Tote bei russischem Luftangriff auf Charkiw

Ein Einwohner sitzt in der Nähe seines Hauses, während nach russischem Beschuss in Charkiw Rauchwolken über der Stadt aufsteigen. Foto: epa/George Ivanchenko
Ein Einwohner sitzt in der Nähe seines Hauses, während nach russischem Beschuss in Charkiw Rauchwolken über der Stadt aufsteigen. Foto: epa/George Ivanchenko

KIEW: Russland hat Charkiw im Visier. Bei einem Luftangriff auf die ostukrainische Millionenstadt sterben Menschen. Die Bodentruppen rücken im Grenzgebiet vor - und verbreitern die Front.

Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Millionenstadt Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Außerdem seien 25 Menschen verletzt worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Russische Flugzeuge hätten am Freitag zwei Gleitbomben auf die Stadt abgeworfen, schrieb Gebietsgouverneur Gouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine, die dicht an der Grenze zu Russland liegt, wird von der russischen Luftwaffe seit Wochen bombardiert.

Die südukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde am Freitag von Russland mit Raketen beschossen. Dabei sei ein Mensch getötet, acht weitere seien verletzt worden, teilte Gouverneur Oleh Kiper mit.

Zugleich setzten russische Bodentruppen ihre vor einer Woche begonnene Offensive in dem Grenzgebiet bei Charkiw fort, wie der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj auf Telegram schrieb. Die russische Armee habe diese neue Front mittlerweile auf etwa 70 Kilometer verbreitert. Dies solle die Ukrainer zwingen, mehr Brigaden aus der Reserve einzusetzen. Es sei dem Gegner aber nicht gelungen, die ukrainischen Linien zu durchbrechen. Russland setze bei den Angriffen Luftwaffe, Raketen, Artillerie und Panzer ein. Einen Vorteil für die Ukrainer sah Syrskyj bei Drohnen und dem präziseren Artilleriefeuer.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte auf seiner China-Reise, seine Armee plane derzeit keine Eroberung von Charkiw. Es solle aber eine Pufferzone geschaffen werden, um die Ukraine vom Beschuss auf das russische Grenzgebiet Belgorod abzuhalten. Die Ukraine wehrt seit mehr als zwei Jahren eine russische Invasion ab.

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Rolf W. Schwake 19.05.24 14:11
Mir kommt Schamesröte ins Gesicht ...
... wenn ich solche Worte wie von Ingo Kerp lese: Er verdreht wie üblich die Tasachen, denn die Russen haben die Ukraine erst feige mit "grünen Männchen" und dann mit regulären Truppen angegriffen. Es gäbe keinen Krieg, wenn der russische Aggressor den Kampf einstellt und sich auf die Grenzen seines Riesenreichs zurückzieht - so einfach wäre es!
Der Ukraine das Selbstverteidigungsrecht abzusprechen, ebenso ihre völkerrechtlich korrekte Bitte um Waffenhilfe, ist eine offene Unterstützung des russischen Terrors! Pfui Deibel, sage ich!
Einen Verbrecher darf man für seine Verbrechen nicht auch noch belohnen!
Ingo Kerp 18.05.24 15:00
Der Westen liefert der Ukraine auf deren Bitten und Betteln Waffen, die für das Überleben und Siegen zu wenig sind und für das Sterben und Krieg beenden zuviel sind. Ergo, das Sterben geht weiter. Es ist einfach unverständlich, wie Regierende mit dem Leben der eigenen Landsleute umgehen. Das gilt im vorliegenden Fall leider für beide Seiten, also für RUS und die UKR.