Irankonflikt geht um Atomwaffen, nicht um Öl

Foto: epa/Chris Kleponis
Foto: epa/Chris Kleponis

WASHINGTON (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat erneut betont, dass es ihm im Konflikt mit dem Iran nicht um Erdöl gehe. «Die US-Aufforderung an den Iran ist sehr einfach - keine Atomwaffen und keine weitere Förderung von Terror», schrieb Trump am Montag auf Twitter. Die USA seien als «größter Energieproduzent auf der Welt» nicht auf Öllieferungen über die Schifffahrtswege in der Region angewiesen. China, Japan «und viele andere Länder» bezögen dagegen große Teile ihres Öls von dort.

«Warum schützen wir also diese Schifffahrtswege für andere Länder (viele Jahre) für null Kompensation? Alle diese Länder sollten ihre eigenen Schiffe auf einer Reise schützen, die schon immer gefährlich war», schrieb Trump weiter.

In der eskalierenden Krise mit dem Iran ist die Sorge gewachsen, dass die Führung in Teheran die Straße von Hormus blockieren könnte - eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer.

Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. Am 13. Juni hatten Angriffe auf zwei Öltanker in der Region die Spannungen den USA und dem Iran erheblich angeheizt. Trump machte den Iran verantwortlich. Die Führung in Teheran wies das zurück. Am Donnerstag vergangener Woche schoss der Iran dann eine US-Drohne in der Gegend ab. Die USA bereiteten als Reaktion einen militärischen Angriff vor, den Trump nach eigenen Angaben kurz vorher stoppte.

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Joerg Obermeier 25.06.19 21:50
Natürlich geht es NUR um Atomwaffen! Darum sind die USA ja auch aus dem Abkommen ausgestiegen obwohl sich der Iran mit Punkt, Komma, Strich exakt daran gehalten hatte. Ich habe ja den leisen Verdacht, dass dieser Trump das selber wirklich glaubt was er da an Unsinn verzapft. Anders ausgedrückt: ein Überzeugungstäter. Punkt ist, das Abkommen war von der Obama-Regierung geschlossen worden und alles was auch nur ansatzweise nach Obama riecht muss in der Trumpschen Welt vernichtet werden. Dazu dann noch, dass praktischer weise die Saudis (Erzfeinde der Perser) für ein paar hundert Milliarden in den USA eingekauft haben. Da fühlt sich so ein windiger Geschäftsmann natürlich gebauchpinselt und muss nun auch liefern. So einfach ist das.
Wilfried Stevens 25.06.19 11:56
Weltherrschaftsbestreben...
Der Usa...keine Regeln mehr...und die Nato als Handlanger...mal abwarten ob die sich wieder die Hardliner für die Rüstungsindustrie durchsetzen...
TheO Swisshai 25.06.19 10:26
Das gleiche wurde auch im Irak-Konflikt behauptet
Nur wenn es Trump nicht ums Öl geht sondern um Atomwaffen, wieso kündigt er dann einseitig das Atomabkommen mit dem Iran ? Der Iran hat das Abkommen bisher eingehalten und sich auch nicht gegen Kontrollen gestreubt. Alles war im grünen Bereich, das haben die anderen Vertragspartner D, GB, F, etc. auch stets bestätigt. Der Iran würde niemals einen Krieg gegen die USA beginnen, umgekehrt sieht es etwas anderst aus. Hoffen wir für beide Seiten, dass der Konflikt ohne Krieg gelöst werden kann, denn einen Sieger gäbe es im Kriegsfall nicht, nur sehr viele Opfer auf beiden Seiten. Das wird Trump hoffentlich auch einsehen. Iran ist nicht Irak.