Überquellende Märkte laden zum Besuch

Allein schon die Vielzahl der Tomatensorten ist eine große, anhaltende Überraschung

Eine unglaubliche Fülle von Kräutern aller Art wird auf dem Bürkliplatz-Markt angeboten. Fotos: hf
Eine unglaubliche Fülle von Kräutern aller Art wird auf dem Bürkliplatz-Markt angeboten. Fotos: hf

Einer meiner Lieblingsmärkte in Zürich findet zweimal wöchentlich am Bürkliplatz statt. Dort herumzuschlendern ist schon mal ein reines Vergnügen.

Sommerferien in der Schweiz zu machen, ist momentan grauenhaft teuer. Das Hotel, wo ich im vergangenen Jahr für 700 Franken im Monat logieren konnte – ein sensationell tiefer Ausnahme-Preis dank Covid damals – kostet nun wieder 190 Franken pro Nacht wie vor der Krise. Mein Apartment mit Kochnische, maximal 25 Quadratmeter groß, kostet fast 2.000 Franken im Monat. Da ist man froh um ein paar günstige Vergnügen, die Zürich allerdings auch noch zu bieten hat.

Lunchbesuch im Botanischen Garten

Tomaten in jeder Farbe und Form.
Tomaten in jeder Farbe und Form.

Dazu gehört zweifellos ein Besuch in Zürichs schönen Botanischen Garten, wo der Eintritt für jedermann vollkommen frei ist. Bei Coop an der Höschgasse habe ich ein Schinkensandwich und ein Büchsenbier gekauft, setze mich über Mittag irgendwo auf den Rasen und genieße das Idyll.

Nach diesem simplen Lunch lasse ich bei einem Bummel den Garten auf mich wirken, sehe interessante lokal Pflanzen in den Außenanlagen und fühle mich wohl – wie zu Hause im Discovery Garden – in den tropischen Gewächshäusern. Kakao haben die hier ebenso wie bei uns in Pattaya oder Nong Khai. Graviola und das Große Fensterblatt (Mons­tera deliciosa), alles fast wie zu Hause.

Die Riesenseerosen (Victoria cruziana) scheinen mir weniger weit entwickelt zu sein als in anderen Jahren, doch ich täusche mich vielleicht, bin wohl einfach früher hier auf Besuch als in anderen Jahren…

Neue Sorte beim Ricinus communis

Die Riesenseerosen wachsen nun.
Die Riesenseerosen wachsen nun.

Auch ein kostengünstiges Erlebnis (sofern man nicht zu viel kauft) ist ein Besuch auf einem der vielen Warenmärkte von Zürich, wo Landwirte aus der näheren und weiteren Umgebung ihre aktuellen Produkte feilbieten. In den Blumenkisten vor dem Bürkliplatz fällte mir eine neue Sorte von Ricinus communis auf, die die Stadtgärtner dieses Jahr gepflanzt haben. Deren Samenkapseln sind orange, eine Variante, die ich so noch nicht kannte.

Der Markt selber präsentiert momentan noch Steinobst aller Art: Zwetschgen, Aprikosen und Nektarinen. Daneben gibt es Brombeeren, Himbeeren und Erdbeeren. Salate in jeder Größe und Farbe. Setzlinge ohne Ende. Feigenbäume und Olivenbäumchen. Die wachsen hier so ohne jedes Zutun des Gärtners – wie anders, wie schwierig ist das in Thailand!

Das Große Fensterblatt gedeiht.
Das Große Fensterblatt gedeiht.

Am erstaunlichsten aber ist sicher die ungeheure Vielfalt der Tomaten. Große, kleine, gezackte gibt es da. Die Farben schwarz, gelb, grün und natürlich rot sind vorhanden. Ein Fest der Farben, ein Fest der Sinne bietet dieser tolle Markt.

Ich habe bei einer Spezialität zugelangt, die eine Jugenderinnerung ist, beim „Biirebrot“ (Birnenbrot). Das ist ein Stollen in einem dünnen Kuchenteig. Die Füllung besteht aus eingekochten Birnen, die so haltbar gemacht wurden und Nüssen. Der Verkäufer erklärte mir, dass das Ganze heute „Früchtebrot“ heißt, weil außer Birnen auch Feigen und andere leckere Früchte für die Füllung verwendet werden.

Geschmacklich konnte ich keinen fundamentalen Unterschied herausschmecken, so dass das Ganze für mich ein „Biirebrot“ bleibt.

Alte Bäume kann man nun mal nicht mehr verpflanzen!


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.