Tote und Verletzte nach Beschuss in Konfliktregion Berg-Karabach

Archivfoto: epa/Hayk Baghdasaryan
Archivfoto: epa/Hayk Baghdasaryan

STEPANAKERT: In der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus ist es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Toten und Verletzten gekommen. Das Verteidigungsministerium von Aserbaidschan sprach am Montag von vier getöteten und vier verletzten Soldaten. Armeniens Verteidigungsministerium berichtete von zwei verletzten Polizisten. Beide Staaten beschuldigten sich gegenseitig, den Vorfall an der Grenze provoziert zu haben.

Berg-Karabach ist zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken umstritten. Dort kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen, bei denen Soldaten auf beiden Seiten verletzt werden oder sterben. Das christlich geprägte Armenien kann sich auf Russland als Schutzmacht berufen. Die islamisch geprägte Republik Aserbaidschan fordert die Rückgabe der ausschließlich von Karabach-Armeniern bewohnten Region.

Die Auseinandersetzungen begannen am Wochenende. Nach Mitteilung des armenischen Verteidigungsministeriums ging der Beschuss beider Seiten auch am Montag weiter. Regierungschef Nikol Paschinjan warnte vor «unvorhersehbaren Folgen», sollte sich die Lage wegen der neuerlichen Eskalation destabilisieren. In Aserbaidschan beriet der Sicherheitsrat über die Situation. Präsident Ilham Aliyev sagte, sein Land werde die Grenze weiter schützen.

Die Lage war am Montag zunächst unklar. Zuletzt war es in dem seit Jahrzehnten andauernden Streit allerdings weitgehend ruhig geblieben. Nun wächst die Sorge, dass sich der Konflikt erneut zuspitzen könnte. In den 1990er Jahren hatte es dort einen Krieg gegeben.

Russland rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Eine weitere Eskalation könne die Sicherheitslage der Region bedrohen, teilte das Außenministerium mit. Das wäre nicht zu akzeptieren. Russland sei bereit, Hilfe zur Stabilisierung der Situation zu leisten.

Die Türkei verurteilte den «Angriff der armenischen Streitkräfte». Dieser sei eine «weitere Manifestation des aggressiven Nationalismus Armeniens», hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Ankara. «Die Türkei wird Aserbaidschan weiter mit all ihren Möglichkeiten im Kampf um den Schutz seiner territorialen Integrität zur Seite stehen.»

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