Tote und Verletzte bei Explosion von Landmine

Ein brennendes Fahrzeug ist in der strategisch wichtigen Stadt Saida im Südosten der Stadt Daraa zu sehen. Foto: epa/Youssef Badawi
Ein brennendes Fahrzeug ist in der strategisch wichtigen Stadt Saida im Südosten der Stadt Daraa zu sehen. Foto: epa/Youssef Badawi

DAMASKUS: Hunderttausende nicht explodierte Sprengkörper lagern noch in Syrien. Am Samstag sterben elf Erntehelfer, als ihr Wagen auf eine Mine trifft. Solche Unfälle gehören zum Alltag in dem Bürgerkriegsland.

Bei der Explosion einer Landmine im Süden des Bürgerkriegslandes Syrien sind elf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Ein Lastwagen mit Erntehelfern sei am Samstag von der Detonation getroffen worden, meldete die staatliche syrische Agentur Sana unter Berufung auf das Innenministerium. Der Unfall ereignete sich demnach in dem Ort Dair al-Adas in der Provinz Daraa.

Aus dem lokalen Krankenhaus hieß es zunächst, acht Menschen seien ums Leben gekommen und 42 verletzt worden. Nach Angaben von Anwohnern waren die meisten Opfer Frauen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von drei weiblichen Todesopfern. Fünf Tote seien zudem minderjährig gewesen. Mehreren zum Teil schwer Verletzten mussten demnach Körperteile amputiert werden.

In der Region hatte es vor allem im Jahr 2015 heftige Kämpfe zwischen Regierung und Rebellen gegeben. Noch immer sind dort viele Landminen verstreut. Der Bürgerkrieg in Syrien hatte im März 2011 begonnen. Die Stadt Daraa in der gleichnamigen Provinz war damals Ausgangspunkt von Protesten gegen die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad. Mittlerweile herrschen dort wieder die Armee und verbündete Milizen.

In Syrien gab es nach UN-Angaben allein zwischen Ende 2018 und Anfang 2020 mehr als 4000 Tote durch Unfälle mit Minen, Sprengsätzen und anderen explosiven Kriegsüberresten. Fast 8000 Menschen seien im selben Zeitraum dadurch verletzt worden. Millionen Syrer sind laut UN noch immer durch nicht detonierte Sprengkörper gefährdet.

Die Hilfsorganisation Handicap International schätzt, dass sich noch bis zu 300.000 Minen und Blindgänger in dem Bürgerkriegsland befinden. Jeden Tag komme es deshalb zu dutzenden Unfällen. Kein anderes Land der Welt verzeichnet den Angaben nach so viele Opfer durch explosiven Kriegsreste wie Syrien.

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