Trump warnt vor «größtem Wahlbetrug der Geschichte»

Der US-Wahlkampf gewinnt an Fahrt

US-Präsident Donald J. Trump hält eine Pressekonferenz ab. Foto: epa/Chris Kleponis / Pool
US-Präsident Donald J. Trump hält eine Pressekonferenz ab. Foto: epa/Chris Kleponis / Pool

WASHINGTON: Gut zwei Monate vor der US-Präsidentenwahl hat Amtsinhaber Donald Trump wegen der zunehmenden Bedeutung der Abstimmung per Briefwahl erneut vor massivem Wahlbetrug gewarnt. «Das wird der größte Betrug in der Geschichte», sagte Trump am Donnerstag im Gespräch mit dem konservativen Sender Fox Business. In manchen Bundesstaaten wie Virginia würden Briefwahlunterlagen an «Tote und Hunde» verschickt, behauptete Trump weiter.

Bei der Wahl wird vor allem wegen des von der Corona-Pandemie ausgehenden Gesundheitsrisikos eine deutliche Zunahme der Abstimmung per Briefwahl erwartet. Trump hat deswegen wiederholt vor Wahlbetrug gewarnt, allerdings bislang keine stichhaltigen Belege dafür vorgelegt. Der Republikaner scheint Briefwahl als eine Finte der Demokraten zu betrachten, um ihn mit Hilfe einer höheren Wahlbeteiligung zu schlagen. «Sie wollen die Wahl stehlen», sagte er etwa am vergangenen Wochenende mit Blick auf die Demokraten.

Erst vergangene Woche hatte unter anderem der republikanische Gouverneur des Bundesstaats Ohio, Mike DeWine, Trumps Befürchtung vor einem Wahlbetrug zurückgewiesen. In Ohio funktioniere Briefwahl «außerordentlich gut», sagte er. Die Demokraten setzen sich dafür ein, dass die Bundesstaaten wegen der Pandemie möglichst vielen Wählern die Abstimmung per Briefwahl ermöglichen. Die Zunahme der Abstimmung per Briefwahl könnte auch zu einer etwas verzögerten Bekanntgabe des Ergebnisses der Wahl vom 3. November führen.

Experten haben sich besorgt gezeigt, dass Trumps Warnungen vor einem Wahlbetrug bei einem knappen Ergebnis genutzt werden könnten, um die Integrität der Abstimmung in Frage zu stellen.


Trump macht Einreisestopp aus Europa zum Wahlkampfthema gegen Biden

WASHINGTON/WILMINGTON: Der US-Wahlkampf gewinnt an Fahrt. Die Corona-Pandemie ist eines der dominierenden Themen - das macht der jüngste Schlagabtausch deutlich. Biden stellt eine Forderung, Trump antwortet mit Vorwürfen.

US-Präsident Donald Trump nutzt den von ihm in der Corona-Pandemie verhängten Einreisestopp aus Europa und China im Wahlkampf gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden. Hätte er auf Biden gehört, der gegen die Maßnahmen gewesen sei, wären in Amerika Hunderttausende Menschen mehr gestorben, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) im Weißen Haus. Biden wolle die US-Grenzen öffnen, was dazu führen würde, dass die Pandemie die USA durchdringe.

Trump hatte Ende Januar einen Einreisestopp aus China und Mitte März eine ähnliche Maßnahme für Reisende aus dem europäischen Schengen-Raum verhängt - und behauptet immer wieder, damit vielen Menschen das Leben gerettet zu haben. Es ist noch immer nicht absehbar, wann der Einreisestopp aufgehoben werden könnte - zumal auch die Europäische Union wegen der hohen Infektionszahlen ihre Grenzen für Reisende aus den USA dicht hält.

Biden hatte auf Trumps Vorstoß im März skeptisch reagiert und erklärt, dass weder eine Mauer noch ein Verbot aller Reisen aus Europa oder einem anderen Teil der Welt das Coronavirus aufhalten würden. Vielmehr brauche man einen Plan, um die Pandemie zu bekämpfen, hatte er damals betont.

Biden verspricht nun, dass er im Fall eines Wahlsieges am 3. November einen «umfassenden Plan» in der Corona-Pandemie verfolgen werde. Bei einem Auftritt mit seiner Vize-Kandidatin Kamala Harris forderte Biden am Donnerstag eine landesweite Maskenpflicht. Jeder einzelne US-Amerikaner sollte ab sofort in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das mindestens für die kommenden drei Monate, sagte der designierte Präsidentschaftskandidat in Wilmington (Delaware). «Jeder Gouverneur sollte das verpflichtende Tragen einer Maske vorschreiben», sagte Biden. Auf diese Weise könnten nach Schätzungen von Experten mindestens 40.000 Menschenleben in den kommenden drei Monaten gerettet werden.

Trump wies die Forderung zurück. Über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in den USA eine politisch aufgeladene Debatte geführt. Trump hatte sich trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten lange Zeit ohne Maske gezeigt. Nun wirbt er auch dafür und ist inzwischen einige Male mit Maske aufgetreten. Wegen der dramatischen Virus-Ausbreitung gilt mittlerweile eine Maskenpflicht in der Mehrzahl der Bundesstaaten.

«Biden hatte die ganze Zeit Unrecht über das Virus, er hat die wissenschaftlichen Beweise ignoriert und linke Politik vor Fakten und Beweise gestellt», sagte Trump. Kritiker machen Trump den Vorwurf, den Rat von Experten in der Corona-Krise zu ignorieren. Mehrfach sagte er, das Virus werde «einfach verschwinden». Trump machte am Donnerstag mit Blick auf die Maskenpflicht klar, dass man aus seiner Sicht zwischen der Lage in verschiedenen Staaten unterscheiden müsse. Seine Beraterin, die Ärztin Deborah Birx, hatte Anfang des Monats noch betont, dass das Virus alle Amerikaner betreffe - und jeder unabhängig vom Wohnort eine Maske tragen sollte.

Die Corona-Pandemie ist eines der beherrschenden Themen im US-Wahlkampf. Während die Demokraten Trump folgenschwere Versäumnisse vorwerfen, lobt dieser immer wieder die Arbeit seiner Regierung in der Krise. Die Pandemie droht dem Republikaner allerdings seines wichtigsten Arguments für die Wiederwahl zu berauben: die boomende Wirtschaft - die nun in einer schweren Krise steckt. Die Arbeitslosenquote liegt auf einem für die USA historisch hohen Niveau.

In den USA sind im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 fast 167.000 Menschen gestorben. Am Mittwoch allein wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität fast 1500 Tote verzeichnet - so viele wie seit Ende Mai nicht mehr. Mehr als 5,2 Millionen Infektionen wurden seit Beginn der Corona-Pandemie nachgewiesen.

Bidens Mitstreiterin Harris hatte Trump für die Vielzahl der Toten verantwortlich gemacht. Sie versprach am Donnerstag, dass eine von Biden und ihr selbst angeführte Regierung für die Ausweitung von Testkapazitäten und der Einstellung von 100.000 Amerikanern für die Kontaktrückverfolgung sorgen würde. Jedem US-Amerikaner solle zudem Zugang zu einer sicheren und effektiven Impfung gewährleistet werden, sagte Harris.


Biden fordert landesweite Maskenpflicht zur Corona-Eindämmung

WILMINGTON: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat in der Corona-Krise eine landesweite Maskenpflicht gefordert. Jeder einzelne Amerikaner sollte ab sofort in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das mindestens für die kommenden drei Monate, sagte Biden am Donnerstag in Wilmington (Delaware), nachdem er und und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris von Experten über die Corona-Pandemie unterrichtet wurden. «Jeder Gouverneur sollte das verpflichtende Tragen einer Maske vorschreiben», forderte Biden. Auf diese Weise könnten nach Schätzungen von Experten mindestens 40.000 Menschenleben in den kommenden drei Monaten gerettet werden.

Über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in den USA eine politisch aufgeladene Debatte geführt. US-Präsident Donald Trump hatte sich trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten lange Zeit ohne Maske gezeigt. Nun wirbt er auch dafür und ist inzwischen einige Male mit Maske aufgetreten. Wegen der dramatischen Virus-Ausbreitung gilt mittlerweile eine Maskenpflicht in der Mehrzahl der Bundesstaaten.

«Es geht nicht um Ihre Rechte, sondern um Ihre Verantwortung als Amerikaner», sagte Biden. Eine landesweite Maskenpflicht würde ermöglichen, das Land schneller wieder auf Kurs zu bringen, sagte er. «Seien Sie ein Patriot. Beschützen Sie ihre Mitbürger.»

Die Corona-Pandemie ist eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. In den USA wurden bereits mehr als 5,2 Millionen Infektionen nachgewiesen. Harris beklagte erneut, dass in den USA bereits mehr als 165.000 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben sind, wofür sie am Vortag Trump verantwortlich gemacht hatte. Sie versprach, dass eine von ihr und Biden angeführte Regierung für die Ausweitung von Testkapazitäten und der Einstellung von 100.000 Amerikanern für die Kontaktrückverfolgung sorgen würde. Jedem Amerikaner solle zudem Zugang zu einer sicheren und effektiven Impfung gewährleistet werden, sagte Harris.

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TheO Swisshai 17.08.20 05:37
Harris ist seit Geburt US-Bürgerin
Ein gebürtiger US-Amerikaner ist "natural born citizen", was sonst ? Die sinnlose Diskussion wurden schon bei Obama geführt und man hat gesehen was es gebracht hat.
Michael Meier 16.08.20 10:08
HRB hat nicht unrecht weil...
Der Ausdruck natural born citizen wird in der Verfassung nirgendwo weiter präzisiert und bisher wurde hierzu auch noch kein Fall vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten verhandelt. Daher gab und gibt es unterschiedliche Ansichten über die genaue Bedeutung dieser Klausel. Aber falls Biden gekillt wird oder stirbt wird Kamala ohne Wahl die " First Lady " .
Michael Meier 16.08.20 10:08
Es Ist jetzt schon
alles klar 555. Wenn Trump gewinnt dann ist alles ok und wenn er verliert liegt es nicht am eigenen Vesagen ! Er weiss jetzt schon dass ein Wahlbetrug und die Lügenpresse seinen Sturz verursachen werden. Und so ein Dämel und Lügner hat sogar in diesem Forum einige Fans .
TheO Swisshai 16.08.20 01:45
Beweise
Wär schön, wenn Trump mal Beweise für seine Behauptung liefern würde.
TheO Swisshai 16.08.20 01:45
@Hansruedi Bütler / Eltern
Von den Eltern steht in der Verfassung gar nichts, also spielt das auch keine Rolle.