Überprüfung der Grund- und Gebäudesteuer

Foto: National News Bureau Of Thailand
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BANGKOK: Lawaron Saengsanit, Staatssekretär für Finanzen, hat den Beginn der Überprüfung der seit fünf Jahren geltenden Grund- und Gebäudesteuer bekannt gegeben. Diese Maßnahme folgt auf ein umfassendes öffentliches Konsultationsverfahren, an dem über 500 Personen teilnahmen. Die Überprüfung soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Trotz der durch Covid-19 verursachten Reduzierung der Steuereinnahmen konnte im Jahr 2023 ein Betrag von über 35 Milliarden Baht eingenommen werden. Für das Jahr 2024 wird ein weiterer Anstieg der Einnahmen auf 43 Milliarden Baht erwartet.

Der Staatssekretär betonte die Notwendigkeit einer präzisen und ordnungsgemäßen Steuererhebung. Hierbei sollen digitale Grundbesitzurkunden und spezielle Software für die Datenverwaltung zum Einsatz kommen. Saengsanit schlug zudem die Einführung eines einheitlichen Steuersatzes für alle Arten von Grundstücken und Gebäuden vor. Leistungsfähigere Gemeinden könnten dabei höheren Steuersätzen unterliegen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die lokalen Einnahmen zu erhöhen und die Effizienz der Steuerverwaltung zu steigern.

In der jüngsten Kabinettssitzung wurden auch die Maßnahmen der Bank of Thailand (BOT) zur Beleihungsquote für Wohnungsbaukredite erörtert. Eine mögliche Senkung der LTV-Kriterien (Loan-to-Value) könnte dem Immobiliensektor zugutekommen. Die BOT erwägt entsprechende Anpassungen, um den Markt zu unterstützen. Ein weiteres Thema war die Wiederbelebung des LTF-Fonds (Long-Term Equity Fund), obwohl hier bisher keine weiteren Abstimmungen mit dem Finanzministerium stattgefunden haben.

Es wurde vorgeschlagen, dass die Zentralbank die Beleihungskriterien lockern und die Zinssätze für Wohnungsbaudarlehen um 0,25 bis 0,5 % senken sollte. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die negativen Faktoren auf dem Immobilienmarkt abzumildern.

Die ab 2020 geltende Grund- und Gebäudesteuer, die ab 2024 ohne Ermäßigungen angewendet wird, könnte sich psychologisch auf bestimmte Immobiliensegmente auswirken. Besonders betroffen könnten Ferienhäuser und Eigentumswohnungen sein, die zu Anlagezwecken gehalten werden.

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Jörg Obermeier 30.05.24 17:50
Für die Jahre 2020 bis mindestens 2022 hatte man extrem niedrigere Steuereinnahmen, aber enorm erhöhte Ausgaben. M.E. eine nicht zu bestreitende Tatsache, unabhängig davon ob man das was da seinerzeit abgelaufen ist im Detail für mehr oder weniger sinnig hält. Da muss jetzt, für mich sogar nachvollziehbar, alles auf den Prüfstand um mehr Steuereinnahmen zu generieren. Das macht natürlich für diejenigen die das alles nun bezahlen sollen keinen Deut besser. ärgerlich m.E. da die thailändische Wirtschaftsentwicklung seit 2014 über 9 Jahre lang mehr oder weniger zum Stillstand gekommen war. Die hektischen Versuche des Premier mit allen möglichen und unmöglichen Ideen das nun möglichst rasch zu ändern verursachen, zumindest bei mir, einen gewissen Slapstick-Eindruck. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass jede Idee einem gleich als "Plan", wenn nicht sogar "Masterplan" verkauft wird.
Ingo Kerp 30.05.24 17:00
Man wird sich wohl darauf einstellen muessen, das zukuenftig kraeftig an der Steuerschraube gedreht wird. Das wird dann auch etliche Einnahmemoeglichkeiten umschliessen, die bisher glimpflich behandelt wurden oder vielleicht ganz steuerfrei waren. Lassen wir uns ueberraschen.