Trösterin Religion

Trösterin Religion

Ich denke, es waren kluge Leute, die die Religion erfunden haben. Sie hatten gesehen und erfahren, wie Menschen um sie herum trostlos starben. Zuerst erfanden sie die Geister, die den Menschen in guten wie in bösen Situationen halfen. Diese Geister leben und wirken immer noch, zum Beispiel im Buddhismus, der mit dem Animismus kooperiert.

Das Christentum wollte die Menschen trösten, indem es ihnen versicherte, dass sie nach ihrem Tod vor das Jüngs­te Gericht gestellt werden, das darüber entscheidet, ob sie ein gutes oder böses Leben geführt haben. Wer ein gutes Leben geführt hatte, der durfte im Paradies weiterleben. Wer ein sündiges Leben geführt hatte, landete in der Hölle: ein Psycho-Spiel mit der Angst. Zwischendurch gab es noch den Ablasshandel, mit dem man sich von allen bösen Taten freikaufen konnte. Christen waren schon sehr früh gute Kaufleute. Aber auch in Thailand bekam der Buddhismus seine Risse. Die Thais glauben an Tausende Geister, aber auch daran, dass sie durch Spenden an Klöster und Mönche ihr nächstes Leben verbessern können. Anders ausgedrückt, sie glauben an ein nächstes Leben auf Erden, so wie die Christen an ein ewiges Leben glauben. Die Hindus haben ihren eigenen Glauben, so wie die Muslime und unzählige anderer Sekten auf der Welt. Woran soll, woran kann man glauben? Oder ist das alles Aberglaube? Ich bin davon überzeugt, dass der Glaube, jeglicher Glaube, hilfreich ist für Menschen, die angstvoll durchs Leben wandern. Für sie gibt es ein Ziel, eine Hoffnung und Trost. Wer bin ich, sie von ihrem Glauben abzuhalten? Persönlich neige ich dazu, der Natur zu vertrauen. Sie kennt keine Gläubigen und keine Sünder. Sie handelt aus sich selbst heraus und ist niemand untertan. Nur Menschen können ihr schaden. Deshalb ist es die Aufgabe aller Menschen, die Natur mit allen Mitteln zu verteidigen und unseren kleinen Planeten zu erhalten.

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