Trump greift Deutschland wegen Verteidigungsausgaben an

US-Präsident Donald J. Trump. Foto: epa-efe/Neil Hall
US-Präsident Donald J. Trump. Foto: epa-efe/Neil Hall

SINGAPUR (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat Deutschland erneut offen wegen seiner geringen Verteidigungsausgaben im Nato-Verbund kritisiert.

«Deutschland zahlt ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes (langsam) in Richtung Nato, während wir vier Prozent von einer weit größeren Wirtschaftsleitung zahlen», schrieb Trump von Singapur aus auf Twitter. «Glaubt irgendjemand, dass das Sinn macht?», fragte Trump.

Die USA trügen einen Großteil der Nato-Kosten zum Schutz von Ländern, die im Gegenzug auf Kosten der Vereinigten Staaten Handel trieben. «Sie zahlen nur einen Bruchteil der Kosten und lachen uns aus», schrieb Trump. «Wir beschützen Europa zu großen finanziellen Kosten, und dann werden wir beim Handel auf unfaire Weise geschröpft», fuhr Trump fort. «Veränderung kommt!».

Trump war vor seinem Aufbruch nach Singapur, wo er sich zu einem historischen Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen wird, vorzeitig vom G7-Gipfel in Kanada abgereist. Seine Zustimmung zu einer gemeinsamen Abschlusserklärung hatte er aus Ärger über Äußerungen von Kanadas Premierminister Justin Trudeau zurückgezogen und damit einen Eklat verursacht sowie das gesamte G7-Format in eine Krise gestürzt.

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 12.06.18 15:23
Herr Lippert, für ein paar Raketen mehr,
werden keine 600 Milliarden Dollar benötigt. Also 10mal mehr als Rußland. Die Administration der USA benötigt dieses Geld für die militärischen Stützpunkte, die sie weltweit unterhalten, um die Regime Change durchzuführen, so wie sie der Viersterne General Wesley Clark in einem Vortrag bereits 2007 während eines Vortrages anlässlich eines Think Tanks äußerte. Anzusehen unter Alternativ TV vom 12.05.15. Die blühenden Landschaften in den USA, wie sie uns die Medien vorgaukeln, gibt es schon lange nicht mehr. Noch nicht einmal eine vernünftige Gesundheitsreform wurde zustande gebracht. Die Unzufriedenheit der amerikanischen Mittelschicht ist so groß, dass sie den Spinner Trump als Retter gewählt haben.
Rudolf Lippert 11.06.18 22:02
Jürgen Franke
Fairerweise muss man zugestehen, dass Amerika höhere kosten für seine Raketen hat als rus, da es auch einen massiv höheren Wohlstand (BIP) hat. Allerdings würde ich vermuten, dass nach der Beruhigung mit Nordkorea dann die Zeit für einen irankrieg kommen wird, nicht zuletzt als vollstreckungsgehilfe israels. Ich bin kein Prophet aber sowas liegt in der Luft. Wirtschaftlich natürlich genial. Der Dollar rauf, euro runter. Europa wird nur zugucken als Randfigur. 4 mio Afrikaner sitzen auf gepackten Koffern Richtung Europa sprich Deutschland. Mich würde auch nicht wundern wenn das timing so wäre, dass inmitten der afro-asylwelle der irankriegt beginnen würde. D wäre auf Jahre hinaus mit bamf und prozessiererei beschäftigt (ist ja ein demokratischer Rechtsstaat) und die anderen europäer wehren sich gegen eine Umverteilung der Afrikaner. Natürlich zuzüglich der bereits bestehenden migration. Die Amerikaner hätten den rücken komplett frei.
Jürgen Franke 11.06.18 16:27
Es ist nicht ganz ungeschickt, wie dieser
Präsidentendarsteller die Tatsachen einfach verdreht. Bekanntlich gibt die USA 10mal mehr für ihre Rüstung aus, als z.B. die Russen. Diese horrenden Ausgaben sind berechtigt, da sich die Amis in alle Konflikte der Welt einmischen. Wenn keine vorhanden sind, werden Länder aufeinander gehetzt. Damit der Bestand an Rüstungsgütern in Amerika abgebaut wird, wird verlangt, dass Europa entsprechend aufrüstet. Derzeit sieht man zwar keine Notwendigkeit der Aufrüstung, da Europa nicht bedroht wird, aber das kann Herr Trump sicherlich auch ganz schnell ändern.
Rudolf Lippert 11.06.18 13:33
Beat sigrist
Ich weiss nicht warum sie immer negativ drauf sind und die EU und USA runtermachen? Es geht im Artikel grundlegend nur um zwei Punkte: 1. «Deutschland zahlt ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes (langsam) in Richtung Nato, während wir vier Prozent von einer weit größeren Wirtschaftsleitung zahlen» 2. «Wir beschützen Europa zu großen finanziellen Kosten, und dann werden wir beim Handel auf unfaire Weise geschröpft» Und um sich nicht von dem Artikel zu entfernen: ja! Da hat er recht (natürlich sieht er das als unfair an) Das ist so. Es ist doch nachvollziehbar, dass das zu ungunsten der USA ist. Im Schatten ihrer militärischen Aufwendungen erwirtschaften überschattete Länder riesige exportgewinne. Genau da will er eine stärkere Beteiligung an den kosten. Aus meiner Sicht klar, verständlich und nachvollziehbar. Um mehr geht es in dem Artikel nicht, abgesehen von singapur und Kanada aber darauf beziehen sie sich ja nicht..
Matthias Boerner 11.06.18 13:31
Wir brauchen die USA nicht
Die USA ist kein großer Gewinn für Deutschland in jeder Hinsicht dev. nicht.