Tigerkadaver gekauft - Bewährungsstrafe für Mann

Archivfoto: epa/STR
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HANOI: Für den Kauf eines 250 Kilogramm schweren Tigerkadavers ist ein Mann in Zentralvietnam am Freitag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er habe aus dem Kadaver der bedrohten Tierart Knochenpaste herstellen und diese als Zutat für traditionelle asiatische Medizin verkaufen wollen, berichteten staatliche Medien.

Nach vietnamesischem Recht hätte der 49-Jährige für diese «Verletzung von Vorschriften zum Schutz von Wildtieren» auch eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bekommen können - doch das Gericht reduzierte sie, da seine Familie und er viel zur ländlichen Entwicklung und zur Verhinderung von Covid-19 sowie Naturkatastrophen in seiner Heimatstadt beigetragen hätten.

Der Kadaver war Ende Januar auf dem Boden seines Hauses in der Provinz Ha Tinh entdeckt worden, wie es in der Anklageschrift des Gerichts weiter hieß. Der Mann hatte gestanden, ihn Anfang des Jahres in der Provinz Nghe An gekauft zu haben.

Tiger werden auf der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) als «gefährdet» geführt. Sie sind vor allem durch Wilderei und Zerstörung des Lebensraums bedroht. Tigerknochenpaste ist eine geschätzte Zutat in der traditionellen vietnamesischen und chinesischen Medizin. Ein Kilogramm reine Tigerknochenpaste kann auf dem Schwarzmarkt bis zu 5000 Dollar (gut 4200 Euro) einbringen.

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