Über 30 Jahre Haft für Oppositionsführerin Fujimori gefordert

Keiko Fujimori bei der Verabschiedung aus dem Gefängnis Santa Monica in Lima. Archivfoto: epa/Paolo Aguilar
Keiko Fujimori bei der Verabschiedung aus dem Gefängnis Santa Monica in Lima. Archivfoto: epa/Paolo Aguilar

LIMA: Einen Monat vor den Wahlen in Peru hat ein peruanischer Staatsanwalt unter anderem wegen Geldwäsche und Behinderung der Justiz 30 Jahre und zehn Monate Haft für die Oppositionspolitikerin und Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori gefordert. Der Staatsanwalt José Domingo Pérez reichte die über 15.000 Seiten fassende Anklage bei dem zuständigen Richter ein, wie die peruanische Zeitung «El Comercio» am Donnerstag berichtete.

Die Staatsanwaltschaft habe außer Fujimori weitere 41 Personen angeklagt, unter ihnen Fujimoris Ehemann Mark Vito Villanella, für den sie 22 Jahre und acht Monate Haft forderte. Außerdem sollte die Partei «Fuerza Popular» (FP), der die 45-Jährige vorsteht, aufgelöst werden.

«So sehr ein Staatsanwalt sich jetzt in den Endspurt für die erste Runde (der Präsidenten- und Parlamentswahlen am 11. April) einmischen will, werde ich mich weiterhin dieser Verfolgung stellen und mit Energie voranschreiten, damit wir gemeinsam diese gesundheitliche und wirtschaftliche Notlage überwinden können» , schrieb Fujimori zu einem Foto von sich auf einem Traktor auf Twitter.

Fujimori hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als ein Jahr in U-Haft verbracht. Im Mai 2020 war sie aus der U-Haft entlassen worden, weil nach dem Urteil der Richter die Beweise nicht ausreichten, um eine weitere Untersuchungshaft zu rechtfertigen. Die Vorsitzende der rechten Partei «Fuerza Popular» (FP) soll im Wahlkampf 2011 illegale Zahlungen vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten haben. Die Firma steht im Mittelpunkt eines der größten Korruptionsskandale Lateinamerikas und war auch in Peru an einer Reihe öffentlicher Aufträge beteiligt.

Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren peruanischen Machthabers Alberto Fujimori (1990-2000), der eine 25-jährige Haftstrafe wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen verbüßt.

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