Tigray-Rebellen werfen Eritrea neue Großoffensive vor

Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed spricht während einer Fragestunde im Parlament in Addis Abeba. Foto: epa/Str
Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed spricht während einer Fragestunde im Parlament in Addis Abeba. Foto: epa/Str

ADDIS ABEBA: Die Rebellen in der nordäthiopischen Region Tigray werfen eritreischen Streitkräften vor, eine Großoffensive gestartet zu haben. Entlang der gesamten Front sei es am Dienstag zu schweren Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen gekommen», teilte Rebellensprecher, Getachew Reda, auf Twitter mit. In der vergangenen Woche hatte unter anderem Reuters berichtet, dass Eritrea seine Truppen mobilisiere. Auch Reservisten sollten sich in Kasernen melden.

In Äthiopien kommt es seit vergangenem Monat wieder zu schweren Auseinandersetzungen zwischen dem äthiopischen Militär und den Tigray-Rebllen (TPLF). Die TPLF fordert in dem seit November 2020 andauernden Konflikt mehr Autonomie für ihre ethnische Gruppe.

Eine offizielle Bestätigung der Großoffensive von Seiten Eritreas gibt es bislang nicht. Ein Augenzeuge in Adigrat, einer Stadt unweit der eritreischen Grenze, bestätigte der Deutschen-Presse-Agentur jedoch, dass die Region beschossen werde.

Der Ausgangspunkt des Konflikts reicht bis zum Anfang der 1990er-Jahre zurück. Damals hatten Rebellen aus Tigray und Eritrea gemeinsam gegen die kommunistische Zentralregierung in Äthiopien gekämpft. Während Eritrea zwei Jahre später faktisch seine Unabhängigkeit von Äthiopien errang, blieb Tigray Teil Äthiopiens. Knapp zehn Jahre später kam es erneut zu einem blutigen Kampf zwischen Eritrea und Äthiopien, bei dem vor allem die Region Tigray schwer unter eritreischen Angriffen litt. Mehrere zehntausend Menschen verloren in der Region ihr Leben.

2018 schloss der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed schließlich ein Friedensabkommen mit Eritrea, das von der TPLF misstrauisch aufgenommen wurde. Mittlerweile gehört Eritrea zu den erbittertsten Gegnern der TPLF.

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