Trump droht im Fall Chaschukdschi mit «harter Bestrafung»

US-Präsident Donald Trump. Foto: epa/Olivier Doulier
US-Präsident Donald Trump. Foto: epa/Olivier Doulier

WASHINGTON (dpa) - US-Präsident Trump erhöht den Druck auf die saudische Führung: Er hält es für möglich, dass sie für das Verschwinden des Journalisten Chaschukdschi verantwortlich ist - und droht mit Konsequenzen. Eine Maßnahme will Trump dabei allerdings nicht ins Auge fassen.

US-Präsident Donald Trump hat im Fall einer Ermordung des verschwundenen Journalisten Dschamal Chaschukdschi durch Saudi-Arabien mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht. «Wir werden der Sache auf den Grund gehen, und es wird eine harte Bestrafung geben», sagte Trump dem US-Sender CBS. Trump betonte aber auch: «Zu diesem Zeitpunkt weiß niemand, was passiert ist.»

Der Präsident wandte sich am Samstag (Ortszeit) wiederholt dagegen, einen 110 Milliarden Dollar schweren Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien aufzukündigen. «Ich will keinen Jobs schaden», sagte Trump. «Ich will eine Bestellung wie diese nicht verlieren. Und wissen Sie was, es gibt andere Wege der Bestrafung - um ein ziemlich hartes Wort zu benutzen.»

Trump sagte auf die Frage, ob der Journalist möglicherweise auf Anordnung der saudischen Führung ermordet worden sei: «Es wird untersucht, das wird ganz, ganz genau angeschaut, und wir wären sehr aufgebracht und verärgert, wenn das der Fall wäre.»

Trump fügte hinzu: «Zu diesem Zeitpunkt dementieren sie es, und sie dementieren es vehement. Könnten sie es gewesen sein? Ja.» Er rechne in der «nicht so fernen Zukunft» mit Klarheit und kündigte an, er werde noch am Wochenende den saudischen König Salman anrufen. «Ich denke, dass es angemessen für mich ist, ihn zu fragen, was los ist.»

Saudi-Arabien ist der weltweit größte Käufer von US-Rüstungsgütern und ein enger Verbündeter Trumps. Die Führung in Riad dementiert, dass sie für das Verschwinden des saudischen Journalisten verantwortlich ist. Dieser hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit seiner Verlobten abzuholen. Seither wird der Regimekritiker vermisst. Türkische Regierungs- und Geheimdienstkreise streuen seit Tagen die These, dass Chaschukdschi im Konsulat ermordet worden sei.

Auch Trump befürchtet, dass der Journalist - der im Exil in den USA lebte - nicht mehr am Leben ist. «Unsere erste Hoffnung war, dass er nicht getötet wurde», sagte er am Samstag im Weißen Haus. «Aber das sieht vielleicht nicht so gut aus.»

Trump sagte, er habe die türkische Verlobte Chaschukdschis ins Weiße Haus eingeladen. «Sie hat mir und der First Lady einen Brief geschrieben, einen schönen Brief.» Auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung am Samstagabend sagte Trump auf die Frage eines Reporters, ob die Saudis Grund zur Angst vor seiner Reaktion haben müssten: «Nun ja, ich hoffe nicht.»

Der US-Präsident sagte zu dem Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien: «Wenn sie das nicht von uns kaufen, dann werden sie es von Russland kaufen oder sie werden es von China kaufen oder sie werden es von anderen Ländern kaufen.» Trump verwies darauf, dass Hunderttausende Arbeitsplätze in den USA betroffen wären. Der Präsident fügte aber hinzu: «Es gibt andere Dinge, die wir tun können, die sehr, sehr wirksam sind, sehr stark.» Einzelheiten nannte er nicht.

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Leserkommentare

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Zil Zelini 15.10.18 09:47
Gut...
möglich, dass die Auftragsmörder in Saudi-Arabien bald vor Gericht gestellt und auf Weisung ihrer Auftraggeber zum Tode verurteilt und hingerichtet werden, um das Verhältnis zum "Westen" nicht zu belasten.
TheO Swisshai 14.10.18 17:23
@Ingo Kerp / Trump Reaktion
Nicht mal eine Seifenblase wird er hinbringen, aber für was auch. Er muss ja nichts beweisen, sein grosses Maul und seine Versprechungen genügt den Leuten völlig. Sie haben auch keine andere Wahl, als zu hoffen, dass er doch noch etwas richtig machen wird, um damit endlich sagen zu können, seht ihr, wir haben es von Anfang an gesagt, er ist ein guter Präsident. Falls das nicht passiert, wovon ich übrigens ausgehe, bräuchte es fast ein Attetat, damit die Nach-Trump-Zeit für die heutigen Trump Anhänger, erträglich sein wird. Es ist ja nicht so dass er nichts gemacht hat, immerhin hat er den 3. Weltkrieg ganz alleine gerettet und als eine der ersten Amtshandlungen, die Rüstungsausgaben massiv aufgestockt. Auch hier reagiert er sofort und garantiert Saudia Arabien umgehend, dass der Rüstungsdeal über 110 Mia.$ in keinesfalls gefährdet ist, egal ob der Journalist getötet wurde oder nicht. Das ist doch richtig gut....... und wer das nicht findet, sieht nur den tieferen Sinn dahinter noch nicht. Also weitere verschlüsselte Tweets abwarten...... irgendwann wird man sehen wie hoch sein IQ tatsächlich ist und wer recht hatte.
Ingo Kerp 14.10.18 13:44
Nette Büttenrede von Trump. Die schwerwiegenden Konsequenzen sind eine Seifenblase.