Transportunternehmen fordern Ende der Notstandsversordnung

Die Verlängerung der Notstandsverordnung treibt die Kosten für die Wirtschaft deutlich in die Höhe. Foto: Thailand Industry
Die Verlängerung der Notstandsverordnung treibt die Kosten für die Wirtschaft deutlich in die Höhe. Foto: Thailand Industry

BANGKOK: Transport- und Logistikunternehmen lehnen die geplante einmonatige Verlängerung der landesweiten Notstandsverordnung ab, die die Wirtschaft im Juni nach Schätzungen weitere 300 bis 400 Milliarden Baht kosten würde.

Eine Verlängerung des Erlasses über den 31. Mai hinaus sei zur Eindämmung des Coronavirus-Ausbruchs unnötig, da die Menschen ihr tägliches Leben bereits durch umfassende Maßnahmen an die Pandemie angepasst hätten, sagte Thongyoo Kongkhan, ein Berater des Vorsitzenden des thailändischen Landtransportverbandes (LTFT). Stattdessen solle sich die Regierung auf strengere Maßnahmen für diejenigen konzentrieren, die nach Übersee reisen, wo das Risiko, sich anzustecken und das Virus zurückzubringen, höher sei. „Die Regierung sollte die Notstandsverordnung aufheben, da sie eine negative Atmosphäre für Unternehmen und Investitionen schafft", betonte Thongyoo, dessen Organisation landesweit rund 1,5 Millionen Lkw-Fahrer vertritt. 20 bis 25 Prozent der Lkw-Fahrer seien inzwischen arbeitslos.

Der LTFT äußert sich besorgt darüber, dass ausländische Firmen aufgrund der Ausgangssperre und anderer Maßnahmen, die den Geschäftsbetrieb behindern, Investitionen in Thailand verzögern könnten. Im schlimmsten Fall könnte ein ausländisches Unternehmen seine Produktion nach Vietnam oder in andere ASEAN-Staaten verlagern, die sich nicht mehr im Ausnahmezustand befänden. „Viele Länder, die von dem Virus stärker betroffen sind als Thailand, haben keine Notstandsverordnungen erlassen und die Geschäfte wie gewohnt weiterlaufen lassen", betont Thongyoo. Der LTFT wünsche sich staatliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Binnenwirtschaft, zur Steigerung der Kaufkraft und zur Wiederherstellung des Verbrauchervertrauens.

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Juergen Siegfried 25.05.20 15:21
@Oliver Harms
Fallzahlen sind international nicht vergleichbar. Anzahl der Tests pro tausend Einwohner und ggf. klimatische Einflüsse können das Ergebnis beeinflussen. Das die Regierung Thailands alles absolut richtig gemacht hat ist nur ihre persönliche Meinung. Erinnert sei da z.B. an die Genehmigung von Boxveranstaltungen trotz hoher Infektionsgefahr, zu späte Bereistellung von Desinfektionsmitteln und den verschuldeten Massenexodus aus BKK. Andere Regierungen haben allerdings auch Fehler gemacht ! Es ist jedoch einfach nicht in Ordnung das Sie Leute die etwas kritisieren oder hinterfragen als ,Besserwisser aus den radikalen linken wie rechten Milieu' bezeichnen ! Sie sind absolut nicht kritikfähig und lassen nur ihre eigene ,,richtige'' Meinung gelten. Auf alles Andere wird moralisch draufgedroschen...! Übrigens, einige Lockerungsmaßnahmen in D halte ich persönlich auch für verfrüht. Aber trotzdem heißt dieses Land für mich immer noch Deutschland..!!
Hubert Küpper 24.05.20 16:25
@Wolfgang Traugott Diskutieren kann man darüber welche Maßnahmen besser waren/sind ( Schweden/ Deutschland bzw. Rest Europas ). Aber ihre Behauptung Schweden hätte einen um 30% größeren Wirtschaftlichen Einbruch, ist schlichtweg falsch. Schwedens Mittelstand und Kleinunternehmer sind nahezu unbeschadet durch die Krise gegangen. In Deutschland sind trotz Hilfs-Zahlung tausende bereits pleite. Und ich rede nicht von maroden Unternehmen, welche schon vor der Krise in Schwierigkeiten waren. Viele Kleinunternehmer haben maximal 50-100% der monatlichen Ausgaben an Rücklage und da bedeutet ein 3 monatiges Lockdown das Aus. Z.B. Gastronomie, Clubs, Kinos, Schischabars, und all das, was von unseren oberen Herrschaften, als nicht Systemrelevant angesehen wird. Aber auch diese Unternehmen haben eine Existenzberechtigung. Und zu den Sterbezahlen. Diese Zahlen sind doch alle nicht vergleichbar. Ein Land testet 1 Person per tausend Einwohner und das andere Land testet 100 Personen per tausend Einwohner. Ist doch logisch, dass in dem Land wo mehr getestet wird auch höhere Fallzahlen registriert werden. Und auch hier noch Mal der Vergleich zwischen Schweden und Deutschland. Der Durchschnitt der Verstorbenen ist 86 Jahre !!! Und hatte zu 99% zumindest eine, aber meistens mehrere gravierende Vorerkrankungen. Durch die vortgeschrittene Immunisierung wird die Sterberate in Schweden schneller wieder sinken, die der anderen Länder noch viele Monate auf höherem Niveau stagnieren.
Oliver Harms 24.05.20 15:26
Die Transportwirtschaft hat schon recht.
Was ist es für ein Unterschied ob die Menschen mit dem Zug,dem Bus oder Flugzeug innerhalb Thailands transportiert werden oder ein LKW-Fahrer mit seiner Ladung durchs Land fährt? Ansonsten hat die Regierung bisher aber alles genau richtig gehandhabt wie man unschwer an den Fallzahlen erkennen kann. Natürlich gibt es immer wieder Besserwisser aus den radikalen linken wie rechten Milieu die den Regierungen die rechtzeitig gehandelt haben-da zu gehört die Regierung Thailands ganz klar- irre oder besser wirre Unterstellungen vorwerfen.Frei nach dem Motto Corona ist eine Erfindung zur unterdrückung der Menschenrechte. Je weniger Fälle es gibt um so mehr beschimpft dieses Klientel die Regierung welche rechtzeitig gehandelt hatte um tötliche Schäden vom Volk abzuwenden. Das es die wenigen Fälle aber nur gibt,weil die Regierung gehandelt hat können oder wollen sie nicht begreifen und versuchen statt dessen öffentlich Unruhe zu schüren durch völlig haltlose Thesen und das leider unterstützt durch veröffentlichungswillige Puplikationen.(Siehe @Helmut Bender) Germansky hat übrigens dank Öffnung von Lokalen und Kirchen eine neue Coronawelle ausgelöst. Sie suchen grade verzweifelt alle die mit den neuen Virusträgern in kontakt gestanden haben.....
Wolfgang Traugott 24.05.20 13:58
Schaun wir mal
Ich verstehe die Transportwirtschaft und auch ich begrüße wie Wolfgang R, dass die vernünftige Argumente mitliefern und nicht nur nach mehr Freiheiten schreien. Ob allerdings eine Öffnung jetzt wirklich die beste wirtschaftliche Option ist, werden wir erst in einign Monaten wissen. Keiner, auch keienr der Experten weiß im detail wie schlimm oder nicht schlimm die 2. Welle ausfallen wird, allerdings sind sich auch die schlimmsten Gegner von Beschränkungen einig, dass es sie geben wird. Beispiel Schweden: Lage Monat sah es so aus, als seien alle anderen blöd gewesen. Kaum Bechränkungen, so gut wie keine Schließungen, nur Empfehlungen an die Bevölkerung. Jetzt hat Schweden aber doch die höchste Sterblichkeitsrate in Europa und einen um rund 30% höheren Wirtschaftseinbruch als Deutschland. In einem Jahr werden wir alle wissen, was Thailand alles hätte besser machen können und so wie in jedem anderen Land werden sich Fehler zeigen. Es gibt aber durchaus Anhaltspunkte, dass der strenge Weg mittelfristig besser ist, auch für die Wirtschaft: In Taiwan gab es erste Lockdowns und einen Einreisestopp für Festlandchinesen, noch bevor die WHO die Existenz des Virus offiziell zur Kenntnis genommen hatte, und der Taiwanesischen Wirtschaft geht es super.
Ingo Kerp 24.05.20 13:51
Der Ex-Gouverneur von New Jersey hat in einem Aufruf die Bevoelkerung zurück an die Arbeit gerufen mit den Worten, man solle auch seine Gesundheit riskieren und sogar sein Leben, die Wirtschaft muß aber wieder in Gang kommen. Macht das Sinn? Egal für welches Land, ist das Leben der Wirtschaft unterzuordnen? Darüber läßt sich trefflich streiten.