Ukraine-Krise: Aktuelles Geschehen am Mittwoch

Foto: epa/dpa Fotomontage
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Selenskyj lobt Luftwaffe für Abschuss von sieben russischen Kampfjets

KIEW: Der ukrainische Präsident Selenskyj bezeichnet den Schutz des Luftraums des Landes immer wieder als wichtiges Kriegsziel. Nun meldet er Erfolge.

- Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Luftwaffe des Landes für den Abschuss von sieben russischen Kampfjets gewürdigt. Innerhalb einer Woche seien die Suchoi-Kampfflugzeuge abgeschossen worden, sagte der Staatschef in seiner am Mittwoch in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. «Ich bin unserer Luftwaffe und allen, die unseren Luftraum schützen, dankbar», sagte Selenskyj. Zu den wichtigsten Aufgaben in dem Krieg gehöre der Schutz des Luftraums und der Positionen an der Front vor russischen Luft- und Raketenschlägen.

Vor dem zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns kündigte Selenskyj auch neue bedeutende Sicherheitsabkommen mit den Verbündeten der Ukraine an. Es gehe unter anderem um Verteidigungshilfen für die Soldaten und sehr konkrete finanzielle Garantien für den Staat, sagte Selenskyj. Details nannte er zunächst nicht. Zuletzt hatte die Ukraine mit Großbritannien, Deutschland und Frankreich Sicherheitsabkommen geschlossen. Weitere sollten in den kommenden Wochen folgen, kündigte der Präsident an.

Die Ukraine gedenkt an diesem Samstag des zweiten Jahrestages des Beginns des russischen Angriffskrieges. Kremlchef Wladimir Putin hatte die Invasion am 24. Februar 2022 befohlen und damit Tod und Zerstörung über das Nachbarland gebracht. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher militärischer, finanzieller und militärischer Hilfe gegen den Überfall.


Russischer Außenminister Lawrow zu G20-Treffen in Rio eingetroffen

RIO DE JANEIRO: Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist am Mittwoch vor einem Treffen der G20-Minister in Rio de Janeiro mit seinem brasilianischen Amtskollegen Mauro Vieira zusammengekommen. Nach einer freundlichen Begrüßung sei über eine Reihe von bilateralen und internationalen Themen gesprochen worden, teilte das russische Außenministerium mit.

Bei dem zweitägigen Außenministertreffen der Gruppe der führenden und aufstrebenden Wirtschaftsmächte (G20) in der brasilianischen Küstenmetropole dürfte es kurz vor dem zweiten Jahrestag des russischen Einmarschs auch um den Ukraine-Krieg gehen. Vor seiner Reise nach Brasilien hatte Lawrow bereits die mit Russland verbündeten Länder Kuba und Venezuela besucht.

Brasilien setzt sich seit Langem für Friedensverhandlungen ein, um den russischen Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat angekündigt, er werde die G20-Präsidentschaft für weitere Friedensbemühungen nutzen. Ähnlich wie andere linke Staatschefs in Lateinamerika hat Lula den russischen Überfall auf die Ukraine zwar kritisiert, hält sich mit deutlichen Worten gegenüber Moskau aber zurück. Viele Länder in der Region sind vor allem wegen der wirtschaftlichen Folgen des Krieges auf die Weltwirtschaft und die Lieferketten besorgt.


EU-Kommissarin dankt Deutschland für Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen

BERLIN: Die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hat Deutschland für das Engagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine gedankt. «Sie machen das klasse», sagte sie am Mittwoch in Berlin beim Besuch eines Ankunftszentrums in Berlin-Tegel. Sie erwähnte insbesondere Bürger, zivilgesellschaftliche Organisationen und Kommunen.

Es sei wichtig, an der Seite der Ukraine zu stehen - so lange wie es nötig sei, sagte Johansson. Der russische Präsident Wladimir Putin werde nicht aufhören mit seinem Krieg. «Und wir müssen sicherstellen, dass Putin nicht gewinnt», sagte sie kurz vor dem zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns. Russland hat die Ukraine am 24. Februar 2022 überfallen.

Johansson sagte, dass Deutschland beim Thema Migration unter Druck stehe. Aber Deutschland gehe sehr gut damit um. Bundesinnenminister Nancy Faeser (SPD) sagte, es mache ihr sehr große Sorge, dass Angriffe auf Geflüchtete stark zugenommen hätten. «Größtenteils handelt es sich tatsächlich um rechtsextremistische Straftaten, die harte strafrechtliche Konsequenzen haben müssen. Es ist in höchstem Maße menschenverachtend, Menschen zu attackieren, die bei uns hier Schutz vor Krieg und Terror gefunden haben», sagte sie. «Diejenigen, die permanent gegen Geflüchtete hetzen und ein hasserfülltes Klima schaffen, tragen dafür aus meiner Sicht auch eine Mitverantwortung.»


London: Russland verstärkt Angriffe bei Robotyne in Südukraine

LONDON: Die russischen Truppen verstärken nach britischen Angaben ihre Angriffe nahe dem Dorf Robotyne in der Südukraine. Zwar hätten die russische 58. Armee und Luftlandekräfte in der Gegend bei der ukrainischen Gegenoffensive im Vorjahr schwere Verluste erlitten, teilte das britische Verteidigungsministerium am Mittwoch in London mit. Allerdings hätten das langsamere Einsatztempo sowie starke Rekrutierungsbemühungen es den russischen Streitkräften an dieser Front wahrscheinlich ermöglicht, sich zu sammeln und zu stärken, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

Robotyne im Gebiet Saporischschja war im Sommer 2023 von ukrainischen Einheiten befreit worden. Das Dorf, in dem ursprünglich einige Hundert Menschen lebten, war aber weiter in der Nähe der Front.

Auch an anderen Frontabschnitten hätten russische Truppen zuletzt ihre Angriffe verstärkt, hieß es in London weiter. Ziel sei vermutlich, die ukrainischen Truppen auseinanderzuziehen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast zwei Jahren täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London Desinformation vor.


EU verhängt zu Jahrestag von Kriegsbeginn neue Russland-Sanktionen

BRÜSSEL: Die EU-Staaten wollen zum zweiten Jahrestag des Kriegs in der Ukraine neue Russland-Sanktionen verhängen.

Darauf einigten sich am Mittwoch Vertreter der 27 Mitgliedsländer in Brüssel, wie die belgische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte.


«Rzeczpospolita»: Polens Bauernproteste helfen der Kreml-Propaganda

WARSCHAU: Zu den Bauernprotesten in Polen schreibt die polnische Tageszeitung «Rzeczpospolita» am Mittwoch:

«Kurz vor dem zweiten Jahrestag des russischen Angriffs gegen die Ukraine gehen Bilder von polnischen Landwirten um die Welt, die Getreide aus dem Land zerstören, das gegen Russland kämpft. Für die Propaganda des Kremls könnte es nichts Besseres geben. Dabei war die Wiederherstellung von Polens Image eines der Versprechen der Koalition von Regierungschef Donald Tusk. Die Demonstranten fordern einen Stopp des Green Deal, der europäischen Klimapolitik für die Landwirtschaft, und eine Grenzblockade für Agrarprodukte aus der Ukraine. Doch Tusks Partei hat bisher die Klimapolitik der EU unterstützt.

Die Einführung eines Embargos würde auch die polnischen Exporteure treffen, da die Ukraine auf die gleiche Weise reagieren würde. Schlimmer noch, es würde die Beziehungen zu Kiew radikal beschädigen. Zudem schiene es dann, dass das Agieren von Polens neuer Führung dem der (abgewählten nationalkonservativen) PiS-Regierung gleicht. Es ist an der Zeit, diese Spirale zu durchbrechen. Die Regierung kann nicht länger ihren Vorgängern oder dem von der PiS ernannten EU-Kommissar für Landwirtschaft die Schuld geben. Es darf auch nicht der leiseste Verdacht aufkommen, dass die Regierung die für Polen gefährlichen Aktionen der Demonstranten unterstützt.»

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Leserkommentare

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