Übergangslösung für kaputte Triebwerke

Betroffen sind Flugzeuge der A320neo-Reihe. Foto: epa/Guillaume Horcajuelo
Betroffen sind Flugzeuge der A320neo-Reihe. Foto: epa/Guillaume Horcajuelo

EAST HARTFORD/TOULOUSE (dpa) - Nach dem Flugverbot für mehrere Airbus-Mittelstreckenjets wegen kaputter Triebwerke hat der Zulieferer Pratt & Whitney Übergangslösungen gefunden.

Um die betroffenen Flugzeuge der A320neo-Reihe wieder voll einsatzfähig zu machen, will der US-Triebwerksbauer die problematischen Dichtungen nun vorerst durch einen bewährten und von den Behörden bereits genehmigten Typ ersetzen, wie es am Mittwoch in East Hartford (US-Bundesstaat Connecticut) mitteilte. Anfang März sollen die ersten neuen Triebwerke mit dieser Änderung die Werke verlassen. Airbus-Chef Tom Enders hatte zuletzt von April gesprochen.

Anfang 2018 waren in weltweit vier bekannten Fällen Triebwerke an neuen Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe ausgefallen, die erst seit Dezember ausgeliefert worden waren. Ursache ist demnach eine neuartige Dichtung, die erst seit kurzem zum Einsatz kam. Die Flugsicherheitsbehörde EASA erließ daraufhin Flugverbote für die 11 Maschinen, bei denen beide Triebwerke betroffen waren. Weitere 21 mit nur einem betroffenen Triebwerk dürfen vorerst keine weiten Strecken mehr über Wasser fliegen.

Bei den 11 Jets mit zwei betroffenen Triebwerken wird Insidern zufolge eines der beiden durch ein Exemplar mit der bewährten Dichtung ersetzt. Dies erfuhren die Nachrichtenagenturen dpa-AFX und Bloomberg am Mittwoch von mit der Sache vertrauten Personen. Damit gälten für sie lediglich die Beschränkungen wie für die übrigen Flieger. Insgesamt muss Pratt & Whitney fast 100 Triebwerke umrüsten. Gut die Hälfte davon steht noch bei Airbus.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder
Michael Meier 22.02.18 20:42
Triebwerke
Hab ich nur gewundert weil in dem Bericht kein Wort von Rolls - Royce Triebwerken steht und sie würden auch nicht passen .
Norbert Kurt Leupi 22.02.18 16:17
Rolls-Royce / Herr Michael Meier
Aber komm schon , lieber Michael ! Rolls - Royce ist ein weltbekannter Triebwerkhersteller , der aus der ehemaligen Autofabrik Rolls-Royce in England entstanden ist ! Sie bieten eine grosse Palette von Triebwerken für den zivilen wie den militärischen Einsatz an ! Auch für Hubschrauber ! Es gibt sogar eine deutsche Niederlassung in Blankenfelde/Mahlow ! Die neuesten "Würfe" , die Trent 1000 Triebwerke werden bei Boeing 787-800/900 Dreamliner oder Boeing 747-8 auf Wunsch natürlich vom Besteller , eingebaut ! Auch die neuen Airbusse A 350 -800/900 und die erst vor Tagen neugelieferte A 350-1000 XWB an Qatar - Airways ist mit diesem "riesengrossen Antrieb " versehen ! Ich meine , dass es doch auch möglich sein müsste/sollte , für den Airbus 320 NEO das geeignete Triebwerk zu bauen um auf die amerikanische Konkurrenz verzichten zu können (Europe first )! Ist das jetzt verständlich genug oder nicht ? MfG
Michael Meier 22.02.18 14:12
@ Jack Norbert Kurt Leupi
Ich verstehe nicht was du meinst !
Ingo Kerp 22.02.18 14:10
Ob das eine vertrauensbildende Maßnahme für die Passagiere ist?
Jack Norbert Kurt Leupi 22.02.18 11:52
Uebergangslösung
Ist den Rolls - Royce nicht fähig , ebenbürtige oder aber bessere Triebwerke zu liefern , dann könnte man doch auf die " Amerika`first -* Motoren * " verzichten ?