginn am 24. Februar mit finanzieller und humanitärer Hilfe im Wert von rund 1,5 Milliarden Pfund (rund 1,7 Milliarden Euro) sowie mit Waffenlieferungen für etwa 1,3 Milliarden Pfund unterstützt.


G7 wollen Ukraine bei Wiederaufbau unterstützen

ELMAU: Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte haben der Ukraine ihre Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem russischen Angriffskrieg zugesichert. Sie seien «bereit, einen internationalen Wiederaufbauplan zu unterstützen», der von der Ukraine in enger Abstimmung mit bilateralen und multilateralen Partnern ausgearbeitet werde, erklärten die G7-Staaten in einer am Montag auf dem Gipfel im bayerischen Elmau verbreiteten Erklärung. «Wir sind fest entschlossen, den ukrainischen Wiederaufbau zu unterstützen und werden unsere jeweiligen Bemühungen verstärken.»

Ziele seien ein nachhaltiger und grüner wirtschaftlicher Aufschwung, starke demokratische Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat im Bundestag bereits einen «Marshall-Plan» für den Wiederaufbau der kriegszerstörten Ukraine gefordert. Mit ihrem Marshall-Plan hatten die USA zwischen 1948 und 1952 Deutschland und anderen europäischen Staaten geholfen, nach sechs Jahren Krieg wieder auf die Beine zu kommen. Viele Milliarden US-Dollar wurden in den Wiederaufbau gesteckt.


Kreml: Werden uns im Falle von Gold-Importverbot umorientieren

MOSKAU: Der Kreml kritisiert das drohende Importverbot der G7-Staaten für russisches Gold als «unrechtmäßig» und will sich neue Märkte erschließen. «Der Edelmetallmarkt ist global, er ist ziemlich groß, voluminös und sehr vielfältig», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. «Wenn ein Markt (...) durch unzulässige Entscheidungen an Attraktivität verliert, dann findet eine Umorientierung dorthin statt, wo diese Güter stärker nachgefragt sind und wo es bequemere und rechtmäßigere wirtschaftliche Lösungen gibt.»

Nach Angaben von US-Präsident Joe Biden wollen die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Elmau in Bayern ein Importverbot für russisches Gold verkünden. Damit würden Russland, das seit mehr als vier Monaten Krieg gegen das Nachbarland Ukraine führt, Milliardeneinnahmen aus diesem wichtigen Exportgut wegbrechen, hieß es. Die Europäische Union wird sich den Plänen für ein Importverbot für russisches Gold voraussichtlich anschließen.


G7 besorgt über Lieferung atomwaffenfähiger Raketen an Belarus

ELMAU: Die G7-Staats- und Regierungschefs haben sich besorgt über die von Russland angekündigte Lieferung atomwaffenfähiger Raketen an Belarus gezeigt. In einem gemeinsamen Statement, das am Montag auf dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau veröffentlicht wurde, heißt es, man sei angesichts dieser Ankündigung ernsthaft besorgt.

Russland will Boden-Raketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Raketen bestückt werden können. Das versprach Präsident Wladimir Putin dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Die Verlegung werde in den nächsten Monaten erfolgen, sagte Putin der Staatsagentur Tass zufolge am Samstag bei einem Treffen mit Lukaschenko in St. Petersburg. Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands.


Selenskyj hofft bei G7-Schalte auf Kriegsende in diesem Jahr

ELMAU: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf ein Ende des Kriegs mit Russland noch in diesem Jahr. Beim G7-Gipfel verwies er Teilnehmerkreisen zufolge auf die Härte des Winters, die Gefechte erschwere. Zum Jahresende hin würden etwa Positionen gefrieren. Selenskyj war am Montag zu einer Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs der G7-Länder auf Schloss Elmau in Bayern zugeschaltet worden. Der Präsident bedankte sich dabei auch für die Entscheidung, der Ukraine den Kandidatenstatus für den EU-Beitritt zu erteilen, wie es aus Teilnehmerkreisen hieß.

Laut einer Mitteilung von Selenskyjs Büro im Nachrichtendienst Telegram bedankte sich der Präsident bei der Videoschalte auch für die finanzielle und militärische Unterstützung der G7. «Die Ukraine hat die Unterstützung der Staaten der «großen Sieben» gespürt», sagte er demnach. Für Kiew sei eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland wichtig. Hervorgehoben wurde die diskutierte Deckelung des Preises für exportiertes russisches Erdöl.

Selenskyj stellte demnach noch weitere konkrete Forderungen. Zu ihnen zählen reale Sicherheitsgarantien für sein Land, die Lieferung von modernen Raketenabwehrsystemen und anderen Waffen und Hilfe beim Wiederaufbau der Ukraine.

Der Gipfel der sieben wichtigen demokratischen Industriestaaten hatte am Sonntagmittag begonnen und dauert noch bis Dienstag. Zur G7 gehören neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Zudem nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel am Gipfel teil.


G7 sichern Ukraine Unterstützung «so lange wie nötig» zu

ELMAU: Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte haben der Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs ihre Hilfe «so lange wie nötig» zugesichert. «Wir werden weiterhin finanzielle, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung leisten und stehen an der Seite der Ukraine so lange wie nötig», hieß es am Montag in einem Statement des G7-Gipfels zur Ukraine.

Unter anderem stellten die Staats- und Regierungschefs darin eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland in Aussicht. Im Mittelpunkt sollten dabei die Rüstungsindustrie und der Technologiesektor stehen. «Wir sind entschlossen, Russlands Einnahmen, auch aus Gold, zu reduzieren», hieß es zudem in dem Papier. Weitere Details wurden nicht genannt.

Die G7 riefen Russland erneut zu einem Ende des Krieges auf - und warnten das Land eindringlich vor einem Einsatz chemischer, biologischer oder nuklearer Waffen. Dies wäre nicht akzeptabel und würde schwere Konsequenzen nach sich ziehen, hieß es in dem Papier. Zudem forderten sie Russland auf, die Angriffe auf landwirtschaftliche Infrastruktur sofort und bedingungslos einzustellen und die Häfen für den Export von Getreide freizugeben.

Die G7- Staats- und Regierungschefs tagen derzeit auf Schloss Elmau in Bayern. Zu der Gruppe gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, Kanada, Italien und Japan.


US-Regierung will Ukraine Waffensystem zur Luftverteidigung liefern

ELMAU: Die US-Regierung will der Ukraine ein modernes Waffensystem zur Luftverteidigung liefern. «Ich kann bestätigen, dass wir in der Tat dabei sind, ein Paket festzuzurren, das fortschrittliche Luftverteidigungsfähigkeiten beinhaltet», sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Montag am Rande des G7-Gipfels auf Schloss Elmau. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe angesichts russischer Raketenangriffe auf Kiew und andere Städte um «zusätzliche Luftabwehrkapazitäten» gebeten.

Details wollte Sullivan nicht nennen. Der Sender CNN berichtete, es handele sich um ein Boden-Luft-Raketenabwehrsystem der Rüstungskonzerne Kongsberg (Norwegen) und Raytheon (USA) mit der Bezeichnung Nasams. Die USA wollten noch in dieser Woche bekanntgeben, dass sie das System für die Ukraine gekauft hätten, hieß es in dem CNN-Bericht weiter. Ukrainische Regierungsvertreter hätten um die Waffe gebeten, weil sie Ziele in einer Entfernung von mehr als 100 Meilen (rund 160 Kilometer) treffen könne. Vermutlich würden die USA in dieser Woche noch weitere militärsche Unterstützung ankündigen, darunter zusätzliche Artilleriemunition und Radargeräte.

Der Kreml in Moskau reagierte verhalten auf den CNN-Bericht. Noch gebe es dazu keine Mitteilung aus den USA, sagte Sprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland ergreife ständig Maßnahmen zum Schutz seiner Interessen.

US-Präsident Biden hält sich derzeit beim G7-Gipfel in Bayern auf, bei dem es am Montagvormittag um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ging. Erst am vergangenen Donnerstag hatten die USA weitere Waffenlieferungen an die Ukraine im Umfang von 450 Millionen Dollar (etwa 428 Millionen Euro) angekündigt. Seit Beginn des Krieges vor vier Monaten hat die US-Regierung der Ukraine nach eigenen Angaben Waffen und Ausrüstung im Wert von rund 6,1 Milliarden US-Dollar (5,8 Milliarden Euro) zugesagt oder bereits geliefert.


Scholz: Werden Druck auf Putin weiter erhöhen

ELMAU: Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte wollen den Druck auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin wegen des Kriegs in der Ukraine weiter erhöhen. «Als G7 stehen wir geschlossen an der Seite der Ukraine u. werden sie weiter unterstützen», teilte Kanzler Olaf Scholz am Montag während des G7-Gipfels via Twitter mit. «Dafür müssen wir harte, aber notwendige Entscheidungen treffen», betonte der SPD-Politiker. Er versprach: «Wir werden den Druck auf Putin weiter erhöhen. Dieser Krieg muss enden.»

Scholz dankte ausdrücklich dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der zur Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs am Vormittag zugeschaltet war. Zur G7 gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Zudem nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel am Gipfel teil.


Yoon nimmt als erster südkoreanischer Präsident an Nato-Gipfel teil

SEOUL: Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol ist zur Teilnahme am Nato-Gipfeltreffen nach Spanien abgeflogen. Yoon, der erst seit dem 10. Mai im Amt ist, nimmt in dieser Woche in Madrid als erstes südkoreanisches Staatsoberhaupt an einem Gipfel des Verteidigungsbündnisses teil. Südkorea gehört zur Gruppe der «weltweiten Partner» der Nato. Er erwarte, «ein umfassendes Netz mit der Nato und anderen gleichgesinnten Partnern aufzubauen, um unsere Wirtschaft, Sicherheit und Solidarität zu schützen, die auf unseren gemeinsamen liberal-demokratischen Werten beruht», hieß es am Montag auf Yoons Twitter-Account.

Während der Krieg in der Ukraine das beherrschende Gipfel-Thema sein wird, wird damit gerechnet, dass Yoon auch um stärkere Unterstützung für die Bemühungen um den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms werben will. Laut seinem Büro wird sich Yoon am Mittwoch in Madrid auch mit US-Präsident Joe Biden und dem japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida treffen. Es wird das erste derartige Dreier-Treffen der USA mit ihren beiden wichtigen asiatischen Bündnispartnern seit dem September 2017 sein.

Das Präsidialamt in Seoul hatte vor der Abreise Yoons angekündigt, Südkorea wolle eine Vertretung am Nato-Hauptquartier in Brüssel einrichten.


Scholz: G7 bemühen sich um Getreideexporte aus Ukraine

ELMAU: Angesichts der drohenden Hungerkrise vor allem in Ostafrika bemühen sich die G7-Staaten darum, Getreideexporte aus der Ukraine zu ermöglichen. «Da sind jetzt gegenwärtig Tag und Nacht die Verhandlungen im Gange», sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Das Thema bereite den führenden demokratischen Wirtschaftsmächten größte Sorge und man wolle helfen. Auch mit Geld solle dafür gesorgt werden, dass Hungerkrisen vermieden werden. Konkrete Finanzzusagen der G7-Staaten werden für Montag erwartet.

Die Ukraine und Russland sind die größten Weizen-Exporteure weltweit. Normalerweise decken sie knapp ein Drittel des globalen Bedarfs - weil Russland die ukrainischen Häfen derzeit blockiert, kann viel Getreide aber nicht exportiert werden. Laut Welternährungsprogramm stehen 50 Millionen Menschen weltweit kurz vor einer Hungersnot. Als katastrophal schätzt die UN-Organisation die Lage in Äthiopien, Nigeria, dem Südsudan, dem Jemen, Afghanistan und Somalia ein.

Scholz war zu dem Interview aus Schloss Elmau zugeschaltet, wo noch bis Dienstag die Staats- und Regierungschefs führender demokratischer Wirtschaftsmächte beim G7-Gipfel tagen. Mit dabei sind ab Mittag auch Spitzenvertreter der Gastländer Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien, zugeschaltet wird UN-Generalsekretär Antonio Guterres.


G7-Gipfel berät über Ukraine - Selenskyj zugeschaltet

ELMAU: Tag zwei beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern: Zur ersten Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs am Montagvormittag ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zugeschaltet worden. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird am zweiten Gipfeltag eines der beherrschenden Themen sein.

Anschließend hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Staats- und Regierungschefs von fünf Gastländern zur Teilnahme an den Beratungen eingeladen: Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien. In der größeren Runde sollen unter anderem die Klimakrise sowie die Themen Energiesicherheit und Gesundheit diskutiert werden. Später am Tag soll auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres zugeschaltet werden, etwa zu Beratungen über die drohende Hungerkrise.

Der Gipfel der sieben wichtigen demokratischen Industriestaaten hatte am Sonntagmittag begonnen und dauert noch bis Dienstag. Zur G7 gehören neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Zudem nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel am Gipfel teil.


Weizenpreis fällt auf tiefsten Stand seit vier Monaten

SINGAPUR/FRANKFURT: Der Preis für Weizen ist in der Nacht zu Montag auf den tiefsten Stand seit vier Monaten gefallen. Zeitweise wurde ein Scheffel (etwa 27 Kilogramm) an der Börse in Singapur für 9,26 US-Dollar gehandelt. So niedrig war der Weizenpreis zuletzt Ende Februar, als Russland den Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen hat. Marktbeobachter verwiesen zur Begründung für den aktuellen Preisrückgang auf Meldungen aus Ägypten. Demnach plant das Land, die Weizenimporte zu senken.

Nach Angaben eines ägyptischen Regierungsvertreters will das Land den Import von Weizen um 500.000 Tonnen pro Jahr senken. Das nordafrikanische Land ist ein wichtiger Importeur für Weizen aus der Kriegsregion. Durch die Folgen des Krieges sind Lieferungen ausgeblieben und es kam zu einem starken Anstieg der Weltmarktpreise. Im Mai wurde ein Scheffel Weizen zeitweise für bis zu 12,85 Dollar gehandelt.

Russland und die Ukraine zählen zu den wichtigsten Anbauländern von Weizen weltweit. Beide Länder haben vor dem Krieg zusammen etwa ein Viertel des weltweiten Weizenhandels abgedeckt.


US-Regierung: G7 verhängen weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau

ELMAU: Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wollen die USA und die anderen G7-Staaten nach Angaben der US-Regierung weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängen.

Die Maßnahmen richteten sich unter anderem gegen militärische Produktions- und Lieferketten, teilte das Weiße Haus am Montag am Rande des G7-Gipfels in Bayern mit.


Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Autor Serhij Zhadan

FRANKFURT/MAIN: Der ukrainische Schriftsteller, Übersetzer und Musiker Serhij Zhadan erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022.

Das gab der Stiftungsrat am Montag in Frankfurt am Main bekannt.


London: Russland setzt in Ukraine verstärkt auf Reservisten

LONDON: Die russische Armee wird in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach Einschätzung Großbritanniens vornehmlich auf Reservisten setzen. Die Kampfreserve bestehe aus freiwilligen Teilzeitkräften, die eigentlich für Sicherheitsaufgaben im Rücken der Front vorgesehen seien, teilte das Verteidigungsministerium in London am Montag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Mit Veteranen, die in den vergangenen fünf Jahren gedient haben, würden vermutlich Bataillone aufgefüllt. «Trotz eines andauernden Mangels an einsatzfähigen Reservisten für die Ukraine wird die russische Führung wahrscheinlich weiter zögern, eine allgemeine Mobilisierung anzuordnen», hieß es.

Taktisch liege der russische Schwerpunkt zwar weiter auf dem Kessel um die Nachbarstände Sjwjerodonezk und Lyssytschansk. Doch sieht das britische Ministerium auch ein zusätzliches Vorhaben: «Eine Woche mit konstant schwerem Beschuss deutet darauf hin, dass Russland nun versucht, auf der nördlichen Isjum-Achse an Momentum zu gewinnen.» Die ukrainischen Streitkräfte würden dort allerdings die Front halten und dabei sehr gut das bewaldete Gelände für die Verteidigung nutzen.

Die britische Marine hat keine Pläne, bei der Umgehung der russischen Blockade ukrainischer Schwarzmeerhäfen zu helfen. «Wir schauen uns an, was wir tun können, um bei der Reparatur von Eisenbahnen zu helfen, schauen uns eine Landbrücke an, damit wir Weizen über die Landgrenze bringen können», sagte Regierungsmitglied George Eustice dem Sender Sky News. «Es ist derzeit sehr, sehr gefährlich zu versuchen, Schiffe ins Schwarze Meer zu entsenden.» Das Gebiet sei vermint, und die Ukraine selbst habe aus Sicherheitsgründen Häfen geschlossen, sagte Eustice.


Scholz will G20 trotz Russlands Angriffskrieg «nicht torpedieren»

ELMAU: Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz für einen Erhalt der G20 ausgesprochen, der auch Russlands Präsident Wladimir Putin angehört. «Eins ist klar: Die G20 müssen auch weiter eine Rolle spielen», sagte der SPD-Politiker am Montag im ZDF-«Morgenmagazin», zu dem er vom G7-Gipfel auf Schloss Elmau zugeschaltet wurde. Es gebe «die gemeinsame Überzeugung, dass wir die G20 nicht torpedieren wollen», fügte er hinzu.

Die G20 ist eine Staatengruppe führender Wirtschaftsmächte, der neben den G7-Staaten unter anderen auch autoritär geführte Länder wie Russland, China und Saudi-Arabien angehören. Das nächste Gipfeltreffen ist für November in Indonesien geplant.

Die Frage, ob er sich dort mit Putin an einen Tisch setzen werde, beantwortete Scholz nicht klar. Er verwies darauf, dass auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von den indonesischen Gastgebern zu dem Gipfel eingeladen worden sei und sagte: «Wir werden am Ende die Entscheidung kurz vor der Abreise treffen müssen, weil ja die Weltläufte sich bis dahin sehr erheblich verändern können.»

Vor Scholz hatte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegen einen Boykott des G20-Gipfels im Herbst ausgesprochen - auch wenn Putin am nächsten Treffen teilnehmen sollte. «Wir müssen sehr genau überlegen, ob wir die gesamte G20 lahmlegen, da plädiere ich nicht dafür», sagte von der Leyen am Sonntagabend im ZDF-«heute journal». «Meines Erachtens ist G20 zu wichtig, auch für die Entwicklungsländer, die Schwellenländer, als dass wir uns dieses Gremium kaputt machen lassen sollten auch wieder von Putin.»


Russischer Kessel um Lyssytschansk verhindert

KIEW: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben westlich von Lyssytschansk russische Angriffe zurückgeschlagen und damit eine Einkesselung der strategisch wichtigen Großstadt im Osten der Ukraine verhindert. «Nahe Werchnjokamjanka haben die Verteidigungskräfte dem Feind erhebliche Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen», teilte der ukrainische Generalstab am Montag in seinem Lagebericht mit. Werchnjokamjanka liegt nur wenige Kilometer westlich von Lyssytschansk an der letzten wichtigen Versorgungsstraße für die Stadt. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

Lyssytschansk selbst war nach ukrainischen Angaben erneut Ziel schwerer Luft- und Artillerieangriffe. Russische Einheiten stehen im Süden bereits am Stadtrand. Mehrere Vororte sind ebenfalls unter Feuer geraten. In der Stadt sollen noch mehrere tausend ukrainische Soldaten stationiert sein.

Gekämpft wird auch etwas weiter westlich im Raum Bachmut. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Nach ukrainischen Angaben konnten hier ebenfalls Angriffe russischer Einheiten auf einen Vorort zurückgeschlagen werden. Beim russischen Vormarsch auf den Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk gibt es trotz heftiger Artilleriegefechte wenig Bewegung.

Aus dem Süden des Landes, im Gebiet Cherson, meldet der Generalstab ebenfalls russische Artillerieangriffe. Zugleich habe die Luftwaffe dort «erfolgreiche Schläge» gegen feindliche Truppenansammlungen geflogen.


Ukrainische Schwarzmeerregion Odessa meldet Raketenangriffe

ODESSSA: Bei einem Raketeneinschlag im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine sind sechs Menschen zu Schaden gekommen. Die Rakete sei von einem russischen strategischen Bomber des Typs Tu-22 abgefeuert worden, teilte das ukrainische Wehrkommando Süd am Montag mit. Unter den Opfern ist den Behördenangaben nach auch ein Kind. Aus den Angaben geht nicht hervor, ob die betroffenen Personen verletzt oder getötet wurden.

«Wegen des Einschlags im Wohnviertel einer zivilen Siedlung sind mehrere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern zerstört und in Brand gesetzt worden», heißt es. Die Feuerwehr ist noch bei der Brandbekämpfung.

Am Wochenende hatte die Ukraine eine deutliche Ausweitung russischer Raketenangriffe auf das Land gemeldet. Getroffen wurden eine Reihe von Regionen auch weit im Hinterland der Front - vom westukrainischen Gebiet Lwiw über Chmelnytzkyj, Schytomyr bis hin nach Tschernihiw und Kiew. Im Süden des Landes hat es unter anderem Mykolajiw und Odessa getroffen.

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