Greta soll sich auf andere Länder konzentrieren

Prinz Charles trifft sich mit Greta Thunberg in Davos

Foto: epa/Gian Ehrenzeller
Foto: epa/Gian Ehrenzeller

DAVOS (dpa) - Der US-Präsident und die Klimaaktivistin liefern sich in Davos ein Fernduell um den Klimaschutz. Nun forderte Trump Thunberg auf, ihre Kritik an andere Staaten als die USA zu richten. Auch eine Auszeichnung für die Klimaaktivistin stört ihn.

US-Präsident Donald Trump hat Klimaaktivistin Greta Thunberg aufgefordert, andere Länder anstelle der Vereinigten Staaten stärker in den Fokus zu nehmen. Die USA seien «sauber und schön», sagte Trump am Mittwoch in Davos vor Journalisten. Aber es gebe einen anderen Kontinent, «wo so viel Rauch aufsteigt, dass man es kaum glauben kann», sagte Trump - ohne dabei Asien, China oder Indien namentlich zu nennen. «Greta sollte anfangen, sich um diese Länder zu kümmern.»

Er betrachten den Klimawandel nicht mehr als «Schwindel», aber manche Aspekte der Debatte seien seiner Meinung nach extrem übertrieben, sagte Trump, ohne Beispiele zu nennen. «Manche Leute gehen von so einem Ausmaß aus, dass es so unrealistisch ist, dass man sein Leben gar nicht mehr leben kann«, sagte Trump am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF). Er sorge sich auch um die Umwelt, erklärte Trump. «Wir wollen das sauberste Wasser auf der Welt, wir wollen die sauberste Luft auf der Welt.«

Als Trump nach Greta Thunberg gefragt wurde - deren Auftritte in Davos viel Beachtung gefunden hatten - stellte er zunächst eine Gegenfrage: «Wie alt ist sie?». Trump behauptete dann, er hätte die 17-Jährige gerne in Davos getroffen. «Sie hat mich auf dem «Time»-Magazin ausgestochen», sagte er. «Time» hatte Thunberg zur «Person des Jahres» 2019 gekürt. Trump hatte das auf Twitter damals als «lächerlich» herabgetan.

Trump nannte den Klimawandel früher einen «Scherz»; davon ist er mittlerweile abgerückt, aber er bezweifelt immer noch, dass die Klimaveränderungen menschengemacht sind. Auch Prognosen mit düsteren Konsequenzen des Klimawandels stellt er immer wieder in Frage. In seiner Rede vor dem WEF am Dienstag hatte er erklärt, anstatt Schwarzmalerei brauche es Optimismus und Zukunft in Technik und Forschung, um solche globale Herausforderungen zu meistern.

Thunberg hatte sich bereits am Dienstag beim Weltwirtschaftsforum zu Wort gemeldet und den Unternehmenschefs, Politikern und Gesellschaftsvertretern Untätigkeit vorgeworfen. «Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an», kritisierte sie und mahnte sofortiges Handeln an. «Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt.» Sie kritisierte, «leere Worte und Versprechen» sollten den Eindruck erwecken, dass etwas für das Klima getan werde, sie brächten aber nichts gegen die Klimakrise.

Prinz Charles trifft sich mit Greta Thunberg in Davos

LONDON (dpa) - Der britische Thronfolger Prinz Charles (71) wird beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Mittwoch zu erstem Mal mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg (17) zusammentreffen. Das teilte das Clarence House, der Sitz des Prince of Wales in London, per Twitter mit.

Charles warnt bereits seit vielen Jahren vor der Klimaerwärmung und sollte am Mittwoch eine Rede bei der jährlichen Konferenz in dem Schweizer Skiort halten. Laut vorab verbreiteten Auszügen der Ansprache fordert der britische Royal, dass Konsumenten künftig besser über die Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit von Produkten aufgeklärt werden sollen.

Thunberg hatte sich bereits am Dienstag beim Weltwirtschaftsforum zu Wort gemeldet. Sie warf den Unternehmenschefs, Politikern und Gesellschaftsvertretern Untätigkeit vor und legte sich dabei indirekt mit US-Präsident Donald Trump an, der die Warnungen vor der Klimakrise als Schwarzseherei und Pessimismus abtat.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.