Trump kritisiert Maduro für Blockade von US-Hilfslieferungen

Foto: epa/Michael Reynolds
Foto: epa/Michael Reynolds

WASHINGTON (dpa) - Seit gut einer Woche stehen an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela Laster mit Hilfsgütern. Aber der venezolanische Staatschef Maduro will sie nicht ins Land lassen. Donald Trump greift ihn scharf an.

US-Präsident Donald Trump hat den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro dafür kritisiert, dass er US-Hilfsgüter nicht in das krisengeplagte Land lässt. Maduro begehe einen «furchtbaren Fehler», sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus bei einem Treffen mit dem kolumbianischen Präsidenten Iván Duque Márquez. Solche «schlimmen Dinge» passierten, wenn die «falsche» Regierung an der Macht sei, fügte der Republikaner hinzu. Márquez erklärte, man müsse eine «deutliche Botschaft» an Maduro senden, dass die Blockade von Hilfslieferungen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei.

Seit gut einer Woche stehen an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela Laster mit Lebensmitteln, Medikamenten und Hygiene-Artikeln. Das venezolanische Militär lässt diese auf Geheiß von Maduro nicht passieren. Er hält sie für einen Vorwand für eine militärische Intervention in Venezuela.

Trump schloss eine militärische Option am Mittwoch erneut nicht aus. Man schaue sich alle Optionen an, er spreche aber nicht darüber, erklärte er. Inwieweit seine Regierung einen Einsatz tatsächlich vorantreibt, ist unklar. Der kolumbianische Präsident hatte vor seinem Besuch in Washington offengelassen, ob er US-Militär in seinem Land gegen Venezuela operieren lassen würde.

Die Bundesregierung schloss eine deutsche Beteiligung an einer eventuellen Militärintervention in Venezuela am Mittwoch ausdrücklich aus. «Wir treten für eine friedliche Lösung ein und eine friedliche Lösung verzichtet auf militärische Mittel», betonte Außenamts-Staatsminister Michael Roth (SPD). Man rufe alle Seiten zum Gewaltverzicht auf. Ziel sei eine politische Lösung mit freien und demokratischen Neuwahlen in dem südamerikanischen Land.

In Venezuela hatte sich Parlamentspräsident Juan Guaidó am 23. Januar selbst zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit herausgefordert. Zahlreiche Staaten, darunter die USA und Deutschland, haben ihn bereits als rechtmäßigen Übergangsstaatschef anerkannt. Maduro kann sich auf Russland, China und die Türkei sowie Kuba, Bolivien und Nicaragua stützen. Auch das mächtige Militär steht noch an seiner Seite.

Das erdölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Versorgungskrise. Viele Menschen hungern, in den Krankenhäusern fehlt es an Medikamenten und Material. In dieser Woche soll eine Sammelstelle für Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel im brasilianischen Bundesstaat Roraima an der Grenze zu Venezuela eingerichtet werden.

Außerdem soll die niederländische Karibikinsel Curaçao eine logistische Drehscheibe für Hilfsgüter werden. Das teilte der niederländische Außenminister Stef Blok am Mittwoch in Den Haag mit. Diese Entscheidung sei in enger Abstimmung mit der Regierung von Curaçao getroffen worden. Guaidó und die USA hätten darum gebeten.

Mexikos Präsident schlug vor, die Hilfsgüter in Venezuela von den UN verteilen zu lassen. So lasse sich eine politische Färbung umgehen, sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Mexiko hat sich bisher nicht wie andere lateinamerikanische Staaten hinter Guaidó gestellt, sondern gemeinsam mit Uruguay einen Friedensdialog für Venezuela vorgeschlagen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Ingo Kerp 14.02.19 13:56
Die milit. Option von Trump gegen Venezuela ist nichts anderes als eine Luftblase. CHN und RUS, die groeßten Geldgeber Venezuelas werden schon ihr Veto gegen einen Angriff einlegen. ohne UN Beschluß wäre Trump am Pranger. Maduro weiß darum und um die Tatsache, das er unbedingt das Militär hinter sich halten muß. Nicht umsonst hat er wohl inzwischen einige Tonnen Gold auf dem arabischen Markt verkauft, um seine Militärs weiterhin ruhig zu halten.