Tschechien erwartet lange Staus an Grenzen zur Maut-Umstellung

Foto: Twitter/@bjhanb
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PRAG (dpa) - Rückstaus bis nach Deutschland und andere Nachbarländer hinein erwarten die Betreiber zum Start eines neuen Mautsystems in Tschechien in zehn Tagen. Weniger als anderthalb Wochen vor dem Start eines neuen Lkw-Mautsystems seien erst rund 251.000 Fahrzeuge registriert. Das seien 55 Prozent aller erwarteten Anmeldungen, teilte Verkehrsminister Vladimir Kremlik am Donnerstag in Prag mit.

Der Politiker kündigte mehr Überzeugungsarbeit bei den Speditionen an. Zum Start des neuen satellitengestützten Systems am 1. Dezember befürchtet die Betreibergesellschaft Czechtoll kilometerlange Staus vor den Verkaufsstellen für die Mautgeräte.

«Jeder wartet bis zum letzten Augenblick», kritisierte Czechtoll-Geschäftsführer Matej Okali. Er rechnet mit langen Staus. «Probleme entstehen nicht nur in Tschechien, sondern auch in der Slowakei, in Polen, Deutschland und Österreich», erklärte Okali. An Brennpunkten wolle man zusätzliche mobile Verkaufsstellen einrichten. Zudem werden Ausweichparkplätze eingerichtet. Die Lage an den Grenzübergängen soll rund um die Uhr mit Drohnen überwacht werden.

Die neuen Maßnahmen sollen die erwarteten Staulängen deutlich reduzieren. Nach früheren Angaben ist auf der Autobahn Dresden-Prag mit neun Kilometern Stau zu rechnen, auf der Europastraße 48 zwischen Schirnding und Karlsbad (Karlovy Vary) mit sechs Kilometern. In Richtung Polen drohen je nach Schätzung 12 bis 40 Kiometer stockender Verkehr. Die Lkw-Maut gilt für alle Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Zulassungsgewicht. Das bisherige Mautsystem der österreichischen Firma Kapsch war bei der Neuausschreibung einem tschechisch-slowakischen Konsortium unterlegen.

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