Ukraine-Krise: Aktuelles Geschehen am Donnerstag

Foto: epa/Fotomontage
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Putin lobt russische Armee an «Tag des Vaterlandsverteidigers»

MOSKAU: Der «Tag des Vaterlandsverteidigers» ist ein wichtiger militärischer Feiertag in Russland. Der Kremlchef nutzt ihn auch in diesem Jahr, um seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu rechtfertigen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat anlässlich eines wichtigen militärischen Feiertags die eigene Armee gelobt und einmal mehr seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine gerechtfertigt. «Ihr seid unsere wahren Volkshelden», sagte Putin an die Soldaten gerichtet in einer Videobotschaft, die der Kreml in der Nacht auf Freitag veröffentlichte. Der sogenannte «Tag des Vaterlandsverteidigers» wird in Russland traditionell am 23. Februar gefeiert. Mit Blick auf die russische Armee, die seit fast zwei Jahren ukrainische Städte bombardiert, behauptete Putin, sie kämpfe «für Wahrheit und Gerechtigkeit» und zeige «Mut bei der Verteidigung Russlands».

Russland hat die Ukraine vor fast genau zwei Jahren - am 24. Februar 2022 - angegriffen. Die brutale Invasion legitimiert der Machtapparat bis heute unter anderem mit der Propagandabehauptung, russische und russischsprachige Menschen vor vermeintlicher Diskriminierung zu schützen. In seiner Feiertagsrede stellte Putin den Angriffskrieg darüber hinaus in eine angebliche Tradition mit dem Kampf gegen den Faschismus im Zweiten Weltkrieg - auch das ist gängiger Bestandteil russischer Propaganda. Der Kremlchef erklärte zudem, Russland habe in den vergangenen Monaten seine Waffenproduktion vervielfacht.


Meloni schließt G7-Videoschalte aus Kiew nicht aus

ROM: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat für die geplante Videoschalte der G7-Staats- und Regierungschefs an diesem Samstag eine eigene Reise in die ukrainische Hauptstadt Kiew nicht ausgeschlossen. Auf eine entsprechende Frage im italienischen Fernsehsender Rai antwortete die Regierungschefin am Donnerstagabend nur: «Das wird sich zeigen.» Italien führt derzeit den Vorsitz in der Gruppe sieben großer demokratischer Industrienationen (G7). Anlässlich des zweiten Jahrestags des Kriegsbeginns am 24. Februar hat Meloni die anderen Staats- und Regierungschefs zu einer Videokonferenz eingeladen, an der auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen soll. Bislang war erwartet worden, dass sie die Konferenz aus Rom leitet.

Meloni bekräftigte in dem Interview, dass der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland in den nächsten Monaten zu den wichtigsten Themen der italienischen G7-Präsidentschaft gehören werde. Der Westen dürfe jetzt «keine Ermüdungserscheinungen zeigen». Der Siebenergruppe gehören zudem die USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich und Deutschland an. Zum Abschluss der Videoschalte soll am Samstag eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht werden. Der alljährliche G7-Gipfel findet Mitte Juni in Süditalien statt. Italien gehört unter der ultrarechten Regierungschefin Meloni zu den zuverlässigen Unterstützern der Ukraine.


Borrell fordert EU-Staaten zu mehr Unterstützung für die Ukraine auf

BRÜSSEL: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, mehr Munition für die Ukraine bereitzustellen. «Die ukrainischen Soldaten sind entschlossen zu kämpfen, aber sie brauchen Munition. Dringend und in großen Mengen», schrieb der Hohe Vertreter in einem Brief an die EU-Außen- und Verteidigungsminister, der der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag. Verzögerungen bei der Lieferung von Munition kosteten Menschenleben und schwächten die Verteidigungskapazitäten der Ukraine. «Ich halte es daher für meine Pflicht und Verantwortung, mich erneut an Sie zu wenden, um zu sehen, wie wir die Ukraine noch mehr unterstützen können», schrieb Borrell.

Zwar sei auf EU-Seite bereits viel getan worden, doch «wenn wir unseren ukrainischen Freunden zuhören, ist all dies eindeutig nicht genug.» Borrell schlug vor, dass die EU-Staaten Bestände nach Möglichkeit weiter aufstocken oder Bestellungen in der eigenen oder europäischen Industrie aufgeben sollten. Eine Option sei auch, die ukrainische Industrie zu finanzieren. Nichts zu tun, sei keine Option.

Seit Monaten stocken die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach einem Frontbesuch die Lage dort zuletzt als «äußerst schwierig» charakterisiert. Er beklagte einen Mangel an Artilleriegeschossen, Flugabwehrsystemen im frontnahen Bereich und weitreichenden Raketen.


Lettland verhängt Importstopp für Getreide aus Russland und Belarus

RIGA: Lettland hat einen Importstopp für Getreide und andere Agrar- und Futtermittelerzeugnisse aus Russland und Belarus beschlossen. Das Parlament in Riga stimmte am Donnerstag für ein Einfuhrverbot von derartigen Waren aus den beiden Nachbarländern, die auch aus Drittstaaten künftig nicht mehr zum Verbleib in dem baltischen EU- und Nato-Land eingeführt dürfen. Der Transit über Lettland soll weiterhin möglich sein.

Mit der Gesetzesänderung soll nach Parlamentsangaben verhindert werden, dass Russland und Belarus und deren Unternehmen zusätzliche Einnahmen aus dem Export ihrer Produkte nach Lettland erzielen können, mit denen der Krieg in der Ukraine finanziert werden kann. Die Regelung soll zunächst bis zum 1. Juli 2025 gelten. Sie muss zuvor noch von Staatspräsident Edgars Rinkevics gebilligt werden.

Nach Inkrafttreten des Verbots muss die Regierung demnach binnen zwei Wochen eine Liste mit den Agrar- und Futtermittelprodukten vorlegen, welche nicht mehr aus Russland und Belarus nach Lettland eingeführt werden dürfen. Auch müsse sie bis zum 1. März 2025 einen Bericht über die Auswirkungen des Importstopps auf die lettische Volkswirtschaft vorlegen, hieß es in der Parlamentsmitteilung.

Nach Daten des Landwirtschaftsministeriums beliefen sich die Importe landwirtschaftlicher Produkte aus Russland nach Lettland in den ersten zehn Monaten des Vorjahres auf 280 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rundfunkbericht zufolge 12 Prozent der gesamten EU-Importe.


Lettlands Parlament sagt der Ukraine Unterstützung bis zum Sieg zu

RIGA: Lettlands Parlament hat während einer Sondersitzung der Ukraine Unterstützung bis zu deren Sieg zugesagt. «Wir müssen so viel wie möglich tun, und noch mehr», sagte Staatspräsident Edgars Rinkevics am Donnerstag in seiner Rede vor den Abgeordneten des baltischen EU- und Nato-Landes in Riga. Zugleich warnte er vor Kriegsmüdigkeit: «Lasst uns ohne Illusionen leben. Leider könnte Russlands Aggression gegen die Ukraine noch Jahre andauern». An diesem Samstag ist der zweite Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine.

Auch Regierungschefin Evika Silina rief zur anhaltenden politischen, militärischen und finanziellen Unterstützung der Ukraine auf. Nach ihren Angaben hat Lettland seit Kriegsbeginn mit Hilfen im Wert von mindestens 650 Millionen Euro unterstützt. In diesem Jahr sollten sie bei über 200 Millionen Euro liegen, sagte die Ministerpräsidentin des an Russland grenzenden Ostseestaats mit 1,9 Millionen Einwohnern. Der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk dankte in einer Videoansprache dem lettischen Volk für die «unerschütterliche Unterstützung und Hilfe».


Baerbock: G20 kann und muss Reformmotor in der UN sein

RIO DE JANEIRO: Außenministerin Annalena Baerbock sieht die G20-Runde führender und aufstrebender Wirtschaftsmächte als wichtigen Reformmotor innerhalb internationaler Institutionen wie den Vereinten Nationen. «Wenn wir die komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen wollen, dürfen unsere multilateralen Institutionen nicht im vergangenen Jahrhundert stecken bleiben», sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag in einer Debatte der G20-Außenminister über Reformen der internationalen politischen Organisationen und der internationalen Finanzstruktur. «Ich glaube, dass die G20 in diesem Reformprozess eine entscheidende Rolle spielen kann und muss.»

Die G20-Runde spiegele «die geopolitische Vielfalt der heutigen Welt ziemlich gut wider», sagte Baerbock. Das mache die Arbeit in dem Format zwar manchmal zu einer Herausforderung. «Aber wenn wir Gemeinsamkeiten untereinander erkennen, können wir ein Motor für Veränderungen sein, auch in Foren wie den Vereinten Nationen», sagte sie.

Baerbock stellte sich damit auch gegen Kritiker, die das G20-Format angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine für überholt halten. Der G20 gehören neben Deutschland, Frankreich und den USA unter anderem auch Russland und China an. Die Gruppe steht für etwa 80 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft und 60 Prozent der Weltbevölkerung. Aktuell hat Brasilien den Vorsitz. Das Format wurde ursprünglich vor allem als wirtschaftspolitische Plattform gegründet. Mittlerweile werden die Diskussionen allerdings von den globalen Krisen und den Kriegen in der Ukraine und in Nahost überlagert.

Die Debatte über Reformen der internationalen Organisationen ist unter anderem vor dem Hintergrund der Blockade durch Russland im UN-Sicherheitsrat seit dem Angriff auf die Ukraine zu sehen. Es wird überlegt, wie man internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen wieder schlagkräftiger machen kann. Die Diskussion über die internationalen Finanzstrukturen stehen auch im Zusammenhang mit dem immer aggressiveren Auftreten Chinas etwa in Afrika oder im Indopazifik. Peking wird im Westen vorgehalten, Staaten mit Krediten abhängig machen zu wollen, während westliche Demokratien bei entsprechenden Angeboten mit langwierigen Entscheidungsprozessen oft nicht mithalten können.


Großbritannien liefert Ukraine weitere 200 Panzerabwehrlenkwaffen

LONDON: Großbritannien hat der Ukraine die Lieferung von weiteren 200 Panzerabwehrlenkwaffen zugesagt. «Diese Raketen haben bereits erhebliche Auswirkungen auf dem Schlachtfeld gehabt und in einem Fall russische Streitkräfte gezwungen, ihren Versuch, einen Fluss zu überqueren, aufzugeben und sich zurückzuziehen», sagte der britische Verteidigungsminister Grant Shapps am Donnerstag im Parlament in London. Großbritannien hatte bereits zuvor Hunderte Brimstones an die Ukraine übergeben.

Shapps kündigte zudem an, dass Großbritannien gemeinsam mit seinen Verbündeten im ersten Halbjahr 2024 weitere 10.000 ukrainische Soldaten ausbilden werde. Großbritannien werde seine Unterstützung für die Ukraine verstärken, sagte der Minister. «Alle freiheitsliebenden Staaten sollten dasselbe tun.» Dieses Jahr werde für die Ukraine entscheidend sein, daher sei es an der Zeit, dass der Westen und alle zivilisierten Nationen der Ukraine die Unterstützung gäben, die sie brauche.


Russische Armee erobert Dorf im ostukrainischen Gebiet Donezk

DONEZK: Kurz vor dem zweiten Jahrestag des russischen Einmarsches in die Ukraine verkündet das russische Verteidigungsministerium die Einnahme eines Dorfes mit dem symbolischen Namen Pobjeda (Sieg).

Die russische Armee hat eigenen Angaben nach ein weiteres Dorf im Gebiet Donezk in der Ostukraine erobert. Der Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums vom Donnerstag bei Telegram zufolge handelt es sich dabei um den Ort Pobjeda, etwa 20 Kilometer südwestlich der Gebietshauptstadt Donezk. Ukrainische Militärblogger bestätigten das russische Vorrücken auf ihren Karten. Vor dem Krieg lebten nur ein paar Dutzend Menschen in dem Dorf.

Die Ukraine wehrt seit knapp zwei Jahren eine russische Invasion ab. Nach einer gescheiterten Gegenoffensive im vergangenen Sommer ist die Initiative im Krieg wieder an die russische Seite übergegangen. Moskau kontrolliert einschließlich der bereits 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim fast 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets.


Bremer Bürgerschaftspräsidentin bewegt von Ukraine-Hilfe in Lettland

RIGA: Bremens Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer hat sich bewegt gezeigt vom großen Beistand in Lettland für die von Russland angegriffene Ukraine. «Ich bin unglaublich beeindruckt von dem, was ich hier erlebe, an Engagement der Menschen, insbesondere was das Thema Ukraine anbelangt. Das ist deutlich wahrnehmbar», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande ihres dreitägigen Besuchs am Donnerstag in Riga. Sie verwies auf die vielen blau-gelben ukrainischen Fahnen, die aus Solidarität überall in Bremens Partnerstadt wehen. «Man merkt sehr deutlich, dass das hier noch viel näher und noch viel präsenter ist als bei uns.»

Grotheer war am Dienstag zu ihrem offiziellen Antrittsbesuch nach Riga gereist. «Wir haben ganz wenige Gespräche gehabt, wo nicht irgendwann zwangsläufig das Thema auf die Situation in der Ukraine und die Nähe zur Ukraine kam. Das fand ich sehr bewegend», sagte sie. Die Ukraine sei das bestimmende Thema gewesen und nahezu alles sei auch unter Sicherheitsgesichtspunkten diskutiert worden. Besonders angetan zeigte sich die Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft von einem Hilfsprojekt der Stiftung des Rigaer Kinderkrankenhauses, das traumatisierten Kindern aus der Ukraine hilft.

Riga und Bremen verbindet eine jahrhundertelange Geschichte. Die beiden Hansestädte unterhalten seit fast 40 Jahren eine Partnerschaft - und weisen auch im Stadtbild viele Ähnlichkeiten auf. «Es ist ein bisschen wie in die Nachbarschaft zu kommen», sagte Grotheer. «Vieles erkennen wir wieder, was sehr ähnlich ist zu Bremen». Dies sei schon «etwas Besonderes» und diese gemeinsame Vergangenheit biete auch gemeinsame Möglichkeiten. «Ich habe ganz viele Ideen mitgenommen», zog die Bürgerschaftspräsidentin ein positives Fazit ihrer Reise.


Bisher größte Bauernproteste in der Slowakei

BRATISLAVA: Beim bisher größten Bauernprotest in der Slowakei sind Landwirte mit Hunderten Traktoren zum Sitz der EU-Vertretung in Bratislava und zum Parlamentsgebäude gefahren, um auf ihre existenzbedrohende Situation aufmerksam zu machen. Gleichzeitig unterstützten Bauern in insgesamt 37 Städten des EU-Landes die Demonstration in der Hauptstadt, indem sie den Straßenverkehr langsamer machtens, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete. Der Protest der Landwirte richtete sich gegen EU-Bürokratie und Benachteiligungen gegenüber Billigimporten vor allem aus der Ukraine und südamerikanischen Ländern, die sich zum Gemeinsamen Südamerikanischen Markt (Mercosur) zusammengeschlossen haben.

Die Protestierenden führten Transparente mit sich, auf denen Slogans zu lesen waren wie «Wir wollen Bauern sein und nicht Bürokraten!», «Unsere Kinder sollen Kühe nicht nur aus dem Zoo kennen» und «Ukrainische Lebensmittel brauchen wir nicht».

Landwirtschaftskammerpräsident Emil Macho sagte vor Journalisten in Bratislava, dass sich der Protest nicht gegen die Europäische Union als solche richte, sondern gegen die Politik der EU-Kommission. Die EU sei «ein großartiges Projekt, aber leider in den falschen Händen». Ausdrücklich solidarisierten sich die slowakischen Bauern mit ähnlichen Protesten in anderen EU-Ländern.


London: Sanktionen gegen Firmen und Privatleute wegen Hilfe für Moskau

LONDON: Zum zweiten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Großbritannien Sanktionen gegen 50 Unternehmen und Privatleute wegen ihrer Unterstützung des Kriegs verhängt. Im Visier seien Firmen und Manager, die Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin mit Waffen versorgten, teilte das Außenministerium in London am Donnerstag mit. «Diese neuen Sanktionen zielen zudem auf wichtige Einnahmequellen Russlands ab, indem sie den Handel mit Metallen, Diamanten und Energie einschränken und die Finanzierung von Putins illegalem Krieg in jeder Hinsicht unterbinden.» Russland hatte die Ukraine am 24. Februar 2022 mit einer umfassenden Invasion angegriffen.

Die Zwangsmaßnahmen richten sich unter anderem gegen den staatlichen russischen Munitionshersteller Swerdlow und russische Importeure sowie internationale Ölhändler, die Russland den Angaben zufolge helfen, bestehende Sanktionen zu umgehen. Großbritannien geht zudem gegen den Chef des größten russischen Diamantenproduzenten Alrosa sowie leitende Mitarbeiter und Eigentümer des größten russischen Kupfer-, Zink- und Stahlproduzenten vor. Betroffen sind auch Unternehmen aus der Türkei, China und Belarus, die kriegswichtige Elektronik an Russland lieferten.

«Die heutigen Maßnahmen werden Putins Fähigkeit beeinträchtigen, sein in Schwierigkeiten geratenes Militär mit High-Tech-Ausrüstung und dringend benötigten Waffen auszustatten, und ihn daran hindern, seine Kriegskassen aufzufüllen, während die Ukraine sich verteidigt», hieß es in der Mitteilung weiter. Der britische Außenminister David Cameron sagte: «Gemeinsam werden wir angesichts der Tyrannei nicht nachlassen. Wir werden die Ukraine weiterhin in ihrem Kampf für Demokratie unterstützen - so lange es nötig ist.»


Paris: Russland drohte mit Abschuss französischer Aufklärungsflugzeuge

PARIS: Russische Truppen haben nach Angaben von Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu mit dem Abschuss französischer Aufklärungsflugzeuge über dem Schwarzen Meer gedroht. «Vor einem Monat hat ein System der russischen Luftüberwachung damit gedroht, französische Flugzeuge abzuschießen, während wir im internationalen Luftraum patrouillierten», sagte Lecornu am Donnerstag dem Sender RTL. «Sie haben russische Operatoren, die französische Piloten bedrohen, ihr Flugzeug abzuschießen.»

Das aktuelle Verhalten Russlands sei nicht mehr dasselbe wie vor zwei Jahren. «Wir haben die Rückkehr einer besonders aggressiven russischen Haltung. Russland spielt mit den Schwellen der Aggressivität», sagte der Minister. «Das liegt daran, dass Russland auf dem Schlachtfeld in der Ukraine Probleme hat. Sie haben russische Übernahmeversuche.»

Zum Schutz der Nato-Ostflanke hat Frankreich als Teil einer internationalen Koalition Soldaten und Flugzeuge nach Rumänien verlegt. Kampfjets und spezielle AWACS-Radarflugzeuge werden von dort aus zur Auskundschaftung des Südens der Ukraine, des Schwarzen Meers und der von Russland besetzten Krim eingesetzt.


Raketenschläge: Ukrainische Armee tötet ?«bis zu 60» russische Soldaten

CHERSON: Mit mehreren Raketenschlägen hat die ukrainische Armee eigenen Angaben nach mehrere Dutzend russische Soldaten auf einem Übungsgelände im besetzten Teil des Gebietes Cherson getötet. «Bis zu 60 Besatzer werden bereits nicht mehr auf ihre Kampfpositionen zurückkehren», sagte die Sprecherin der Kommandostelle Süd, Natalja Humenjuk, am Donnerstag im Kiewer Stadtfernsehen. Den Treffer habe Kiew während der Übungen von Sturmgruppen des russischen Militärs in dem südukrainischen Gebiet gelandet. Zum eingesetzten Waffensystem wollte Humenjuk sich nicht näher äußern. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

Erst am Dienstag sind russischen Medienberichten zufolge über 60 Soldaten bei ukrainischen Raketenschlägen auf ein Übungsgelände im russisch besetzten Teil des Gebiets Donezk getötet worden. Dabei hatte das ukrainische Militär mutmaßlich Himars-Raketen eingesetzt.

Die Ukraine wehrt seit knapp zwei Jahren mit westlicher Hilfe eine russische Invasion ab. Kiew hat dabei auch präzise Raketensysteme des US-amerikanischen Typs Himars erhalten.


«Neatkariga Rita Avize»: Bauernblockade in Polen trifft die Falschen

RIGA: Zu den Bauernprotesten in Polen und deren Blockaden an der Grenze zur Ukraine schreibt die lettische Zeitung «Neatkariga Rita Avize» am Donnerstag:

«Leider erleben wir auch in Polen etwas Ähnliches wie in den USA. Die innenpolitischen Auseinandersetzungen verlagern sich auf die Hilfe für die Ukraine. Vertreter der Oppositionsparteien PiS und besonders der (rechtsradikalen) Konföderation missbrauchen die Unzufriedenheit der Menschen und nutzen diese Blockade aktiv, um ihr politisches Kapital zu vermehren. Die Menschen wollen der unliebsamen inländischen Regierung ihre Faust zeigen, aber als Ergebnis treffen sie diejenige, die leichter zu treffen ist - die Ukraine.»


Deutschland und Tschechien verhandeln über weiteren Panzer-Ringtausch

PRAG: Deutschland und Tschechien führen Gespräche über einen weiteren sogenannten Ringtausch, um die Ukraine mit schweren Waffen zu beliefern. Über ein entsprechendes Angebot aus Berlin berichtete der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala nach einer Kabinettssitzung am Mittwochabend. «Das wird es uns ermöglichen, unsere Abhängigkeit von russischer Technik zu reduzieren und unsere Armee zu modernisieren», sagte der liberalkonservative Politiker.

Deutschland könnte Tschechien demnach weitere Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A4 zur Verfügung stellen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich dabei um aus der Schweiz beschaffte Panzer, die vertraglich vereinbart nicht in die Ukraine geliefert werden dürfen. Im Gegenzug würde Tschechien aus seinen Beständen weitere Panzer der sowjetischen Bauart T-72 an die Ukraine abgeben.

Wie nun bekannt wurde, hat Prag dem von Russland angegriffenen Land seit Beginn der russischen Invasion 62 Kampfpanzer, 131 Schützenpanzer, sechs Hubschrauber und 16 Luftabwehrsysteme übergeben. In einem ersten Ringtausch hatte Tschechien bereits 14 Leopard-2A4-Kampfpanzer aus deutschen Industriebeständen als Ausgleich entgegengenommen. Ein Bergepanzer Büffel soll noch folgen.

Von der deutschen Rüstungsindustrie hat die tschechische Regierung nach eigenen Angaben zudem das Angebot erhalten, weitere 14 Leopard-Panzer und einen Bergepanzer gegen Bezahlung zu erwerben. Die Kosten dafür würden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Prag im dreistelligen Millionenbereich liegen. «Die Militärtechnik, die wir den ukrainischen Streitkräften überlassen haben, muss ersetzt werden», betonte die tschechische Verteidigungsministerin Jana Cernochova.


Bundeswehr-General: Militärische Lage der Ukraine angespannt

BERLIN: Der militärische Chefkoordinator der Ukraine-Hilfe, Generalmajor Christian Freuding, sieht die Entschlossenheit des Landes zur Abwehr des russischen Angriffskriegs ungebrochen. Die militärische Lage der Ukraine sei aber angespannt, sagte Freuding der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor dem zweiten Jahrestag des Angriffs. Die Ukraine beklagte zuletzt einen Mangel an Artilleriemunition, Flugabwehr und weitreichenden Waffen.

Am Wochenende hatten ukrainische Kräfte das umkämpfte Awdijiwka aufgeben müssen. Auf der taktischen Ebene gebe es mit Ausnahme des Raum Awdijiwka einen relativ unveränderten Verlauf der über 1000 Kilometer Frontlinie, sagte Freuding. Räumlich begrenzt würden intensivste Gefechte geführt. «Russland ist entlang dieser Frontlinie weit überwiegend in der Initiative», stellte er fest. Freuding sagte auch: «Wir sind der Überzeugung, dass die Ukraine gewinnen kann. Dem gilt unsere ganze Kraft, unsere Anstrengungen und die unserer Partner.»

Der Offizier, der den Planungsstab im Verteidigungsministerium leitet, hatte vor zwei Wochen Generalinspekteur Carsten Breuer in die Ukraine begleitet. Sie hatten in Kiew den neuen Oberkommandierenden Olexander Syrskyj zu Gesprächen über weitere Waffenhilfen getroffen. Syrskyj habe über die Lage an der Front informiert und für Hilfen gedankt, hatte der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow mitgeteilt.

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Leserkommentare

Vom 10. bis 21. April schließen wir über die Songkranfeiertage die Kommentarfunktion und wünschen allen Ihnen ein schönes Songkran-Festival.

Hans-Dieter Volkmann 23.02.24 16:00
m.v.wob 23.02.24 04:50
Natürlich weiß ich nicht, wie Putin die nächsten Jahre erleben wird. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass westliche Geheimdienste über entsprechende Pläne, auch auf russischem Boden, verfügen. Putin ist vogelfrei. Wann und wie dies ein Ergebnis zeigt, bleibt noch unbekannt.
michael von wob 23.02.24 04:50
@ NKL
Auch ohne Bestättigung war´s für mich nach 1 Sek. klar wer ihn ermordet hat. Putin ist ein skrupelloser Massenmörder !
Norbert Kurt Leupi 23.02.24 03:40
Ukraine - Krieg
Dissidenten , Kritiker , Deserteure - die Liste der Putler - Opfer wird immer grösser ! Nun wurde bestätigt , dass der russische Helikopter-Pilot Maxim Kuzminov , der sich mit seinem Helikopter in die Ukraine absetzte , dafür ca.500000 Dollar kassierte , eine neue Identität annahm und sich nach Spanien , an die Costa Blanca absetzte , von Putins Schergen mit sechs Kugeln , in Villajoyosa , ermordet wurde ! Schon kurz nach der Flucht des Piloten , hatte Russlands Staatsfernsehen berichtet , dass der russische Geheimdienst den Auftrag erhalten habe , den Vaterlandsverräter ausfindig zu machen und ihn zu töten !